ROTTEN SOUND: Cycles

Tief einatmen, Kopf nach oben, Brust raus und laut gebrüllt: ROTTEN SOUND exorzieren.

Wir sind Jacks überschäumende Galle, wir sind der singende tanzende Abschaum dieser Welt.

Immer und immer wieder das Selbe. Niemals will es aufhören, bis zu unserem Tod geht es so weiter. Von Wochenende zu Wochenende hangeln, und alles hinnehmen, so lange bis auf unserer Beerdigung I Killed My Family von BRUTAL TRUTH gespielt wird. Es gibt Tage, da denkt man an das und an nichts Anderes. Wenn man schwach und kraftlos ist, dann gibt es ein Allheilmittel: Tief einatmen, Kopf nach oben, Brust raus und laut gebrüllt – ROTTEN SOUND sind der Soundtrack für die düstere Seite unseres Lebens und unserer Gesellschaft.

Grindcore, und fast nichts als Grindcore gibt es von dem finnischen Quartett auch auf ihrem neuen Album zu hören, und es ist eine wahnsinnige Steigerung zu allem, was sie bisher verbrochen haben. Und, auch wenn ich das bei weitem nicht erwartet habe, Cycles ist das beste Werk in diesem Genre seit dem letzten NASUM-Album.

ROTTEN SOUND verfolgen den Weg nach Exit und der EP Consume to Contaminate konsequent weiter, konnten sich aber dermaßen steigern, dass aus einer soliden bis für Genre-Freunde verdammt guten Band ein wahres Monstrum wurde. Die Finnen spucken Gift und Galle, mit derben Riffs, fetten Grooves und Blast Beats, die an Wahnwitzigkeit nur schwer zu übertreffen sind. Der Opener The Effects, Colonies, Poor, Enigma, Victims und Feet First, das sind Geschwindigkeitsattacken, die schwindlig machen. Dem gegenüber stehen die schleppenden Songs Alternews und Trust, boshaft bis dorthinaus, sowie grobe Crust- und Punk-Einflüsse.

Cycles bietet die perfekte Abwechslung für 34 Minuten Grindcore – niemals nervt die Band durch zu ausdauerndes Prügeln. Stattdessen wissen ROTTEN SOUND, dass ein punkiger Uptempo-Beat oder ein fetter Hardcore-Groove deutlich energetischer sein kann als Blast Beats. Dieses Wissen basiert auf jahrelanger Erfahrung. Deshalb sind auch die Riffs und die extremen Vocals besser als je zuvor und auch die Produktion mäht gnadenlos alles nieder, was sich bewegt. Ich dachte nicht, dass ROTTEN SOUND zu so einem Album fähig wären, aber ich wurde eines besseren belehrt. Cycles stellt das vertonte Schlechte dieser Welt dar und diese Scheibe zu konsumieren ist wie ein Exorzismus. Es vertreibt das wirklich Böse – nein, nicht Satan – und setzt pure Energie und Kraft frei. Enorm befreiend.

Veröffentlichungstermin: 25. Januar 2008

Spielzeit: 34:00 Min.

Line-Up:
Keijo Niinimaa – Vocals
Mika Aalto – Guitar
Toni Pihlaja – Bass
Sami Latva – Drums

Produziert von ROTTEN SOUND und Janne Saksa
Label: Spinefarm Records

Homepage: http://www.rottensound.com

Email: rottensound@hotmail.com

Tracklist:
1. The Effects
2. Prai$€ the £ord
3. Blind
4. Units
5. Corponation
6. Colonies
7. Poor
8. Days to Kill
9. Deceit
10. Caste System
11. Alternews
12. Simplicity
13. Enigma
14. Decimate
15. Victims
16. Sold Out
17. Feet First
18. Trust