PORCUPINE TREE: In Absentia

Bislang waren Porcupine Tree "nur" ein Geheimtip, doch dürfte sich das spätestens mit Erscheinen des neuen (und siebten) Albums "In Absentia" ändern.

Bislang waren Porcupine Tree nur ein Geheimtip, doch dürfte sich das spätestens mit Erscheinen des neuen (und siebten) Albums In Absentia (12 Songs, 68:20 Min.) ändern. Die Band wurde zwar bereits 1987 gegründet und veröffentlichte etliche Cassetten, LPs, CDs und (Maxi-)Singles, doch es sollte bis 1999 dauern, ehe ein Album (Stupid Dream) des britischen Quartetts um Sänger und Multiinstrumentalist Steve Wilson (der zwar sämtliche Musik und Texte von PORCUPINE TREE komponiert, die Band selbst aber dennoch als unbedingt demokratische Angelegenheit ansieht) offizell in Deutschland veröffentlicht wurde. Diese Band ist/hat Klasse, vermischt viele verschiedene Elemente aus den Bereichen Pop, Rock, Metal und Prog und agiert dabei einerseits nachvollziehbar-eingängig wie für den Mainstream-Markt geschaffen, andererseits aber auch so psychedelisch-experimentell und sperrig, dass sie nicht in das (leider) gängige Radioformat passt. Die Band (die mit Gavin Harrison einen neuen Schlagzeuger – übrigens der erste Personalwechsel seit Gründung – hat) passt durchaus in die leicht muffig riechende Retro-Schublade, in der sich auch und bereits Bands wie YES, GENESIS, PINK FLOYD oder MARILLION befinden, beweisen jedoch durch den Einbau von einigen Ambient- bzw. Drum´n´ Bass-Elementen, dass sie sich durchaus als moderne Band versteht. In Absentia wirkt insgesamt gesehen/gehört zwar etwas härter als die beiden Vorgängerscheiben, ist aber dennoch KEIN Metal-Album, was nicht nur an den zwei sehr schönen Pianoballaden Heartattack in a Layby und Collapse the Light into Earth liegt. Die Band zieht ihr Ding – egal, wie man dieses nennen mag – konsequent durch und überzeugt mit atmosphärisch-langsamen Stücken (wo man etwas nach PINK FLOYD klingt) genauso wie mit dem instrumentalen Wedding Nails oder dem laut-leisen Strip the Soul. Ansonsten sind Streicherklänge genauso zu hören wie elektronisch-experimentelle Sounds und beatle-ige Gesangsharmonien. Doch – und das ist für mich die wahre Kunst – obwohl so viele verschiedene Stile bzw. Stilelemente zu hören sind, klingt das Album homogen und überzeugt von vorne bis hinten durch eine sehr, sehr gute geschlossene Mannschaftsleistung, die nur eine Frage aufwirft. Wie viel man dieses Album noch toppen?

Spielzeit: 68:20 Min.

Line-Up:
Steven Wilson: Vocals, Gitarre, Keyboards, Programming und Produktion
Colin Edwin: Bass
Gavin Harrison: Drums und Percussion
Richard Barbieri: Keyboards und Synthesizers

Produziert von Steven Wilson
Label: East West Records

Homepage: http://www.porcupinetree.com

Tracklist:
Blackest Eyes
Trains
Lips Of Ashes
Sound Of Muzak
Gravity Eyelids
Wedding Nails
Prodigal
.3
Creator Has A Mastertape
Heartattack In A Layby
Strip The Soul
Collapse The Light Into Earth