TYKETTO: Don´t come easy

Sollte Euch "Don´t come easy" irgendwo über den Weg laufen – mitnehmen! Das Album gehört ohne Zweifel in jede Sammlung von Freunden melodischen Hard`n´Heavy-Rocks.

Nach jedem Umzug (und davon gab es viele) gibt es drei Scheiben, die grundsätzlich die wieder aufgebaute Anlage einweihen und der neuen Bude die korrekten Schwingungen verpassen: DREAM THEATERs Images and words , SAINT VITUS´ Die healing sowie als Glücklichmacher Don´t come easy von den New Yorkern TYKETTO. Vor Wochen war dieses Triumvirat wieder mal aktiv, und Don´t come easy hält sich immer noch hartnäckig im Player und verlangt nach seinem verdienten Platz auf unserem Siegertreppchen.

Punktgenau in der Blütezeit des Poser- und Haarspray-Rock erschien das Debüt der sympathischen Band, die dem Rummel um die ganzen Megabands dieser Ära weitestgehend aus dem Weg ging und lieber durch coole Musik überzeugt hat. Klar gab es die üblichen MTV-Videos und einen Megahype in Japan, aber irgendwie reichte es nicht, um an die Erfolge der ganz Großen anzuschließen. So blieben TYKETTO eher ein Geheimtipp für eine auserwählte Fanschar.

Mich persönlich erinnert Don´t come easy vor allem an tolle Jahre in Hamburg, als es mit dem SOUNDS und ROXY noch richtig coole Rockdiscos gab, die Rockmiezen noch wie echte Frauen aussahen und die Typen eher nach Deo und Haarspray geduftet haben als nach Schweiß und muffigen Kutten. Entsprechend diesem Zeitgeist kommt dann auch der Sound von der Scheibe. Mit einem QUEENSRYCHE-Riff eingeleitet geht mit Forever young die Sonne auf. Der Song versprüht pure Lebensfreude, der Popo wackelt rhythmisch mit, die Haare toupieren sich selbst nach oben, das Leben kann ja so schön sein. Ähnlich beflügelnd tönt Wings, ein unbeschwerter Rocker, der einem das Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit gibt. Das härter groovende Burning down inside nicht mitzusingen geht gar nicht, ähnlich mitreißend geht es auf der ganzen Scheibe zu. Mit der wunderschönen, leicht melancholischen Ballade Standing alone hatte man auch einen Hit an Bord, der neben Forever young und Wings willkommener Dauerbrenner in den Rockdiscos war. TYKETTO rocken für eine Haarspray-Band erfreulich hart, der Sound von Don´t come easy kommt kraftvoll, die Rhythmsection drückt kraftvoll, die Gitarren sind toll gespielt und abwechslungsreich. Aushängeschild ist aber die kraftvolle Stimme von Danny Vaughn (WAYSTED), der sich in den hoch melodischen, energievollen Songs herrlich auslebt. Mit der ebenfalls tollen 94er-Scheibe Strenght in numbers konnte man nochmals für Jubel sorgen. Vaughn verließ die Band, um sich um seine kranke Ehefrau zu kümmern und bringt unter seinem Namen immer mal wieder Alben raus. Brooke St James und Michael Clayton brachten unter dem TYKETTO-Banner noch die unterbewertete Scheibe Shine heraus mit Steve Augeri (JOURNEY) am Mikro, die mit deutlichem 70er-Einschlag bei den Fans eher durchfiel. Für die konnte es TYKETTO nur mit Sänger Danny Vaughn geben. Mit dem folgenden Livealbum Take out and served up war dann schon wieder Abschied angesagt.

Die Klasse des Albums belegt die Einfuhr von Don´t come easy dann auch immer wieder deutlich. Die Scheibe ist nahezu nicht mehr zu kriegen, höchstens mal als Japan-Release und dann nicht gerade als Schnäppchen. Sollte Euch Don´t come easy aber mal irgendwo über den Weg laufen – mitnehmen! Das Album gehört ohne Zweifel in jede Sammlung von Freunden melodischen Hard`n´Heavy-Rocks. Strenght in numbers könnt Ihr dann natürlich auch gleich mitnehmen. Seit 2004 sind TYKETTO wieder mehr oder weniger aktiv mit Liveshows, was irgendwann auf eine Neuauflage des Backing-Kataloges hoffen lässt.

Veröffentlichungstermin: 1991

Spielzeit: 46:58 Min.

Line-Up:
Danny Vaughn: Vocals, Acoustic Guitar
Brooke St James: Guitar, Vocals
Jimi Kennedy: Bass, Vocals
Michael Clayton: Drums, Vocals

Produziert von Richie Zito
Label: David Geffen Company

Homepage: http://www.tyketto.com

MySpace: http://www.myspace.com/tykettoband

Tracklist:
1. Forever young
2. Wings
3. Burning down inside
4. Seasons
5. Standing alone
6. Lay your body down
7. Walk on fire
8. Nothing but love
9. Strip me down
10. Sail away