MELY: …reel through my wave (Eigenproduktion)

Verträumter Gothic Rock aus dem Drautal…

MELY wurden im Frühjahr 1999 im Kärtner Drautal (Österreich) gegründet und beschreiten auf ihrer zweiten Eigenproduktion „… reel through my wave“ erneut die Pfade des Gothic Rock. Der rockige Aspekt zeigt sich insbesondere in den Vocals, die meist um einiges kerniger sind als etwa bei Bands wie SILKE BISCHOFF, an die hingegen einige der Arrangements etwas erinnern. Die Produktion von „…reel through my wave“ ist in Ordnung, hätte aber etwas mehr Druck vertragen können.

Als Anspieltip sei besonders „Euphoria“ empfohlen, das – anders als es der Titel vermuten lässt – eine melancholisch stimmungsvolle Nummer ist, die ein wenig an „Everybody hurts“ von REM (zeitweise auch vom Gesang her) erinnert. Allerdings ist MELYs Song um einiges interessanter. Die gesangliche Besonderheit beschränkt sich ausserdem auf „Euphoria“. Ein weiterer gelungener Track ist „Wanna flee“, der insbesondere durch die abwechslungsreichen Vocals (gesungene und gesprochene Passagen wechseln sich ab) und die Keyboardarbeit auffällt. Stellenweise sind auf „…reel through my wave“ auch atmosphärische Ähnlichkeiten zu TIAMATs „Clouds“ zu erkennen.

Der einzige Song, der komplett aus dem Rahmen fällt und überflüssig erscheint, ist die Coverversion von „Lady in Black“ (URIAH HEEP). Die Lady in Schwarz wurde bereits an unzähligen Pfadfinderlagerfeuern besungen und geschändet. MELYs Version ist zwar kein blosser Abklatsch, doch passt sie irgendwie nicht zum Rest von „….reel through my wave“ und wirkt deplaziert. Zum Glück vermögen die nachfolgenden Songs die melancholische Atmosphäre von MELYs Werk jedoch wiederherzustellen…

Spielzeit: 50:00 Min.

Line-Up:
Andreas Mataln: Vocals, Gitarre

Peter Lengfeldner: Vocals, Gitarre

Helmut Walti: Drums

Martin Mataln: Keyboards

Daniel Huber: Bass

Produziert von Safrin Sepp, MELY
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.mely.at

Email: contact@mely.at

Tracklist:
1. I

2. Dust

3. Shadows

4. To Be

5. Euphoria

6. Lady in Black (Cover von URIAH HEEP)

7. Wanna Flee

8. My Wave

9. 9

10. 31st of April