MNEMIC: Sons Of The System

Die dänischen Cyberthrasher berappeln sich und beeindrucken mit ultratiefen Monsterriffs und so mancher sich ins Ohr fressenden Hookline.

Wenn an dem Mythos, dass das dritte Album über das Ausmaß des Erfolgs entscheidet, was dran sein sollte, sollten MNEMIC den Stellenmarkt der Lokalzeitung nicht ungelesen ins Altpapier befördern, waren die Meinungen zu Passenger, dem ersten Album mit Guillaume Bideau am Mikro, in Fankreisen doch eher gespalten. Im Nachhinein wiesen doch einige der Kompositionen eine zu knappe Halbwertszeit auf, vor allem im Vergleich zum kolossalen The Audio Injected Soul-Album mit seinen beinharten Hitsongs voller Cyberatmosphäre. Doch statt Bewerbungsmappen zu versenden, lassen MNEMIC mit Sons Of The System lieber ein neues Album auf die Menschheit los und zeigen dem Mythos den Stinkefinger. Ultratiefe Monsterriffs der Achtsaitergitarren begrüßen die geneigte Fanschar gleich zu Beginn des Titeltracks und Openers Sons Of The System, nur um dann in einen eingängigen Refrain zu münden, womit sofort klargestellt ist, dass MNEMIC nicht dran denken, ihre musikalische Marschrichtung zwischen FEAR FACTORY und MESHUGGAH zu modifizieren. In der Folge prasselt Groove um Groove, vermischt mit sphärischen Momenten, auf den Hörer ein, wobei es dann doch bis zu Climbing Towards Stars, dem fünften Lied, dauert, bis der unwiderstehlich drückende Refrain Sons Of The System von den Vorgängern abhebt und den Zugang zu den komplexeren Passagen eröffnet. Und so beginnt Sons Of The System mit jedem Hördurchgang mehr zu leben, immer mehr hörenswerte Details fallen einem auf, immer größer wird die Lust, den Lautstärkeregler bis zum Anschlag aufzudrehen und – soweit es die Polyrhythmik erlaubt – entfesselt mitzubangen. Zwar gelingt es MNEMIC auch im zweiten Anlauf nicht, The Audio Injected Soul zu toppen, da Guillaume Bideau manch eine Melodie wie in March Of The Tripods noch zu süßlich geraten ist und die Gitarristen bei manch einem Riff zu begeistert in den tiefsten Regionen der Tonleiter rummörteln, statt einprägsame und doch wirre Parts wie bei Room 2.12 oder Jack Vegas zu schreiben. Doch alles in allem befinden sich MNEMIC auf dem aufsteigenden Ast und könnten dem eingangs erwähnten Mythos so doch noch ein Schnippchen schlagen.

Veröffentlichungstermin: 08.01.2010

Line-Up:
Guillaume Bideau – Gesang
Mircea Gabriel Eftemie – Gitarre
Rune Stigart – Gitarre
Tomas Koefoed – Bass
Brian Rasmussen – Schlagzeug

Produziert von Tue Madsen
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.mnemic.com

MySpace: http://www.myspace.com/mnemic

Tracklist:
Sons Of The System
Diesel Uterus
Mnightmare
The Erasing
Climbing Towards Stars
March Of The Tripods
Fate
Hero In
Elongated Sporadic Bursts
Within
Orbiting