MEAT LOAF : Bat Out Of Hell

Auch nach einem Vierteljahrhundert ist „Bat out of Hell“ (das sich satte 82 Wochen in den US Billboard Charts und mehr als sechs Jahre in der UK Hitliste der meistverkauften Alben aller Zeiten hielt) ein Musterbeispiel für das perfekte Zusammenspiel von Rock, Bombast, Musical-Flair, Kitsch, Kommerz und Klassik – und gehört in JEDE CD-Sammlung!

The sirens are screaming and the fires are howling, way down in the valley tonight – wer kennt diese Textzeile nicht? Und überhaupt, was soll man zu einem Album schreiben, das sich bis zum heutigen Tage weit über 30 Millionen Mal verkauft hat und von – ich schätze mal grob – mindestens der doppelten Anzahl von Menschen schon mal gehört wurde.

Das Album entstand in der erstmaligen Zusammenarbeit mit Jim Steinman (der das komplette Songwriting übernahm) und Todd Rundgren, der die Produktion, den Mix, das Engineering und das Einspielen der Gitarre(n) übernahm (und Jahre später für/mit CELINE DION, CHEAP TRICK oder PATTI SMITH arbeitete).

Weiterhin waren absolute Koryphäen wie Drummer Max Weinberg (u.a. BRUCE SPRINGSTEEN, BARBRA STREISAND), Keyboarder Roy Bittan (u.a. CELINE DION, BRUCE SPRINGSTEEN, STEVIE NICKS), Basser Kasim Sulton (u.a. JOAN JETT, CELINE DION, STEVE STEVENS), Sängerin Ellen Foley (u.a. THE CLASH, BLUE ÖYSTER CULT, IAN HUNTER) oder Gast-Saxophonist Edgar Winter (u.a. TINA TURNER, RICK DERRINGER) am Einspielen dieser Songs beteiligt – und an der Leistung eines jedes Einzelnen gibt es auch über 25 Jahre nach dem regulären Release nichts, aber auch gar nichts zu kritisieren.

Auch die Songs klingen über ein Vierteljahrhundert, nach dem sie Herrn Steinmans Hirn entsprangen, alles andere als altbacken oder verstaubt. Gibt es einen bombastischeren Rocksong als das (fast) zehnminütige Titelstück? Okay, Bohemian Rhapsody von QUEEN vielleicht (aber nur vielleicht!) Oder die – zugegebenermaßen – fast schon die Grenze zum Kitsch überquerenden Balladen Heaven can Wait, For Crying out Loud (mit Bombast, Streichereinsatz, Pianoklängen) oder das kraftvolle Two out of three ain´t bad – wann gab es jemals eine gelungenere Gratwanderung zwischen Kitsch und Kunst? Oder Paradise by the Dashboard Light – ein Song, der alle Meat Loaf-Trademarks enthält und mehr Mini-Oper als Song ist. Selbst All Revved Up With No Place To Go, das erdigste und rock´n’´rolligste Stück des Albums fällt nicht durch das Qualitätsraster, was natürlich auch für You Took The Wordsright Out Of My Mouth (Hot Summer Night) gilt – ein radiotaugliches, bombastisches und mitreissendes Stück, das nicht nur jeder kennen dürfte, nein sogar kennen sollte.

Achja, das Album kommt hier als pralle 25th Anniversary Edition, was nichts anderes heißt, dass das Album um drei (allerdings entbehrliche) Tracks (einer elfminütigen Liveversion des Titeltracks, dem Live-Intro Great Boleros of Fire und der bekannten Studiofassung von Dead Ringer for Love“ – vom 81er Dead Ringer-Album) auf eine Gesamtspieldauer von 66:19 Minuten aufgestockt wurde.

Des Weiteren liegt dem Album die Hits out Hell-DVD (!!!) bei, die die Clips zu Songs wie I´m Gonna Love Her for Both of Us, More Than You Deserve, Read ´Em and Weep (von Dead Ringer, 1981), Bat Out Of Hell, You Took The Words Right Out Of My Mouth (Hot Summer Night), Two Out Of Three Ain´t Bad, Paradise By The Dashboard Light (von Bat out Hell), Razor´s Edge und If You Really Want To (von Midnight At The Lost And Found, 1983) enthält.

Okay, die Machart der Clips entspricht sicherlich nicht mehr dem heutigen Standard, aber da man diese Klassiker wohl kaum auf den bekannten Kanälen zu sehen bekommen wird, ist das eine willkommene Beilage, zumal die DVD digitally remastered und mit Dolby Digital 5.1 Surround Sound ausgestattet wurde.

Fazit: Auch nach einem Vierteljahrhundert ist Bat out of Hell (das sich satte 82 Wochen in den US Billboard Charts und mehr als sechs Jahre in der UK Hitliste der meistverkauften Alben aller Zeiten hielt) ein Musterbeispiel für das perfekte Zusammenspiel von Rock, Bombast, Musical-Flair, Kitsch, Kommerz und Klassik – und gehört in JEDE CD-Sammlung!

Veröffentlichungstermin: 31.03.2003 (Re-Release)

Spielzeit: 66:19 Min.

Line-Up:
Vocals: Meat Loaf

Guitar: Todd Rundgren

Piano: Roy Bittan, Sever Margoshes, Cheryl Hardwick

Bass: Kasim Sultan

Drums: Max Weinberg, John Wilcox

Saxophone: Edgar Winter

Keyboards: Jim Steinman, Roy Bittan, Jim Steinman

Synthesizer: Roger Powell

String Arrangement : Ken Asher

Background Vocals: Rory Dodd, Todd Rundgren, Ellen Foley, Marvin Lee

Lascivious Effects: Jim Steinman

Baseball Play-by-Play: Phil (Scotter) Rizzuto (All-star Yankee shortstop and voice of the New York Yankees)

Produziert von Todd Rundgren
Label: Epic / Sony Music

Homepage: http://www.meatloaf.net

Tracklist:
Disc 1 (CD)

1. Bat Out Of Hell

2. You Took The Words Right Out Of My Mouth

3. Heaven Can Wait

4. All Revved Up With No Place To Go

5. Two Out Of Three Ain´t Bad

6. Paradise By The Dashboard Light

7. For Crying Out Loud

8. Great Boleros Of Fire (Live Intro)

9. Bat Out Of Hell (Live)

10. Dead Ringer For Love (with Cher)

Disc 2 (DVD)

1. Bat Out Of Hell

2. Read ´Em And Weep

3. Two Out Of Three Ain´t Bad

4. Razor´s Edge

5. More Than You Deserve

6. I´m Gonna Love Her For Both Of Us

7. If You Really Want To

8. You Took The Words Right Out Of My Mouth

9. Paradise By The Dashboard Light