RPWL: Trying To Kiss The Sun

RPWL: Trying To Kiss The Sun

Hinter der Band mit dem vokalfreien Namen verbirgt sich eine ehemalige PINK FLOYD-Coverband, und wenn man der Band Böses möchte, könnte man das ´ehemalig´ streichen, denn die Musikgötter Britanniens haben einen unauslöschlichen Einfluss im Sound von RPWL hinterlassen. Doch damit würde man der Band nicht ganz gerecht werden, auch wenn hier und da sehr deutliche Parallelen zu PINK FLOYD auftauchen und man bei Waiting For A Smile beispielsweise die ganze Zeit verzweifelt versucht herauszufinden, auf welcher FLOYD-Platte der Song nochmal drauf war. Doch zum einen ist es eine äußerst beachtliche Leistung, das an sich einmalige, monumentale Klangbild von Gilmour und Co. in eigenen Songs ähnlich intensiv reproduzieren zu können, und zum anderen gelingt es RPWL im Detail umso besser, eigenen, frischen Ideen genügend Platz einzuräumen. Und so wirkt das Gesamtbild um einiges epischer und ätherischer als bei den großen Vorbildern. Besonders das abschließende neunminütige Home Again weiß durch getragene Stimmungen und ein exquisites, gefühlvolles Gitarrensolo zu überzeugen, fast schon meint man, einem verschollenen Track von ANATHEMAs A Fine Day To Exit-Meisterwerk zu lauschen. Ansonsten sind aber statt ausufernder Soloorgien schlüssige Arrangements das Hauptziel von RPWL, wobei ihnen zugleich das Kunststück gelingt, scheinbar spielerisch mehrere Jahrzehnte Rockgeschichte in ihren Sound einfließen zu lassen, ohne dass dadurch der Gesamteindruck brüchig wird. Mal wähnt man sich in den 70ern, um plötzlich wieder mit moderneren Synthieklängen in die Gegenwart zurückkatapultiert zu werden. Nach einer Weile entsteht so ein fast schon zeitlos schönes Gefühl in der entspannten, unaufdringlichen und doch an Höhepunkten reichen Musik. Und so stellt Trying To Kiss The Sun gewissermaßen das musikalische Äquivalent eines tiefen Atemzugs dar, eine einstündige Auszeit von den Wirren, der Hektik und den Ärgernissen des Alltags.

Veröffentlichungsdatum: 15.03.2002

Spielzeit: 59:38 Min.

Line-Up:
Yogi Lang – Gesang, Keyboards

Karlheinz Wallner – Gitarre

Phil Paul Rissettio – Schlagzeug

Andreas Wernthaler – Keyboards

Stephan Ebner – Bass

Produziert von RPWL
Label: Tempus Fugit/Point Music

Homepage: http://www.rpwl.de

Email: rpwl@farmlands.de

Tracklist:
Trying To Kiss The Sun

Waiting For A Smile

I Don´t Know (What It´s Like)

Sugar For The Ape

Side By Side

You

Tell Me Why

Believe Me

Sunday Morning

Home Again