PERCHTA: Ufång

PERCHTA: Ufång

Scheinbar aus dem Nichts hat sich Lady Percht von den Tiroler Alpen auf den Weg ins Tal gemacht, um mit „Ufång“ die vier Elemente zu besingen. Hinter dem geheimnisvollen Atmospheric Black Metal / Folklore-Projekt PERCHTA steckt eine mir namentlich nicht bekannte Sängerin und Fabio D´Amore (SERENITY, PATHOSRAY), der dem Projekt musikalisch und als Produzent zur Seite steht. Alleine die Involvierung von letzterem darf schon als Hinweis dienen, dass man es auf „Ufång“ nicht mit Black Metal im herkömmlichen Sinn zu tun haben wird.

Und dennoch, es geht schon eine geheimnisvoll mystische Atmosphäre vom Debütalbum PERCHTAs aus, die mich in gewisser Art und Weise an einen Soundtrack für einen düsteren Alpen-Western unter der Regie vom ehemaligen Austropopper REINHOLD BILGERI – im Übrigen auch ein Westösterreicher, wenn auch Vorarlberger – denken lässt.

Auf „Ufång“ bekommt man es mit lediglich vier Songs zu tun

Nach einem Intro, wo man die Ankunft der Perchtin mit Rasseln zu vernehmen meint, kommt das Album mit „Erdn“ ganz gut aus den Startlöchern. Der erste von lediglich vier wirklichen Songs zeigt eine gute Laut-Leise-Dynamik und offenbart, dass sich der Tiroler Dialekt gut für grimmigen Gesang eignet. Als (jeweilige) Überleitung zum nächsten Song kommen akustische Zither-Interludes mit Sprech-Passagen zum Einsatz. Dabei wird auf den folgenden Track Bezug genommen. So wird in „Långs“ ein- und ausgeatmet, ehe mit „Åtem“ der nächste und wohl einer der besten Songs folgt. Düster und mit einer gewissen rituellen Magie weckte dieser Track bereits im Vorfeld das Interesse an PERCHTA.

PERCHTA zeigen sich gesanglich vielfältig

Zugegeben, rein musikalisch gibt „Ufång“ jetzt nicht über die Maßen viel her. Die Riffs sind weder brillant noch wird bei der Geschwindigkeit richtig auf die Tube gedrückt. So ist das neunminütige „Wåssa“ fast durchgehend im langsamen Bereich angesiedelt. Und nur im letzten Drittel von „Gluat“, dem härtesten Song, kommen Black Metal-Maniacs so halbwegs auf ihre Rechnung. Doch PERCHTA punkten eher mit der Atmosphäre und dem Gesang. Denn neben dem giftigen Kreischen („Gluat“) und Grölen („Erdn“), weiß die Sängerin auch durch cleane Vocals („Wåssa“) zu gefallen. Hinzu hat auch die Sprech-Performance ihren Reiz, wenn etwa die normale Erzählstimme zu einem halbem Grölen erhoben wird, ehe es fast zu einem Alpen-Juchzen kommt („Summa“).

PERCHTA liefern stimmiges Gesamtkonzept aus Musik, Texten und Optik

Tja, viel Musik ist es im Endeffekt nicht, was PERCHTA auf „Ufång“ zum Besten geben. Doch kann man dem Projekt ein gewisses Alleinstellungsmerkmal ausstellen. Denn allzu viel Metal-Musik, die in Tiroler Mundart intoniert wird, fällt mir ad hoc nicht ein. Hinzu kommt eben die atmosphärische Ausrichtung und das in sich stimmige Gesamtkonzept aus Musik, Texten und Optik. Auch wenn man von PERCHTA also keinen musikalischen Meilenstein erwarten darf, so will ich die „Ufång“-Erfahrung nicht missen. Weil sie durchaus schön, neuartig und ja, auch österreichisch ist.

Veröffentlichungstermin: 10.04.2020

Spielzeit: 39:00 Min.

Line-Up:
Perchta – Gesang

Produziert von Fabio D´Amore (SERENITY, PATHOSRAY)

Label: Prophecy Productions

Homepage: https://perchta.tirol

Mehr im Netz: https://perchta-official.bandcamp.com
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/perchta.band

PERCHTA „Ufång“ Tracklist

1) Intro
2) Erdn (Lyric-Video bei YouTube)
3) Långs
4) Åtem (Video bei YouTube)
5) Summa
6) Gluat
7) Herest
8) Wåssa
9) Winta
10) Outro

Bonus CD:
11) Gluat (akustik)
12) Wåssa (akustik)

 

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.