PHARAOH: The Longest Night

Traditionsmetaller mit Sinn und Verstand, ich hab euch da nen Brocken Fleisch, stürzt euch drauf! *Flatsch*

Traditionsmetaller mit Sinn und Verstand, ich hab euch da nen Brocken Fleisch, stürzt euch drauf! *Flatsch*

Ja wahrlich, The Longest Night, das zweite Album der Amis PHARAOH ist genau die Art von Power Metal, wie ihn die Leute lieben dürften, die sich von ihren Wurzeln nicht lösen können und wollen, die aber auch nicht jede 08/15-Scheibe abzufeiern gedenken, auf denen vorne ein Krieger abgebildet und im Titel mindestens ein Mal Metal zu lesen ist. Ich sag dabei nicht, dass PHARAOH das Genre hier runderneuern. Aber sie haben was Eigenes, Talent und Feeling. Und deshalb ist The Longest Night absolut eine Empfehlung wert.

Der Opener Sunrise beginnt noch relativ verhalten, zeigt aber gleich das enorme Gespür für diese Art von Musik. Anspruchsvoller US-Power-Metal trifft auf NWOBHM-Vibes – ein Song zum sich Aufwärmen und Einfühlen. I am the Hammer geht dann ordentlich nach vorne los und wird wohl einer der großen Hits der Band werden. Schon jetzt wird deutlich, dass PHARAOH selbst bei scheinbar simplen Songs sehr viel Arbeit in ausgefeiltes Arrangement und interessante Wendungen gelegt haben. Die Herangehensweise an ihren Sound könnte man vielleicht am ehesten mit der von ONWARD vergleichen und tatsächlich würde sich In the Violent Fire auch gut auf Reawaken machen und spätestens jetzt wird auch das enorme Potenzial von Ex-CONTROL DENIED-Shouter Tim Aymar deutlich, der The Longest Night seinen Charakter verleiht. Dieser Mensch hat ein enormes Gefühl in seiner Stimme und dürfte PHARAOH auch für Leute attraktiv machen, die Sänger bevorzugen, die nicht nur von Hunden wahrzunehmen sind.

Ausfälle gibt es auf diesem Album keine. Über die Notwendigkeit des Instrumentals Never Run kann man sicherlich streiten; Das restliche Songmaterial lässt aber keinen Durchhänger erkennen. Nichtsdestotrotz schaffen es einige Songs, sich vom restlichen Material leicht abzusetzen. Das bereits erwähnte I am the Hammer ist einer davon, aber auch Endlessly mit seinen melancholischen Vocallines bekommt man nur schwer wieder aus dem Ohr. Das ruhige The Longest Night verzaubert ebenso durch seine Melodien, während einen das majestätischen Up the Gates wieder in bester Metal-Tradition mitreißt. Oh Mann, diese Platte macht einfach verdammt viel Spaß.

Sicherlich wird es wieder genug Leute geben, die sagen werden kennt man schon, war schonmal da, braucht man nicht mehr. Wer aber irgendwo zwischen den beiden Fronten bedingungsloser Fanatic und ich erwart von neuen Releases gar nichts mehr steht, der dürfte an diesem Release seine helle Freude haben.

Veröffentlichungstermin: Februar 2006

Spielzeit: 53:04 Min.

Line-Up:
Tim Aymar – Vocals

Chris Black – Drums

Chris Kerns – Bass

Matt Johnsen – Guitar

Produziert von Matt Crooks
Label: Cruz del Sur

Homepage: http://www.solarflight.net

Tracklist:
Sunrise

I Am the Hammer

In the Violet Fire

By the Night Sky

Endlessly

The Longest Night

Fighting

Like a Ghost

Up the Gates

Never Run