FIDDLER’S GREEN: Heyday

FIDDLER’S GREEN: Heyday

Als sich FIDDLER’S GREEN im Jahr 1990 gründeten, konnte ich noch nicht einmal lesen. Seitdem sind 29 Jahre ins Land gezogen, doch merkt man das der Erlanger Irish-Folk-Rock-Formation zu keinem Zeitpunkt an. Im Gegenteil, sie scheinen am ‚Benjamin Button‘-Syndrom zu leiden, denn jede Platte wirkt frischer und kraftvoller als die vorherige.

„Heyday“ ist die Nummer 14 im Bunde und stellt umgehend klar: FIDDLER’S GREEN geben sich so verspielt, unverkrampft und lebenslustig wie seit „Sports Day At Killaloe“ nicht mehr. Ob folkige Rock(nicht)hymne („No Anthem“), knackiges Instrumental („The Congress Reel”) oder Midtempo-Schunkler (“Better You Say No”), die Kompositionen trägt eine Unbeschwertheit, als wäre es die erste Platte.

Der Soundtrack zur nächsten Kneipentour

Eine verspätete Sturm-und-Drang-Phase? Nicht ganz, denn FIDDLER’S GREEN halten an ihren Stärken weiterhin fest. Daher ist es keine Überraschung, dass „Heyday“ vor allem dann glänzt, wenn es tanzbar wird: „One Fine Day“ bannt die Energie, die man von den Konzerten der Franken gewohnt ist, auf Platte, während „Cheer Up“ in seiner Sorglosigkeit den perfekten Soundtrack zur nächsten Kneipentour stellt.

„Heyday“ verbindet irischen Folk mit Rock so selbstverständlich, dass man es sich gar nicht anders vorstellen möchte. Großen Anteil daran hat auch die druckvolle und doch natürliche Produktion, die selbst dann nicht in die Knie geht, wenn FIDDLER’S GREEN in „Limerick Style“ mit dem Skapunk flirten oder bei „John Kanaka“ einem beliebten Stück des Live-Programms im Studio neues Leben einhauchen.

Sturm und Drang?

Zugegeben, der eine oder andere Melodiebogen in „The Freak of Enniskillen“ und „Farewell“ fand im Backkatalog der Band vielleicht schon in ähnlicher Weise Verwendung (“Bugger Off” bzw. “Rambling Rover”). Die mitreißende Qualität dieser Stücke unterstreicht jedoch im Prinzip nur die eingangs dargelegte These: FIDDLER’S GREEN agieren mit jedem Jahr frischer und spielfreudiger – vielleicht kommt die Sturm-und-Drang-Phase ja doch noch irgendwann.

Veröffentlichungstermin: 08.03.2019

Spielzeit: 46:17

Line-Up:
Ralf Albers: Vocals, Acoustic Guitar, Bouzouki, Mandolin
Pat Prziwara: Vocals, Electric Guitars
Tobias Heindl: Violin, Vocals
Stefan Klug: Accordion, Bodhrán
Rainer Schulz: Bass
Frank Jooss: Drums, Percussion

Produziert von Jörg Umbreit

Label: Deaf Shepherd Recordings

Homepage: http://www.fiddlers.de
Facebook: https://www.facebook.com/Speedfolk/

FIDDLER’S GREEN “Heyday” Tracklist

1. Prelude
2. The Freak of Enniskillen
3. No Anthem (Video bei YouTube)
4. Limerick Style
5. Farewell
6. Born to Be a Rover
7. The Congress Reel
8. Sláinte
9. Better You Say No
10. Cheer Up (Video bei YouTube)
11. One Fine Day (Video bei YouTube)
12. John Kanaka
13. Heyday
14. Steady Flow
15. Together as One

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.