NITROGODS: Nitrogods

NITROGODS: Nitrogods

Es gibt nicht viele alte Bands, die so oft immer mal wieder im Player landen wie THUNDERHEAD. Dass deren Gitarrist Henny Wolter (Ex-SINNER, Ex-PRIMAL FEAR) wieder echten harten Rock`n´Roll machen wollte, das ließ Hoffnung aufkommen. Aber das klassische Dreiergespann, zu dem neben Henny Wolter an den Drums Klaus Sperling (FREEDOM CALL, Ex-PRIMAL FEAR) und als Sänger und Bassist Claus Oimel Larcher (GALLON, BASTARDS) gehören, ist nicht die neuen THUNDERHEAD. Macht nichts, NITROGODS verbreiten trotzdem mächtig Spaß.

Dabei wird sofort klar, was für die Herren der Inbegriff von Rock`n´Roll ist: MOTÖRHEAD! Nicht nur, dass Rauschebart Oimel mit seiner Whiskygetränkten Stimme extrem an LEMMY erinnert, auch die Songs verweisen ohne Umwege auf die Urgesteine des Rumpel-Rock, man braucht als Beweis nur bis zum Opener warten. Die Verehrung für den Sound der Engländer zieht sich fast durch alle Songs, obwohl der ein oder andere Auftakt doch mal an THUNDERHEAD erinnert. Wenn man beim sonst rasanten Gasoline eine Portion 60er-Rock`n´Roll einflechtet, dann bleibt man selbst da seinen Vorbildern treu und klingt nach LEMMY´s Old-School-Rocker HEAD CAT.  Wenn dann noch Fast Eddie Clarke (FASTWAY, Ex-MOTÖRHEAD), mit dem Oimel  bei Wasted In Berlin ein Gastsolo beisteuert, ist die Schublade MOTÖRHEAD-Coverband schnell aufgezogen. Stimmt irgendwie auch, aber ganz so platt lassen sich NITROGODS bei allen offensichtlichen Anleihen an LEMMY und Co. doch nicht eintüten. Da gibt es bluesige Sauflieder wie At Least I´m Drunk und Whiskey Wonderland, bei dem passend die rauchige Stimme von NAZARETH´s Dan McCafferty erklingt, mit dem Henny Wolter auf der Rock Meets Classic Tour 2010 unterwegs war. Den Song kenne ich von der Irish Folk-Punk-Band THE BOLLOX aus dem fernen Arizona, hier kommt er um einiges dreckiger. Mit der Slideguitar und dem Känguru-Beat sind bei Lipsynch Stars sofort ROSE TATTOO im Ohr, selbst der Gesang erinnert nun an den keifenden Giftzwerg Angry Anderson, Astra Wally lässt grüßen. Das stampfende The Devil Dealt The Deck klingt nicht nur nach langsam rockenden 80er MOTÖRHEAD, es würde auch zu deren Kollegen SAXON passen. Cool auch der Boogie-Rocker Rifle Down, die Herren NITROGODS stehen also auch auf STATUS QUO, haben wohl direkt neben mir deren Hello und Quo live in der Eilenriedehalle abgefeiert. Und auch die Blue For You, dessen Heavy-Rocker Rain sich in Rifle Down kurz meldet. Dazu eine Bartlänge ZZ TOP im Refrain und ein bisschen FOGHAT-Rock, Abhotten ist unvermeidbar. Selbst die kurze Sweet Child O Mine-Melodie am Anfang von Riptide nimmt man gerne mit, Coverband hin oder her, die Mischung stimmt.

Das hier macht Spaß, auch wenn es keine neuen THUNDERHEAD gibt. Auch den ganz großen Erfolg wird man so nicht einfahren, aber das wollen die Drei vielleicht gar nicht. Man hört mit jedem Ton, dass sie genau das machen, worauf sie selbst Bock haben: dreckigen, ungeschönten harten Rock`n´Roll mit deutlicher Duftmarke von MOTÖRHEAD. Wer darauf steht, der hat eine neue Lieblingsband: NITROGODS!

Veröffentlichungstermin: 24.02.2012

Spielzeit: 43:04 Min.

Line-Up:
Claus Oimel Larcher – Vocals, Bass
Henny Wolter – Guitar
Klaus Sperling – Drums

Label: SPV/Steamhammer

Homepage: http://www.nitrogods.de

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/nitrogods

Tracklist:
1. Black Car Driving Man
2. Demolition Inc.
3. At Least I´m Drunk
4. Gasoline
5. Whiskey Wonderland
6. Licence To Play Loud
7. Lipsynch Stars
8. The Devil Dealt The Deck
9. Rifle Down
10. Riptide
11. Wasted In Berlin
12. Zombietrain

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.