NAVARONE: Salvo

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Die übliche Last mit den Casting-Shows: einmal drin ist alles hin… Aber die Alternativ-Rocker NAVARONE brauchen sich nicht darauf ausruhen, dass sich bei THE VOICE OF HOLLAND alle Coaches umdrehten und man mit ANOUK sicher einen tollen Coach hatte. Auch wenn die Jungs um die Bandköpfe Sänger Merijn van Haren und Gitarrist Kees Lewiszong sicher stolz sein können, als erste Band ins Finale der Show Februar 2018 gekommen zu sein und den zweiten Platz gemacht zu haben. Mit zwei Eps, drei Alben und einem Live-Release ist die Band aus Nijmegen jedoch keine dieser One-Hit-Sensations, die aus solchen Shows meist hervorgehen. Letztendlich sind die Niederländer schon seit 2004 aktiv, seit 2008 halt als NAVARONE. Und nun steht mit „Salvo“ das neue, vierte Album bereit. Die Erfahrung, mit solchen professionellen Coaches zu arbeiten, hat sicher viel gebracht. Einfluss auf die Entstehung des neuen Albums soll es aber nicht gehabt haben. Und wenn die Musik stimmt, ist der Fernsehhype eh egal.

NAVARONE brauchen für „Salvo“ keinen Casting-Hype

So brät der Opener „The Strong Survive“ gleich gut nach vorn. Zeitgemäßer, spritziger, schmutziger Hard Rock mit Ohrwurmgarantie. Ich hatte die Band weitaus Stoner-rockiger mit Alternative-Touch in Erinnerung, hier treten sie hingegen richtig Popo. Krass, wie sie nun einfach mal knackigen Funk auspacken. So denkt man bei „Reset“ sofort an EXTREME inklusive hochgezogener Stimme, aber auch wie noch mehr beim folgenden „Waste“ an DAN REED NETWORK. „Cerberus“ hingegen rollt hart aus den Boxen, mixt unstaubigen Stoner-Rock mit knackigem 70er Hard Rock und groovt wie Sau. Beim passenden Riff lässt Merijn gern mal den ROBERT PLANT raushängen. Was soll´s, der Mann kann es halt. Seine Stimme ist und bleibt gemeinsam mit den starken Leads von Kees das Aushängeschild der Band.

NAVARONE präsentieren auf „Salvo“ einen coolen Rock-Mix

Zur Mitte hin wird es etwas moderner, passend für junge Rockfans ebenso wie für offene Classic-Rocker. Das passt ins Radio genauso wie ins Autoradio, tut keinem weh, ragt aber auch nicht wirklich heraus. Natürlich wird auch gekuschelt, „Fire“ zieht sich schwermütig bis bluesig, um sich dann mit LED ZEPPELIN trifft BAD COMPANY-Klängen breit zu machen. Wären BON JOVI, für die NARAVONE bereits live als Opener spielen durften, eine knackige Grunge-Band, sie würden sicher „Another Way“ mögen. Auch „Mind´s Eye“ hat eine dicke Schicht ALICE IN CHAINS oder auch SOUNDGARDEN, wieder gepaart mit einer guten Portion LED ZEPPELIN. Wenn sie dann noch mit „Who Are You“ Gas geben und richtig Popo treten freut sich auch die BACKYARD BABIES– oder HELLACOPTERS-Fraktion.

Hat THE VOICE „Salvo“ geschadet? Sicher nicht!

„Salvo“ ist ein buntes Album geworden, mit einigen Highlights, die eine große Gruppe an Rockfans ansprechen dürften, von jung bis Alt-Rocker. Dabei klingt bei NAVARONE aber nichts nach Ausverkauf oder Anpassen an den Mainstream. Die Erfahrung mit der Casting-Show hat die Jungs hörbar reifen lassen, sie aber nicht verbogen. Man erkennt die Band jederzeit wieder, die frühen alternativen bis progressiven Klänge sind dem ein oder anderen poppigen Refrain gewichen. In sich ist hier alles stimmig, ein Album das Spaß macht!

Veröffentlicht: 29.03.2019

Spielzeit: 42:19

Lineup:
Merijn van Haren – Vocals
Kees Lewiszong – Gitarre
Roman Huijbreghs – Gitarre
Bram Versteeg – Bass
Robin Assen – Drums

Produziert von Joost van den Broek

Label: SuburbanRecords

Homepage: http://www.navaronemusic.com

Mehr im Web: https://www.facebook.com/NavaroneOfficial

Die Tracklist von „Salvo“:

1. The Strong Survive
2. Reset
3. Waste
4. Cerberus
5. SøReal
6. Surrender
7. Fire
8. Another Way
9. Mind´s Eye
10. Who Are You

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.