"Grima - Nightside" Artwork

GRIMA: Nightside

Für ein Atmospheric Black Metal-Album ist „Nightside“ überaus harmonisch angelegt. Punkten können GRIMA daher vor allem mit einer dichten, heimeligen Atmosphäre.

Ein wenig Stirnrunzeln darf erlaubt sein, wenn eine Underground-Formation zum namhaften Label wechselt und plötzlich eine Vorliebe für kompaktere Songstrukturen entwickelt. Wobei selbst das natürlich relativ ist, denn obgleich GRIMA keine neunminütigen Epen mehr bereithalten und nach dem Intro mit dem trottenden „Beyond The Dark Horizon“ gar in airplay-freundlichem Rahmen ins Ziel kommen, gibt sich das sibirische Duo keineswegs kurz angebunden.

Raum für Wiederholungen und schrittweisen Songaufbau sind nach wie vor gegeben; das A und O des Atmospheric Black Metal werfen GRIMA somit ebenso wenig über Bord wie das charakteristische Akkordeon, das die Soundwelt von „Nightside“ in entscheidendem Rahmen prägt. Das mag man Gimmick nennen, ist aber zugleich Alleinstellungsmerkmal und passt hervorragend in die frostigen Soundscapes, indem das Instrument das kalte Fundament mit Leben und damit Wärme füllt.

Für ein Atmospheric Black Metal-Album ist „Nightside“ überaus harmonisch angelegt

Das Grundkonzept bleibt folglich organisch geprägt, was das Album in Zusammenspiel mit dem gestrafften Songwriting greifbarer werden lässt. Ein wenig Andersweltlichkeit erschaffen zudem gelegentliche Ambient-Synths wie im Outro von „Flight Of The Silver Storm“, das als Single ähnlich zugänglich konzipiert ist wie das nachfolgende „Skull Gatherers“. Hier wiegt uns das clean gespielte Intro in Geborgenheit, bevor ein getragenes Akkordeon durch den recht konservativ angelegten Song führt.

Genau das symbolisiert wohl auch die größte Stolperfalle: Selbst für ein Atmospheric Black Metal-Werk ist „Nightside“ überaus harmonisch angelegt. Das minimiert einerseits Berührungsängste, vermeidet aber auch ein gesundes Ringen mit der eigenen Erwartungshaltung. Überraschungen gibt es schlicht nicht, wenn eine Rückkehr des einleitenden Akkordeon-Themas aus „Intro (Cult)“ im Titeltrack den größten Aha-Effekt darstellt.

GRIMA können mit einer dichten, heimeligen Atmosphäre punkten

Zu hoch hängen wollen wir diesen Makel indes nicht, denn im Umkehrschluss gelingt GRIMA ein eingängiges Genre-Werk, das sich wunderbar zu jeder Gelegenheit hören lässt und darüber hinaus mit einer dichten, heimeligen Atmosphäre punkten kann. Ob nun zwischenzeitlich die Folk-Einflüsse in „Impending Death Premonition“ in den Vordergrund treten, „Curse Of The Void“ zwischen galligen Eruptionen und chorgestützten Gesängen wandelt, der Titeltrack phasenweise das Tempo anzieht oder „Mist And Fog“ bedrohlich nach vorne kriecht: „Nightside“ wirkt trotz seiner verschiedenen Gesichter wie aus einem Guss.

Dass oftmals das Akkordeon das verbindende Element darstellt, fällt zunächst gar nicht so sehr auf. Trotz seiner Präsenz ist es doch auf natürliche Weise in die Songs verwoben und wiegt uns ein ums andere Mal in einer freundlichen Umarmung, wodurch unser anfängliches Stirnrunzeln schlussendlich doch entspannter Zufriedenheit weichen darf.

Veröffentlichungstermin: 13.02.2026

Spielzeit: 49:36

Line-Up

Vilhelm – Vocals, Gitarre
Morbius – Gitarre

Gastmusiker:
Serpentum – Gitarre
Vlad – Drums

Produziert von Vladimir Lehtinen

Label: Napalm Records

Facebook: https://www.facebook.com/grimablackmetal
Instagram: https://www.instagram.com/grimablackmetal/
Bandcamp: https://grima.bandcamp.com/

GRIMA “Nightside” Tracklist

  1. Intro (Cult)
  2. Beyond the Dark Horizon (Video bei YouTube)
  3. Flight of the Silver Storm (Video bei YouTube)
  4. Skull Gatherers (Video bei YouTube)
  5. Impending Death Premonition
  6. The Nightside
  7. Where We Are Lost
  8. Curse of the Void
  9. Mist and Fog
  10. Outro (Memories of a Forgotten Home)