ILIUM: Vespertilion

Vierte VÖ der australischen Epic Metaller und wieder mal absolut empfehlenswert.

Ganz schön fleißig darf man ILIUM nennen, die seit 2002 immerhin vier Veröffentlichungen vorweisen können und laut Mainman, Gitarrist und Fantasyauthor Jason Hodges die nächste CD Ageless Decay auch schon in der Mache haben.
Das aktuelle Album Vespertilion mit dem inzwischen wieder ausgestiegenen Lord Tim (DUNGEON) am Mikro ist im Vergleich zum Vorgänger Permian Dusk um eine Spur härter und schneller ausgefallen. Es sind zwar noch immer genügend getragene Momente vorhanden, trotzdem preschen ILIUM öfter mal gut nach vorne los, wie bereits im Opener Solar Amplexus oder aber auch bei Drilling Through A Proton und beim sehr europäisch klingenden Futility deutlich wird.
Ihre stärksten Momente haben die Australier aber nach wie vor dann, wenn die Epik ins Spiel gebracht wird, wie z.B. beim tollen, orchestral wirkenden Refrain von Undergods oder dem von sehr geilen Doppelleads dominierten, abschließenden Romulus And Remus.
Nach wie vor setzen ILIUM auf einfaches und prägnantes Riffing, melodische Leads und eingängige Melodien, auch ein leichter NWOBHM-Einfluss ist nicht zu verleugnen. Die Kombination aus den genannten Elementen lässt die Band sehr eigenständig klingen, denn obwohl stilistisch nichts geboten wird, was man nicht schon von irgendwo her kennt, klingen ILIUM somit irgendwie unverwechselbar.

Was den Gesamteindruck etwas trübt, ist das etwas zu simpel wirkende, schwer nach Computer müffelnde Drumming. Da die restlichen Instrumente nämlich wirklich sehr basisch klingen, passt das so gar nicht dazu und da mit Fills nur sehr spärlich umgegangen wird, liegt der Verdacht nahe, dass Drummer Tim Yatras ein Stiefbruder von Angelo Sasso sein könnte.
Das trotz einiger kleiner Hänger wie seither auch starke Songmaterial stimmt jedoch schnell wieder versöhnlich und macht Vespertilion für mich zum besten Album seit dem fetten Zweitling Sirens Of The Styx. Das gelungene Coverartwork fügt dem eh schon sehr guten Gesamteindruck dann noch das gewisse i-Tüfelchen hinzu, deswegen sollten traditionelle Banger mit Hang zum Epic Metal in jedem Fall mal lauschen!

Veröffentlichungstermin: 01.12.2007

Spielzeit: 62:45 Min.

Line-Up:
Lord Tim – vocals
Jason Hodges – guitar, backing vocals
Adam Smith – guitar, bass, keys
Tim Yatras – drums

Label: Just Say Rock Records
MySpace: http://www.myspace.com/iliummetal

Tracklist:
01. Solar Amplexus
02. Undergods
03. Desinence: Beowulf And The Serpent
04. Drilling Through A Proton
05. Parasite In Calvary
06. Futility
07. Black Abyss
08. Beowulf: The Peroration
09. Vespertilion
10. Romulus And Remus