KOTIPELTO: Waiting for the Dawn

Auch ohne Beteiligung Timo Tolkki´s kann es wie und nach STRATOVARIUS klingen. Beweis : Das erste Solowerk von Timo Kotipelto!!

In der Regel braucht man Soloalben von Musikern bekannter Bands eher nicht, da sie sich sehr oft nicht von dem Stil ihres Hauptarbeitgebers unterscheiden oder weil sie kompositorisch so übel sind, das man dankbar ist, dass sie bei ihren Stammformationen nicht (oder nur zu wenig) am Songwriting beteiligt werden. Bei Timo Kotipelto ist es so, dass er eigentlich nicht mehr als der Sänger von STRATOVARIUS ist. Einer Band, in der Gitarrist Timo Tolkki die meisten Songschreiber-Fäden fest in seinen Händen hält. Doch Timo, der immerhin fünf Jahre in Helsinki Gesang studierte, beweist auf seinem ersten Soloalbum, dass er es auch alleine packen kann. Unterstützt wurde er dabei – Achtung, jetzt kommt erstklassiges Namedropping – an der Gitarre von Mike Romeo (Symphony X), Roland Grapow (Ex-Helloween) und Sami Virtanen (Warmen). Den Bass zupfte Band-Kollege Jari Kainulainen, die Drums wurden von HIM’s Gas und Warmen’s Mirka Rantanen eingetrommelt und die Keyboards wurden von Mikko Harkin (Sonata Artica) und Janne Wirmen (Children of Bodom, Warmen) eingespielt. Nichts zu meckern gibt’s auch am Sound, denn das von Herrn Kotipelto produzierte Album wurde nicht nur in den Finnvox-Studios gemastered (von Mika Jussila), sondern auch dort gemischt (von Mikko Karmila). Und auch das Coverartwork von Iron Maiden-Haus-und-Hof-Zeichner Derek Riggs passt perfekt zum textlichen Konzept der Scheibe, das auf ägyptischer Mythologie und Geschichte basiert (Zwei Themen für die sich Timo schon lange interessiert). Musikalisch sind die Unterschiede zu STRATOVARIUS natürlich (??!!) nicht wirklich groß, denn Songs wie “Travel Through Time”, “Beginning”, ”Lord of Eternity“, ”Knowledge and Wisdom”, ”Battle of the Gods” oder die Ballade ”Beauty Has Come” würden auch auf einer STRATOVARIUS-Scheibe nicht wie Fremdkörper wirken. Das heißt, den Käufer/Hörer erwartet melodischer Power Metal mit vielen ausufernden Keyboardpassagen, harten Gitarrenriffs, eingängigen Melody-Lines und einen Sänger, der zwar Klasse hat/ist, den ich aber auf Dauer mit seinem hohen Gesang etwas zu anstrengend finde. Etwas aus der Stil-Reihe tanzen ”Chosen by Re” (mit leichtem orientalischen Flair, der längste Song der Scheibe) und ”Arise“ (erinnert mich etwas an Deep Purple in der “Perfect Strangers”-Ära gepaart mit schwereren Sabbath-Riffs) und das ruhige – die Platte beschließende – ”Movement of the Nile”, mit denen Timo beweist, daß er auch außerhalb des STRATOVARIUS-Stils eine gute Figur macht. Kann man – nicht nur als Fan der Kotipelto- Stammband – haben.

Spielzeit: 52:22 Min.

Line-Up:
Timo Kotipelto – Vocals

und Gastmusiker (siehe Review)

Produziert von Timo Kotipelto
Label: Century Media

Homepage: http://www.kotipelto.com

Tracklist:
Intro

Travel Through Time

Beginning

Lord of Eternity

Knowledge and Wisdom

Battle of the Gods

Beauty Has Come

Vizier

Chosen by Re

Waiting for the Dawn

Arise

Movement of the Nile