ELECTRIC EEL SHOCK: …Go Europe

ELECTRIC EEL SHOCK: …Go Europe

ELECTRIC EEL SHOCK sind auch so eine Band, wie sie nur aus Japan kommen kann. Ich weiss ja nicht, was mit diesem Land los ist, aber das Reservoir für merkwürdige, aber immer coole Bands scheint unerschöpflich. Japaner sind da ja konsequent. Wenn man was macht, dann richtig. Also tourt man auch mal ohne Plattenvertrag durch die halbe Welt und macht eben soviel einfallsreiche Promotion, bis auch wirklich jedem der absurde Bandname geläufig ist, auch ohne jemals nur einen Ton gehört zu haben. Bei mir hat´s funktioniert. Ich konnte kaum erwarten, endlich die Platte zu hören. Natürlich ist die Gefahr, dass die hohen Erwartungen enttäuscht werden dann recht gross, aber auf die Japaner ist ja bekanntlich Verlass.

So ist diese Platte nicht das ganz grosse Gewitter wie bei manchen Landsleuten der Aale, etwa bei den den göttlichen Rock´n´Roll-Krach-Fetischisten GUITAR WOLF oder den Horrorpunk-Helden BALZAC, aber trotzdem so herrlich schräg und debil, dass man einfach nicht ohne Lächeln und Mitwippen lauschen kann. Allein schon das geniale „Do the Metal“ ist die Energie für die Herstellung dieser Platte wert. Schräges Punkrock-Gebolze und grenz-geniale Texzeilen wie „Heavy Metal Mania /Master D. Snyder, shout at me now“ unterlegt mit schönen Slide-Gitaren und Eddie Van Halen-Solo, einfach klasse. Leider hält die Platte dieses Level an Orginalität nicht komplett durch, manche Lieder sind dann doch zu bieder, aber insgesamt macht das ganze Spass. Ausserdem liebe ich es einfach, wenn Japaner englisch schreien. Besser als Klaus Meine. Die Musik geht in Richtung Punk´n´Roll, auch wenn man manchmal den Eindruck hat, dass es eher unfreiwillig so punkig klingt, vermischt mit klassischem Rock´n´Roll und purem Krach. An entscheidenden Stellen versetzt mit genial eingebauten klassischen Metal-Zitaten. Dazu wird herrlich unbedarft und aus Leibeskräften gebrüllt, welche Töne man da trifft ist im Endeffekt auch egal, hauptsache es macht Spass. Und das tut es. Allein die vielen Details und Querverweise, wie der herrliche Background-Gesang und die Soli-Fetzen in „Rock´n´Roll can rescue the World“ sind schlicht umwerfend. Oder die Entschuldigung für das schlechte Englisch im Text vom entspannt swingenden „S.O.S“, – großartig. Der Hammer ist aber „Puma“: „It´s not a Swoosh/It´s not Gore-Tex/It´s not too expensive/It´s not high Technology/…/Super Puma/Puma is you“ Was soll man da noch sagen…

Am besten kann man ELECTRIC EEL SHOCK als die Metal/Punk Version der SCREAMIN STUKKAS beschreiben. Man nimmt die Klischees, die einem am besten gefallen, rührt dreimal kräftig um und präsentiert das Ganze dann mit ernsthafter Miene und grosser Geste, während man heimlich kaum das Lachen zurückhalten kann. Das funktioniert hervorragend, mag dem ein oder anderen Hörer albern und dilettantisch vorkommen, aber mir macht es jede Menge Spass! Bitte mehr davon! Ich warte jetzt händeringend auf die erste japanische Polka-Band. Sie wird grossartig sein…

Veröffentlichungstermin: 19.04.2004

Spielzeit: 40.52 Min.

Line-Up:
Akihito Morimoto – Guitar and Vocals

Kazuto Maekwa – Bass

Tomoharu „Gian“ Ito – Drums

Label: Bitzcore

Homepage: http//:www.electriceelshock.com

Tracklist:
1.Japanese meets Chinese in the USA

2.My Tiger

3.Do the Metal

4.WAAA

5.Punctured

6.Rock´n´Roll can rescue the World

7.S.O.S

8.Suicide Rock´n´Roll

9.Puma

10.Nothing

11.Vegas Night

12.Zombie Rock´n´Roll

13.I wanna be a Black Sabbath Guy, but I should be a black Bass

14.Speedy Joe