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TYPE O NEGATIVE: Bloody Kisses

TYPE O NEGATIVE: Bloody Kisses

1993 meldete sich Peter Steele zurück – und zwar mit einem der beeindruckensten Alben, die ich je gehört habe. Bevor ich aber auf die Musik eingehe, ein paar Worte zu den Lyrics (vor etwas mehr als zehn Jahren geradezu ein Muß, wenn Pete Steele der Verfasser ist), denn seit den seligen der CARNIVORE-Zeiten (84-87) war Pete für eindeutig-zweideutige Texte berühmt-berüchtigt, ich denke nur an Race War, USA for USA und Jesus Hitter, vom musikalisch völlig belanglosen Retaliation-Album oder Der Untermensch vom Type 0 – Debüt, wobei aber besonders letzterer völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurde und somit nur falsch interpretiert werden konnte. Ich hatte zwar immer den Eindruck, dass Pete mit voller Absicht einen lyrischen Zick-Zack-Kurs einlegte, um ja kein Fettnäpfchen auszulassen. Zumindest auf „Bloody Kisses“ waren die Texte absolut unpolitisch – trotz eines Songs wie Kill all the white People. Dieser wurde aber nur geschrieben um zu sehen, was die Journalisten jetzt über mich schreiben. Dann war/ist da noch We hate everyone, ein Stück über die Angriffe der linken Presse gegen seine Person, das Steele mit den Worten wie können wir Rassisten sein, wenn wir alle hassen – die gesamte menschliche Rasse kommentierte. Ansonsten behandelten die Songs durchgehend das Thema „Mann und Frau“ bzw. „Liebe und Hass“. Too Late behandelte das Thema Seitensprung, dem man den Partner trotz Entschuldigung nicht verzeiht, und der genauso leiden soll, wie man selbst. Blood & Fire fragte nach dem „Warum?“ des Zerbrechens einer Liebe, von der man dachte, sie hält ewig. Christian Woman erzählte von einem Mädchen, daß aufgrund Ihrer Erziehung nie die körperliche Liebe erfahren hat, sich mit einem Kruzifix von Ihrer Wand selbstbefriedigt und dabei an Gott denkt.

Aber genug zu den Texten, schließlich gab es auch noch Musik, wegen der die „four dicks from Brooklyn“ allein schon genug Beachtung hätten finden müssen, denn es wurden im Vergleich zum Slow, Deep and Hard-Debüt einige echte Überraschungen geboten, die mit Petes Stimme anfingen. War sie in der Vergangenheit geprägt von Wut, Hass und Aggression, so klang sie auf dieser Scheibe melancholisch, traurig, düster und depressiv, was man am besten mit der DAVID BOWIE und der DANZIG singen gemeinsam Songs der SISTERS OF MERCY umschreiben kann. Die nächste Überraschung bot die Musik, die sich ebenfalls einer Wandlung unterzogen hatte. Weg vom teilweisen wüsten Gehacke der Vergangenheit, hin zu der SISTERS OF MERCY-ähnlichen Gothic-Tönen. Morbide Keyboardparts gingen über in akustische Gitarrenklänge und fanden ihre Fortsetzung in wilden Hardcore-Attacken – und all das über einen nahezu ununterbrochenen Zeitraum von dreiundsiebzigeinhalb Minuten. Kurz, knapp und zum Abschluß: Egal, wie man(n)/frau zur Person Peter Steele steht (arrogantes Arschloch, Nazi oder Provokateur? Ich weiß es nicht, und ich glaube, daß nicht mal Pete selber weiß, was er eigentlich ist/sein will), an der Musik gibt es nix zu meckern, selbst die recht schwache Produktion des Erstlings war vergessen, denn hier hört man wirklich jedes kleine Detail – und die Texte waren dieses Mal wirklich nicht mißzuverstehen!

Tracklist:
1.Machine Screw
2.Christian Woman
3.Black
4.Fay Wray Come Out And Play
5.Kill All The White People
6.Summer Breeze
7.Set Me On Fire
8.Dark Side Of The Womb
9.We Hate Everyone
10.Bloody Kisses
11.3.0.I.F.
12.Too Late: Frozen
13.Blood & Fire
14.Can´t Lose You

Veröffentlichungstermin: 2. Juni 1993
Label: Roadrunner Records (Universal)

Homepage: www.typeonegative.net