IOMMI: The 1996 Dep Sessions With Glenn Hughes

Jeder Track ist/hat Klasse und dürfte Fans von BLACK SABBATH und GLENN HUGHES gleichermassen gefallen.

Ich bin wirklich ein treuer Anhänger von BLACK SABBATH. Und ja, ich halte OZZY OSBOURNE für den einzig wahren BLACK SABBATH-Sänger. Ich bin aber weder ein Sturkopp, noch bin ich taub. Deshalb kann ich problemlos zugeben, dass auch die Scheiben nach dem Ozzy-Ausstieg (zumindest teilweise) von hoher Qualität waren. Abgesehen von den Scheiben mit Ronnie James Dio

(Heaven And Hell – 1980, Mob Rules – 1981), Alben wie das 1989er Headless Cross (mit Tony Martin am Mikrophon) und natürlich Born Again (warum zur Hölle wird dieses von Ian Gillan eingesungene Album aus dem Jahre 1983 eigentlich so stiefmütterlich behandelt?) war es besonders das im Jahre 1986 veröffentlichte und von GLENN HUGHES eingesungene Seventh Star-Album, das ich zu meinen Favoriten zähle.

Dieses war ursprünglich als Soloalbum geplant, erschien aber aus marketingtechnischen Gründen schließlich unter dem Namen BLACK SABBATH feat. Toni Iommi. Mir war/ist es allerdings scheißegal, welcher Name auf einem Cover steht – die Musik zählt und die war/ist absolut erstklassig. Warum ich all das hier erzähle? Nun, weil jetzt quasi der Nachfolger dieses Albums vorliegt. Zwar existierten von diesen Songs bereits diverse Bootlegs (u.a. unter dem Namen Eighth Star), aber nun liegen The 1996 Dep Sessions als offizielle CD vor – und dieses Mal durfte und konnte der mittlerweile 56-jährige Tony Iommi das Album unter seinem Namen veröffentlichen.

Und so zeitlos, wie BLACK SABBATH schon immer klangen, klingen auch diese acht Stücke, die von GLENN HUGHES auf gewohnt eindrucksvolle Art und Weise eingesungen wurden. Ursprünglich wurde die Scheibe mit Keyboarder Don Airey und Geoff Nicholls bzw. Ex-JUDAS PRIEST/TRAPEZE-Schlagzeuger Dave Holland eingespielt. Doch für diese Veröffentlichung wurden die Drumspuren von Jimmy Copley (der auch das Iommi-Album eintrommelte) neu eingespielt. Ob die Verurteilung Dave Hollands (zu einer achtjährigen Haftstrafe) wegen mehrfacher versuchter Vergewaltigung eines geistig behinderten und erst 17-jährigen Jungen mit der Neueinspielung der Drum-Parts damit zu tun hat?

Kann schon sein, ist aber völlig irrelevant, denn die Songs sind gut – egal, welcher Trommler sie eingespielt hat. Man kann auch nicht sagen, dass die Songs nach BLACK SABBATH oder GLENN HUGHES klingen, denn dafür sind die schwere Gitarre und der soulige Gesang einfach zu charismatisch und unverkennbar. Natürlich drückt Herr Hughes den Songs durch seine einzigartige und charismatische Stimme (s)einen Stempel auf, aber das ändert nichts an der Klasse des Songmaterials, das natürlich auch vom prägnante Gitarrenspiel Herrn Iommis dominiert wird.

Egal, ob man jetzt Gone” (ein kraftvoller Rocker) bzw. From Another World” (mit einigen akustischen Gitarrenklängen, Laut/Leise) als Anspieltipp nennt oder I’m Not The Same Man” (der einzige etwas flottere Track der Scheibe) bzw. Time Is The Healer” (ein Highlight dieser Scheibe, ein kraftvoller Rocker) hervorhebt – jeder dieser Tracks ist/hat Klasse, die Fans von BLACK SABBATH und GLENN HUGHES gleichermassen gefallen dürften.

Zwar dürfte die Anschaffung dieses Albums (dem man nicht anhört, dass die Song schon etwa acht Jahre alt sind) aufgrund der Spielzeit von mageren 37:46 Minuten etwas schwerfallen, aber aufgrund der Qualität des Songmaterials lohnt sich jeder Cent.

Lieber 37:46 Minuten gute, als siebzig Minuten schlechte oder durchschnittliche Musik.

Veröffentlichungstermin: 11.10.2004

Spielzeit: 37:46 Min.

Line-Up:
Tony Iommi – Guitars

Glenn Hughes – Vocals, Bass

Jimmy Copley – Drums

Don Airey – Keyboards

Geoff Nicholls – Keyboards

Produziert von Tony Iommi & Mike Exeter
Label: Mayan Records / Sanctuary Records

Homepage: http://www.iommi.com

Tracklist:
Gone

From Another World

Don´t You Tell Me

Don´t Drag The River

Fine

Time Is The Healer

I´m Not The Same Man

It Falls Through Me