MEAT LOAF: Couldn´t have said it better

Bei "Couldn´t Have Said It Better" kann/sollte/muss man von einem echten „Rundum sorglos“-Paket für JEDEN MEAT LOAF-Fan sprechen…

Da hat sich aber jemand Zeit gelassen. Couldn´t Have Said It Better ist das erste Studioalbum des am 27. September 1951 als Marvin Lee Aday in Dallas, Texas geborenen MEAT LOAF seit dem 96er Platin-Erfolg Welcome To The Neighborhood”. Nicht jedes seiner Alben war ein Klassiker (z.B. „Bad Attitude“, 1984 oder „Blind Before I Stop“, 1986) doch unterm Strich ist es dem singenden Schauspieler (der u.a. in „Wayne’s World“, „Fight Club“, „Der Scheinheilige“, Roadie oder – natürlich – „Rocky Horror Picture Show“ mitwirkte) bisher noch nicht gelungen, ein total beschissenes Album zu veröffentlichen. Klar, ein Klassiker wie das tatsächlich schon 25 Jahre alte „Bat out of Hell“ (verkaufte sich bis heute fast 30 Millionen Mal) bleibt unerreicht, aber mit Alben „Bat Out Of Hell II“ (1993), „Welcome To The Neighbourhood“ (1996) oder dem aktuellen Werk „Couldn’t have said it better“ ist er nicht meilenwert von der Klasse dieser Überscheibe entfernt und liefert auch ohne den kongenialen Songschreiber Jim Steinman erneut ein überdurchschnittliches Werk ab, das garantiert keinen Fan enttäuschen dürfte. Unterstützt von echten Könnern wie den Schlagzeugern Kenny Aronoff (u.a. Celine Dion. Michelle Branch, John Fogerty, Melissa Etheridge) und John Miceli (war schon auf „Welcome to the Neighborhood“ zu hören), den Gitarristen Tim Pierce (u.a. Celine Dion, Christina Aguilera, Tina Turner, Michael Jackson) und Michael Thompson (u.a. Britney Spears, Christina Aguilera, Joe Cocker, Richard Marx), Basser Kasim Sulton (u.a. Celine Dion, Steve Stevens, Joan Jett), Produzent Peter Mokran (auch Gitarre & Programming, u.a. Christina Aguilera, Aaliyah, Whitney Houston, ´N Sync) und den Pianisten Aaron Zigman (u.a. Christina Aguilera, Anastacia, Steve Lukather, Seal) und Tom Brislin (u.a. Yes, Glen Burtnik und „with MEAT LOAF since mid 1998“) ist es glücklicherweise hier nicht so, dass viele Köche den Brei verderben. MEAT LOAF macht weiterhin das, was ihn berühmt, reich und bekannt gemacht hat. Nur möchte ich das in seinem Falle nicht Abklatsch, sondern „eigener Stil“ nennen. Die Songs wurden Herrn Aday von Leuten wie Nikki Sixx (Mötley Crüe), Billy Rankin (ist das der Nazareth-Gitarrist??), Diane Warren (arbeitete auch für u.a. Cher, Joe Cocker, Olivia Newton-John oder Mariah Carey), Kevin Griffin von Better Than Ezra und dem mir bis dato unbekannten James Michael (der einen Großteil des Songwritings übernahm) auf seinen immer noch mächtigen Leib geschrieben. Und wie fast immer gilt die Devise „Big, Bigger, MEAT LOAF“. Die wirklich perfekt arrangierten Songs (die eigentlich eher die Bezeichnung „Mini-Oper“ verdient hätten) triefen über die gesamte Spieldauer (57:33 Min.) vor Bombast, Pathos, gefühlvollen Piano- und Streicherklängen, oft wirklich fetten Riffs, monströsen Refrains und der nötigen (??) Portion Schmalz, Dramatik und Theatralik. Das Album, dessen zentraler, textlicher roter Faden wohl das Thema „Liebe“ sein dürfte, bietet für jeden etwas, denn während mich bei „Testify“ mein 12-jähriger Sohn fragte, aus welchem Musical dieses Stück stammt, sind „Tear me Down“ (mit weiblichem Sprechgesang), „Do it“ oder der fast schon als durchgeknallt zu bezeichnende Hiddentrack am Ende der Scheibe einfach nur knackige Hardrocksongs der alten Schule. Bob Dylans Forever Young wurde – dank der melancholischen Geigenklänge – zu einer herzzerreissenden Ballade, und auch You´re Right, I Was Wrong oder Why Isn´t That Enough sind eher in der Kategorie „Schmusemuse“ anzusiedeln. Der Titelsong „Couldn’t Have Said It Better“ ähnelt dagegen dem Megahit „I Would Do Anything For Love”, was wohl nicht nur daran liegen dürfte, daß Duettpartnerin Patti Russo bei diesen beiden Stücken zu hören ist. Einen echten Schwachpunkt konnte ich nicht ausmachen, so dass man bei Couldn´t Have Said It Better von einem echten „Rundum sorglos“-Paket für JEDEN MEAT LOAF-Fan sprechen kann und sollte.

Spielzeit: 57:33 Min.

Line-Up:
Meat Loaf

sowie etliche Studiomusiker

Produziert von Peter Mokran
Label: Polydor (Universal)

Homepage: http://www.meatloaf-oifc.com

Tracklist:
1.Couldn´t Have Said It Better

2.Did I Say That?

3.Why Isn´t That Enough?

4.Love You Out Loud

5.Man Of Steel

6.Testify

7.Tear Me Down

8.You´re Right, I Was Wrong

9.Because Of You

10.Do It!

11.Forever Young