INTO ETERNITY: The Incurable Tragedy

Trotz oder gerade wegen drei fieser Schicksalschläge wachsen Tim Roth und seine Mannen auf "The Incurable Tragedy" hörbar weiter zusammen und präsentieren ein Werk, das alle Anhänger der Vorgängerscheiben begeistern wird.

Eigentlich hätte es Tim Roth in den letzten beiden Jahren kaum besser gehen können. Nach dem bis heute grandiosen Geniestreich Buried in Oblivion konnten auch mehrere Besetzungswechsel den Erfolg des Nachfolgers The Scattering of Ashes nicht schmälern. Im Gegenteil: INTO ETERNITY konnten ihren Status unter allen Prog-, Death-, Power- und Heavy Metal-Freaks weiter ausbauen und kurz darauf winkten die ersten großen Tourneen mit Bands wie MEGADETH und DREAM THEATER. Doch das Leben kann so grausam sein, im Falle des sympathischen Band(glatz-)kopfs bedeutete dies gleich drei Todesfälle, zwei Freunde und der Vater fielen ihrem jahrelangen Krebsleiden zum Opfer. Drei Verluste, die Roth auf vorliegender Veröffentlichung The Incurable Tragedy in drei Teilen zum textlichen Konzept werden ließ.

Um gleich eines klar zu stellen: Jeder Schrei nach Vermarktung eines persönlichen Schicksals ist hier vollkommen fehl am Platze, schon ein Blick ins liebevoll gestaltete Booklet lässt klar werden, dass Roth mit seinen Texten notwendige Trauerarbeit geleistet hat. Hier werden keine Details ausgelassen, sowohl musikalisch als auch lyrisch zeigen die zwölf Stücke die gesamte Grässlichkeit einer unheilbaren Tragödie auf, dokumentieren den Leidensweg von der Diagnose bis hin zum qualvollen Ableben, der auch vor den Angehörigen leider nicht halt machen kann. Gipfelpunkte des Textkonzepts sind die drei The Incurable Tragedy-Stücke, deren Titel jeweils um das Todesdatum der besungenen Personen ergänzt wurden. Hervorragend setzt sich der nicht mehr ganz so neue Sänger Stu Block, aus dessen Feder ebenfalls einige Textpassagen stammen, mit all dieser Thematik auseinander und wer auf letztem Output tatsächlich noch Zweifel über seine Sangeskunst gehabt haben mag, der wird durch Knaller wie Diagnosis Terminal (einen besseren Song hat die Band seit der Bandoffenbahrung Isolation nicht mehr abgeliefert!) und Indignation hoffentlich endlich eines besseren belehrt. Müsste man die Spannweite zwischen den markerschütternden Screams, dem haushohen cleanen Leadgesang und teilweise an ROB HALFORD erinnernde Einsprengsel mit den Armen aufzeigen, so müsste man entweder Peter Crouch heißen oder einen Besenstiel zu Hilfe nehmen.

Zwar ist Tides of Blood ein mehr als fragwürdiger Opener. Zwar sind Produktion und Mix von Grant Hall leider ein wenig zu flach ausgefallen, um den weiter gereiften Facettenreichtum der Band eindrucksvoll in Szene zu setzen. Dennoch knüpfen INTO ETERNITY auf eindrucksvolle Art und Weise genau dort an, wo man mit The Scattering of Ashes bereits alle Anhänger der bandinternen Jahrhundertscheibe Buried in Oblivion begeistern konnte. Da INTO ETERNITY eine Formation zu sein scheint, der auch noch so brutale Schicksalsschläge nichts anhaben können, sondern die Musiker stattdessen noch hörbar zusammenschweißen, muss man sich um die Zukunft der Kanadier jedenfalls keine Sorgen machen…

Veröffentlichungstermin: 22.08.2008

Spielzeit: 38:56 Min.

Line-Up:
Stu Block – lead clean/death vocals
Tim Roth – clean vocals, guitars
Justin Bender – guitars
Troy Bleich – bass
Steve Bolognese – drums

Produziert von Grant Hall & John Gasparic
Label: Century Media

Homepage: http://www.intoeternity.net

MySpace: http://www.myspace.com/officialintoeternity

Tracklist:
01. Prelude to Woe
02. Tides of Blood
03. Spent Years of Regret
04. Symptoms
05. Diagnosys Terminal
06. The Incurable Tragedy I (September 21, 2006)
07. Indignation
08. Time Immemorial
09. The Incurable Tragedy II (November 10, 2006)
10. A Black Light Ending
11. One Funeral Hymn for Three
12. The Incurable Tragedy III (December 15, 2007)