GOD AMONG INSECTS: World Wide Death

GOD AMONG INSECTS: World Wide Death

Eins ist klar, die schwedische Allstar Death Metal-Formation GOD AMONG INSECTS spart nicht damit sich bereits im Vorfeld mit Ruhm zu übergießen. Gegründet wurde die Band im Frühjahr dieses Jahres, mit dem einzigen Grund, wie man selber sagt, um die Szene zu beherrschen. Die Biographie ist so kurz, wie die Band jung ist und vollgestopft mit Superlativen und selbstverherrlichenden Metaphern der Marke Vocals aus den tiefen der Hölle und ein Bass, tief genug, um das Christenblut vor Angst kochen zu lassen. Die Band schmückt sich mit allem, was dazu taugt, da schreckt man auch nicht zurück den Herausgeber des größten skandinavischen Metal-Magazins zu zitieren, der die Jungs als eine der fünf interessantesten Bands zur Zeit bezeichnet. Das Tollste: Ohne auch nur einen Ton gehört zu haben. Dass das jetzt nicht wirklich für die Musik spricht steht wohl außer Frage.

Name-Dropping ist definitiv angesagt, wenn von GOD AMONG INSECTS die Rede ist, immerhin stellt sich die Truppe aus Mitgliedern namhafter Schwermetall-Combos zusammen. Growlkehlchen spielt der Mann mit dem epischen Namen Emperor Magus Caligula, den man vor allem von den Black Metallern DARK FUNERAL kennt, der sich aber auch schon mit HYPOCRISY und zur Zeit auch mit THE PROJECT HATE MCMXCIX einen Namen machte. Den Bass darf Toma Elofsson bedienen, der normalerweise die sechs Saiten bei SANCTIFICATION schikaniert, die vor gar nicht so langer Zeit ihr vielversprechendes Debüt Misanthropic Salvation eingeholzt haben. Für die Gitarre (und auch fast ausschließlich für das Songwriting) zeigt sich Langbart Lord K Philipson verantwortlich, seines Zeichens Chefdenker von THE PROJECT HATE MCMXCIX. Die Macht über die Stöcke hat man VOMITORY-Taktgeber Tobben Gustafsson verliehen, der bereits fünf Alben für die schwedische Death-Maschine erfolgreich eingehämmert hat.

Mit versammelter Mannschaft marschierte man also im März dieses Jahres mit Elan ins Abyss Studio zu Tommy Tägtgren, um die (Death Metal-) Welt zu erobern. Ein riesiger Haufen Schweden-Death, ein noch größerer an Selbstbewusstsein und ein immenser Haufen an Lobeshymnen über die eigenen Fertigkeiten sollten reichen, dieses Ziel auch zu erreichen. Erfahren genug sollten alle ja sein und da Schweden keine halben Sachen machen (hab ich gehört) warten Presse und Fans natürlich auf die Platte, wie die Tauben auf die Krümel. Also nennt man seine Platte World Wide Death, packt noch ein brutales Cover mit ein (in Deutschland schon zensiert) und los kann`s gehen, gen Weltherrschaft.

Ja, sie haben ein großes Mundwerk, die vier Schweden von GOD AMONG INSECTS, das haben wir mittlerweile schon mitbekommen. Aber man braucht gar keinen allzu langen Blick darauf werfen, um zu sehen, dass verdammt nochmal auch was dahintersteckt. GOD AMONG INSECTS verblasen keine heiße Luft, das weiß man, wenn man World Wide Death kennt. Ihr wollt Schwedentod? Ihr bekommt Schwedentod. Und nicht nur das, ihr bekommt abwechslungsreichen Schwedentod, mit Druck, mal mit Speed, mal mit Groove, mal amerikanisch angehaucht, mal von BOLT THROWER brutal gestreift, aber immer frisch und schwungvoll.

Das stampfende Legions Of Darkness macht den Anfang und zeigt zwar nicht völlig, wo der Hammer hängt, bereitet einen aber wunderbar auf das vor, was einen erwartet. Gush Of Blood schlägt in die gleiche Kerbe und zeigt, wie man schwedischen Death Metal mit dem Charme einer bekannten britischen Todesmaschine versehen kann ohne abgedroschen zu klingen. Dann geht`s mit Headless Nun Whore erst mal auf die Glocke, man zelebriert Up-Tempo, wie er auf dem Album noch öfter, aber nicht gerade viel vorkommt.

Das Rezept steht und im folgenden wird sich da auch drangehalten. Oder nicht? Purified In Carnage zum Beispiel kann mit interessanten Ideen aufwarten und das abschließende Uhr-Nazuur (was immer das auch bedeuten soll) ist ein äußerst abwechslungsreicher Brocken, der von schleppenden, atmosphärischen Part, bis hin zu Geschwindigkeits-Attacken alles vorweisen kann und zu dem bald ein Video erscheinen soll. Ein starker Abschluss.

Bleibt nur zu sagen: Große Klappe – aber bei GOD AMONG INSECTS ist auch was dahinter. Ob das für den geplanten Triumphzug reicht wird sich zeigen und sei jetzt mal so dahingestellt, aber ein astreines Death Metal-Album ist das Debüt der Schweden allemal geworden, auch trotz seiner kompakten Spielzeit, von 35 Minuten. Zieht euch World Wide Death rein und schließt euch dem weltweiten Todeszug an. Wir sehen uns in der Hölle.

Veröffentlichungstermin: 06.09.2004

Spielzeit: 35:21 Min.

Line-Up:
Emperor Magus Caligula – Vocals

Tobben Gustafsson – Drums

Lord K Philipson – Guitars

Tomas Elofsson – Bass

Produziert von Tommy Tägtgren
Label: Threeman Recordings

Homepage: http://www.godamonginsects.se

Email: lordk@godamonginsects.se

Tracklist:
1. Legions of Darkness

2. A Gush of Blood

3. Headless Nun Whore

4. Wretched Hatching

5. Chainsawed Christians

6. Purified in Carnage

7. Uprising of the Rotten

8. Severe Facial Reconstruction

9. Uhr-Nazuur