HIM: Uneasy Listening Vol. 1&2

HIM: Uneasy Listening Vol. 1&2

Über HIM brauche ich wohl keine großen Worte mehr verlieren. Diese Band genießt seit ca. einem Jahrzehnt große Aufmerksamkeit in den Medien aber auch bei Freunden der musikalischen Gotik. Dies liegt natürlich allen voran an Ville Valo, dem charismatischen Frontmann der Finnen, der in der Tat zu den schillerndsten Persönlichkeiten gehört, die das harte Genre in den letzten 15 Jahren hervorgebracht hat.
Aufgrund dieser Popularität ist es dann auch nie verkehrt, vor Weihnachten noch schnell eine Best Of oder ähnliches auf den Markt zu schmeißen, denn es könnte ja noch der eine oder Euro dazu verdient werden. So wird sich auch die hierfür verantwortliche Plattenfirma gedacht haben. Aber dieses Spielchen erleben wir ja auch alle Jahre wieder, deshalb ist es nahezu schon müßig, es zu kritisieren.
Bei der Songauswahl gibt es hingegen keinen Grund zur Kritik. Uneasy Listening Vol. 1&2 enthält alle Hits der Lovemetaller, jedoch nicht in ihren ursprünglichen Albumversionen, sondern in Remixen, Liverversionen, akustischen Versionen etc.. Das alles zusammen ergibt letztlich einen kunterbunten Blumenstrauß aus HIM-Klassikern in den unterschiedlichsten Klangbildern. Eigentlich getrennt voneinander veröffentlicht, beinhaltet die blaue und zugleich erstgeborene CD eher ruhiges Material, von dem z.B. die zuckersüße Version von Close to the flame für Gänsehaut sorgen kann. Aber auch Buried alive by love oder aber die akustische Fassung von The funeral of hearts wissen in ihrem zweiten Gewand zu überzeugen. Das gilt mehr oder weniger auch für alle anderen Kompositionen, es wäre aber rahmensprengend und wohl auch ermüdend, jetzt alle Songs vorzustellen. Es ist kein wirklicher Ausreißer nach unten dabei, dafür wie bereits angedeutet ein paar nach oben!
Für die rote, später veröffentlichte CD gilt im Prinzip das gleiche, was die Qualität betrifft. Vom Härtgerad wurde aber zudem eine gehörige Schippe draufgelegt, was vor allem den Fans der ersten beiden Alben gefallen sollte. Hervorzuheben sind das TURBONEGRO-Cover Rendezvous with anus, das zuvor nur auf einem TURBONEGRO-Tribute erhältlich war, die deftige Version von Beautiful und die Live-Coverversionen von Hand of doom (BLACK SABBATH) und Sailin` on (BAD BRAINS). Die Livefassungen ihrer eigenen Evergreens können leider nicht derart überzeugen, fehlt diesen doch ein wenig die erforderliche Härte, da die Keyboards viel zu weit in den Vordergrund gemischt wurden. Unbedingt zu erwähnen ist noch die das Album abschließende 8-Minuten-Version von Pretending, bei der HIM einen deftigen und chaotischen Jam auf die Hörerschaft zu lassen, der es in sich hat. Im Großen und Ganzen ist auch die zweite CD gut gelungen, was allerdings beim kleinen Bruder zu bemängeln ist, ist die Spielzeit, die nicht vollends ausgereizt wurde, so wie beim ersten Teil.
Auch wenn einige der Stücke, die hierauf angeboten werden, nunmehr zum 4. Mal wiederveröffentlicht werden (zuerst als Single B-Seite, dann in der Singles Collection, daraufhin auf den separaten Uneasy Listening-Veröffentlichungen und schließlich auf der Doppel-CD, die hier vorliegt), kann man von einer gelungenen, aber auch leicht überflüssigen Veröffentlichung sprechen. Nur gut, dass die Plattenfirma darauf verzichtet hat, die Compilation mit Bonus Tracks zu versehen, denn dann wären all die, die wieder sofort in den Laden stürmten, als die Einzel-CDs unters Volk gelassen wurden, nicht zum ersten Mal geprellt worden, weil später noch eine Special Edition mit reichhaltigem Bonusmaterial erschienen ist.
Fazit: Die Zusammenstellung ist wirklich gelungen und dürfte keinen HIM-Anhänger enttäuschen, da von hart bis soft die ganze Bandbreite abgesteckt ist. Wer also noch keine der beiden Einzel-CDs im Schrank stehen hat, kann sich diese 2CD-Edition zulegen, weil diese billiger ist, wer schon einen der Brüder besitzt, kann sich den zweiten einzeln kaufen ohne Abstriche machen zu müssen, und wer bereits blau und rot zu Hause hat, muss sich auch nicht ärgern, da auf dem Re-Release nix Neues hinzugekommen ist. Eine runde Sache also, auch wenn das Gesicht der Überflüssigkeit nicht ganz hinter dem Schleier der schicken Digipack-Aufmachung verborgen werden kann.

Veröffentlichungstermin: 09.11.2007

Spielzeit: Gesamt: 137:31 Min.

Line-Up:
Gesang: Ville Valo
Gitarre: Mikko Lindström
Bass: Mikko Paananen
Schlagzeug: Mika Karpinen
Keyboard: Jani Purttinen

Produziert von Mika Jussila
Label: Sony BMG Music Entertainment

Homepage: http://www.heartagram.com

Tracklist:
CD1 (75:02 Min.):
1.The sacrament (Disrhythm remix)
2.The funeral of hearts (Acoustic version)
3.Join me in death (Strongroom mix)
4.Close to the flame (The rappula tapes)
5.In joy and sorrow (String version)
6.It`s all tears (drown in this love) (Unplugged radio live)
7.When love and death embrace (AOR radio mix)
8.Buried alive by love (Deliverance version)
9.Gone with the sin (O.D. version)
10.Salt in our wounds (Thulsa doom version)
11.Please don`t let it go (Acoustic version)
12.One last time (Rockfield madness version)
13.For you (Unplugged radio live)
14.The path (P.S. version)
15.Lose you tonight (Thulsa doom extended dub)

CD2 (62:29 Min.):
1.Buried alive by love (Gig version)
2.Rendezvous with anus
3.Sigillum diaboli (Studio live evil)
4.I love you (White house version)
5.The beginning of the end (Sad damn version)
6.Again (Hollovlad tapes)
7.Wicked game (Live in Turku)
8.Soul on fire (Erich Zann`s supernatural mix)
9.Beautiful (Hollovlad tapes)
10.Endless dark (Gig version)
11.Hand of doom (Live in Turku)
12.Right here in my arms (Live in Turku)
13.Sailin` on (Live in Turku)
14.Pretending (Cosmicpope jam version)