PENTAGRAM: First Daze Here Too

PENTAGRAM: First Daze Here Too

Zeitsprung in die 70er. In eine Zeit, als Bands wie BLACK SABBATH, DEEP PURPLE, NAZARETH und URIAH HEEP den Rock revolutionierten. Eine Zeit, von der ich gar nichts weiß, weil ich noch flüssig war. PENTAGRAM, eine der Bands, die seit Anfang der 70er existierten, aber von dem Ruhm der Großen nie etwas mitbekamen, kämpften sich unermüdlich durch dieses für sie bittere Jahrzehnt und schrieben einen Song nach dem anderen und übten wie die Weltmeister. Und doch blieben bis zum heutigen Tage fast 22 ihrer Perlen versteckt.

Drummer Geof O´Keefe zog die Songs aus einer angestaubten Schublade, pustete kräftig dagegen und versuchte sie aufzupolieren – hörbar oft nicht gerade von Erfolg gekrönt. Dennoch, die Musik auf First Daze Here Too ist hervorragend. In den 70ern krähte kein Hahn nach ihnen – oh was lebten zu dieser Zeit nur für Ignoranten. Mir unverständlich. Auf der ersten CD der insgesamt gut 75minütigen Compilation finden sich amtliche Songs, die grooven, aus tollen Riffs und teils recht ungewöhnlichen Songstrukturen bestehen. PENTAGRAM brillieren vor allem mit dem genialen ROLLING STONES-Cover Under My Thumb, aber auch Wheel of Fortune, Teaser und Much Too Young to Know hätten bei anderen großen Bands als ultimative Hits gegolten. Bobby Liebling outet sich hier wirklich als fantastischer Songwriter, Daumen hoch! Hier ist die Soundqualität recht gut, die Aufnahmen von 1976 sind alle recht professionell und lassen keine Wünsche offen.

Auf CD Nummer zwei finden sich Demosongs, aufgenommen im Proberaum, einem alten Lager. Die Soundqualität, gut man kann sich darüber streiten. Teilweise würde es als indiskutabel gelten, aber hier wirkt es eher wie eine kleine Zeitreise. Die Songs sind rau, unpoliert aber doch toll. Beginnend mit dem massiven Virgin Death, das in gerade mal anderthalb Minuten einen unglaublichen Ohrwurm verursacht. Die ironische Macho-Hymne Man, die frühe Version des düster-beschwörenden Be Forwarned und die beiden überlangen Drogen geschwängerten Jamorgien Target und Show ´Em How zeigen, welche Bandbreite die Band vor über 30 Jahren bereits aufweisen konnte. Dafür kommen die Vocals eher verzerrt und bizarr rüber, weil keine PA, sondern nur ein Gitarrenamp zur Verfügung stand. PENTAGRAM-Fans wird hier das Herz aufgehen, in der dunklen Vergangenheit ihrer Lieblinge herumzustöbern. Herrlich.

Das Stöbern macht dank dem ausführlichem Booklet noch viel mehr Spaß. Kommentare zu allen Songs, die Texte, ein ausführliches Vorwort und Erklärungen zu dem Release von Schlagzeuger Geof O´ Keefe bieten noch schön viel Lesestoff und sorgen für die nötigen Hintergrundinformationen. Zusammen mit den vielen Fotos ist das Booklet den liebevoll zusammengestellten CDs absolut gleichwertig. Summa summarum ist First Daze Here Too wie die vor fünf Jahren erschienene Compilation First Daze Here für PENTAGRAM-Fans eine absolute Pflichtveranstaltung. Auch Stoner Rock-Fans und Doomer können hier noch so einiges dazulernen. Also, stört euch nicht an der teilweise eher schlechten Soundqualität, sondern freut euch, dass ihr diese Perlen noch zu hören bekommt. Grandios!

Veröffentlichungstermin: 10. März 2006

Spielzeit: 25:12 + 50:01 Min.

Line-Up:
Bobby Liebling: Vocals

Vincent McAllister – Guitars

Greg Mayne – Bass

Geof O´ Keefe – Drums

Label: Relapse Records

Tracklist:
CD1:

1. Wheel of Fortune

2. When the Screams Come

3. Under My Thumb

4. Smokescreen

5. Teaser

6. Little Games

7. Much too Young to Know

CD2:

1. Virgin Death

2. Yes I Do

3. Ask No More

4. Man

5. Be Forwarned

6. Catwalk

7. Die in Your Sleep

8. Frustration

9. Target

10. Everything´s Turning Into Night

11. Take Me Away

12. Nightmare Gown

13. Cartwheel

14. Cat & Mouse

15. Show ´Em How