MOTÖRHEAD: The Wörld Is Ours – Vol. 2 Anyplace Crazy As Anywhere Else

MOTÖRHEAD: The Wörld Is Ours – Vol. 2 Anyplace Crazy As Anywhere Else

MOTÖRHEAD haben in ihrer Karriere fast so viele Live-Alben wie Studioalben veröffentlicht. In der Encyclopaedia Metallum stehen den 21 Studioalben insgesamt 19 Live-Alben gegenüber, das hier besprochene eingeschlossen. Und dazu kommen noch ein paar DVDs und Videos zu denen es keine entsprechenden Tonträger gab. Das stellt selbst Bands wie RUSH in den Schatten, die in der Hinscht auch sehr veröffentlichungsfreudig sind. Nun ja, muss ja keiner alles kaufen. Kommen wir also zu Live-Album Nummer Neunzehn. The Wörld Is Ours – Vol. 2 Anyplace Crazy As Anywhere Else, dessen Vorgänger letztes Jahr erschien enthält insgesamt 28 Songs, mitgeschnitten auf drei Festivals in Deutschland, England und Brasilien aus dem letzten Jahr.

Den Großteil, um genau zu sein siebzehn Songs, macht der Mitschnitt aus WACKEN aus, dazu kommen sechs Songs vom SONISPHERE in England und fünf vom ROCK IN RIO in Brasilien. Leider sind sämtliche Songs der beiden anderen Festivals auch in der WACKEN-Setlist vertreten, MOTÖRHEAD sind wohl nicht die flexibelsten, was die Songauswahl angeht. Killed By Death bekommt man sogar bei allen drei Mitschnitten zu hören. Mit Get Back In Line und  I Know How To Die kommen zwei Songs vom letzten Album The World Is Yours zum Zuge. Mit Rock Out, One Night Stand, The Thousand Names of Godund In The Name Of Tragedy gibt es auch noch einige andere Songs von den Alben der letzten Jahre zuhören – MOTÖRHEAD verlassen sich also nicht ausschließlich auf altes Material, auch wenn das natürlich den größten Teil der Setlist ausmacht. Aber wer will auch auf Songs wie Bomber, Stay Clean, Overkill oder gar Ace Of Spades verzichten? Ok, Lemmy vielleicht, sonst aber wohl keiner. Andererseits dürften gerade die jüngeren Fans in WACKEN, die vielleicht durch die letzten Alben auf MOTÖRHEADgestoßen sind sich an den neueren Stücken erfreuen.

Was das Stageacting angeht ist von Lemmy und seinen zwei Warzen natürlich nicht viel zu erwarten, Phil Campbell hält sich auch eher zurück, wechselt aber immerhin ein paar Mal die Bühnenseite. Am meisten bewegt sich Mikkey Dee an seinem Schlagzeug aber hey, mit Jahrgang 1963 ist er ja auch der Jungspund der Band. Nach Rock Out spielt Phil Campbell ein Solo bevor es mit The Thousand Names of God weiter geht, Mikkey darf bei In The Name Of Tragedy zwischendurch auch mal zeigen, was er so drauf hat. Und bei Bomber kommt dann natürlich auch das namensgebende Bühnenutensil zum Einsatz. Vor zehn Jahren oder so ist das in WACKEN mal als Riesen-Sache angekündigt worden, inzwischen wohl eher Standard. Danach gibt es mit Ace Of Spades und Overkill noch zwei Zugaben, dann ist die WACKEN-Show vorbei. Bild, Ton und Schnitt sind allesamt nicht zu beanstanden, was bei einer großen Band wie MOTÖRHEAD beziehungsweise einem Festival wie WACKEN ja auch nicht anders zu erwarten war. Das einzige Manko ist, dass das Bild mangels Bühnenlicht manchmal arg dunkel ist.

Den Auftritt auf dem SONISPHERE-Festival widmet Lemmy dem Ex-MOTÖRHEAD-Gitarristen Würzel, der am Tag vor dem Auftritt an Herzversagen verstarb. Dieser Auftritt findet im Gegensatz zur WACKEN-Show am Nachmittag, also bei Tageslicht statt. Bei Killed By Death gibt es eine Tanz- und Feuerspuckeinlage von zwei leicht bekleideten Damen. Insgesamt wirkt die Band hier noch mal etwas spielfreudiger als in WACKEN. Der Auftritt in Rio ist wieder später Abends und findet vor einer beeindruckenden Zuschauerkulisse statt. Das übertrifft sogar die Massen in WACKEN. Als kleines Bonusfeature gibt es noch einen elfminütigen Clip in dem Robert und Mick, zwei große MOTÖRHEAD-Fans über das WACKEN-Gelände laufen, mit ein paar Fans reden und allgemein Impressinen aus WACKEN einfangen. Am Ende gibt auch noch kurze Interviews mit den drei MOTÖRHEAD-Musikern, wobei Lemmy mehr mit dem Glücksspielautomat in seiner Umkleide beschäftigt ist. Alles ganz nett anzusehen, ohne dass es wirklich irgendwie informativ wäre. Alles in allem ist The Wörld Is Ours – Vol. 2 Anyplace Crazy As Anywhere Else ein gutes Paket und sein Geld sicherlich wert.

Veröffentlichungstermin: 21.09.2012

Spielzeit: 69:20 + 65:58 + ca 150 min Min.

Line-Up:
Lemmy – vocals, bass
Phillip Campbell – guitars
Mikkey Dee – drums
Label: EMI

Homepage: http://www.imotorhead.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/pages/Mot%C3%B6rhead/8079594657

Tracklist:
DVD:
WACKEN 2011
01. Iron Fist
02. Stay Clean
03. Get Back In Line
04. Metropolis
05. Over the Top
06. One Night Stand
07. Rock Out
08. The Thousand Names of God
09. I Know How To Die
10. The Chase Is Better Than the Catch
11. In the Name of Tragedy
12. Just ‘Cos You Got the Power
13. Going to Brazil
14. Killed by Death
15. Bomber
16. Ace of Spades
17. Overkill

SONISPHERE 2011:
18. Iron Fist
19. I Know How To Die
20. In The Name of Tragedy
21. Killed by Death
22. Ace of Spades
23. Overkill

ROCK IN RIO 2011:
24. Stay Clean
25. Over the Top
26. The Chase Is Better Than the Catch
27. Going to Brazil
28. Killed by Death

CD1:
WACKEN 2011
01. Iron Fist
02. Stay Clean
03. Get Back In Line
04. Metropolis
05. Over the Top
06. One Night Stand
07. Rock Out
08. The Thousand Names of God
09. I Know How To Die
10. The Chase Is Better Than the Catch
11. In the Name of Tragedy
12. Just ‘Cos You Got the Power
13. Going to Brazil
14. Killed by Death
15. Bomber

CD2:
WACKEN 2011
01. Ace of Spades
02. Overkill

SONISPHERE 2011:
03. Iron Fist
04. Know How To Die
05. In The Name of Tragedy
06. Killed by Death
07. Ace of Spades
08. Overkill

ROCK IN RIO 2011:
09. Stay Clean
10. Over the Top
11. The Chase Is Better Than the Catch
12. Going to Brazil
13. Killed by Death

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.