HOUSE BY THE CEMETARY: Rise of the Rotten

Benannt nach dem legendären Fulci-Horrorfilm der 80er erblickt dieser Tage “Rise of the Rotten” von HOUSE BY THE CEMETARY das Grablicht der Welt. Hinter dieser Formation verbergen sich keine Jungspunde, sondern Veteranen der (Schweden) Death-Metal-Szene. Mike Hrubevcak kennt man als Frontsau von MONSTROSITY, Matthias Fiebig trommelt fröhlich bei PAGANIZER und einen ROGGA JOHANSSON muss man nicht wirklich vorstellen, hat der alte Recke doch gefühlt in fast jedem Old-School-Death-Metal-Projekt seine Fingerchen im Spiel. Was also kann oder soll man von einer All-Star-Band erwarten, wenn sie dieser Tage ein “Rise of the Rotten” betiteltes Album veröffentlicht?

Wo Old-School drauf steht, ist auch Old-School drin

HOUSE BY THE CEMETARY jagen uns in knapp mehr als einer halben Stunde neun Old-School-Swedish-Death-Metal Granaten allererster Güteklasse um das verrottete Haupt. Das Gaspedal ist meistens durchgedrückt, die HM-2-Säge arbeitet sich durch die Knochen und typisch schleppende und groovende Parts lockern die Gruftstücke auf – und ab und an geben die Jungs Vollgas. Beispielsweise im Titeltrack, der den Reigen mustergültig eröffnet. Wer dort keine Todeshummeln im Hintern spürt, der hat Death Metal einfach nicht verstanden. Was HOUSE BY THE CEMETARY von anderen Kapellen unterscheidet, ist die völlige Ungezwungenheit – ja fast eine Fuck-Off Attitüde an alle, die irgendwelche Spielereien oder technische Sperenzchen erwartet haben. Hier gibt es genau das, was sie am besten können und das in Reinform.

Jeder Schuss ein Elch-Treffer

Mike rotzt und röhrt wie ein Derwisch und das dermaßen artikuliert, dass ein geschultes Ohr der Lyrik leibhaftig beiwohnen kann. Was für den Titeltack gilt, lässt sich auf jede weitere der übrigen acht Krachschwarten übertragen. Die gesamte Palette an 90er Referenzen wird hier abgefrühstückt: Über ENTOMBED, alte GRAVE und UNLEASHED bis hin zu DISMEMBER ist alles dabei und natürlich bleibt nicht unbemerkt, dass zwei PAGANIZER Mitglieder die Instrumente traktieren. Im Unterschied zu den modernen Elchtötern von LIK arbeitet man hier aber weniger in der melodischen Liga sondern subtiler mit der Melodieführung. Bestes Beispiel dafür bietet der Track “Into the Murky Depths”. Weitere Anspieltipps sind “Defleshed By The Seasons” mit sensationeller Raserei im Mittelteil, das Highspeed-Brett “The Wretched One” und der fast epische Rausschmeisser “March of the Undead”.

Was zum Klassiker unter den Klassikern noch fehlt, ist dieser eine richtige Ohrwurm, den man mit der Band verbindet und laut skandierend bei jedem Live-Set als Zugabe einfordert. Aber das schmälert in keiner Weise den Genuss von “Rise of the Rotten”. Fans der genannten Bands können blind zugreifen und sich auf 30 Minuten ehrliche Schwedenhobelei freuen.

VÖ.: 23.04.2021

Label: Pulverised Records

Line-up:
Mike Hrubovcak: Vocals
Rogga Johansson: Guitars & Bass
Matthias Fiebig: Drums

HOUSE BY THE CEMETARY “Rise of the Rotten” Tracklist

01. Rise Of The Rotten (Video auf YouTube)
02. Contagious Madness
03. Crematory Whore
04. Defleshed By The Seasons
05. A Morbid Scent (Video auf YouTube)
06. Into The Murky Depths
07. Eaten By The Horrid
08. The Wretched One
09. March Of The Undead