EKTOMORF: Black Flag

EKTOMORF lassen den Amoklauf, der "The Acoustic" war, hinter sich und randalieren nun wieder in alter Manier.

Gerade ein halbes Jahr hat’s gedauert, doch jetzt wissen wir es mit Bestimmtheit: EKTOMORF sind wieder die Alten, der geistig vernebelte Akustikausflug nicht mehr als ein schlechter Traum. EKTOMORF sind wieder EKTOMORF. “Black Flag” ist wieder ruppiges Gerumpel erster Güte. Oder vielleicht doch eher zweiter, denn frischer wird solch ein Sound über die Jahre nicht.

Ein paar akustische Parts und noch akzeptablen Klargesang gibt es schon seit ein paar Alben und sollen auch auf “Black Flag” für Abwechslung sorgen. Die Essenz, das Rückgrat, sind aber die wuchtigen, walzenden Riffs, die sich in Augenblicken zu Bollwerken auftürmen und ebenso schnell in einem simplen Groove über dem Hörer zusammenbrechen. Klingt auf dem Papier spannender, als es ist, da EKTOMORF die simplen Strukturen und spärlichen Stilmittel in dieser Form nicht erst seit gestern in petto haben.

“Black Flag” ist eben ein EKTOMORF-Album

Für den heimischen wie den auswärtigen Moshpit sind “War Is My Way”, der Titeltrack sowie “The Cross” natürlich trotzdem hervorragend geeignet. Dafür sorgt allein die drückende, aber zugleich recht generische Tue Madsen-Produktion, die selbst auf geringer Lautstärke keinen Stein auf dem anderen lässt. Dynamisch ist das Soundgewand nicht, doch bei EKTOMORF ist das vermutlich ohnehin besser so.

Ansonsten will ich gar nicht so viel meckern. “Black Flag” ist eben ein EKTOMORF-Album, wie man es kennt und wie man es erwartet. Ein paar gelungene Dampfhämmer, einiges an willkürlichem Füllmaterial und eine Tracklist, welche aufgrund ausbleibender Abwechslung gerne zwei Nummern kürzer hätte ausfallen dürfen. Als Streichkandidaten sehe ich nicht etwa den rockigen Dreckbatzen “Fuck Your God” noch den SOULFLY-Abklatsch “Cut It Out”, sondern das schablonenhafte Geschrammel, das die Osteuropäer in “Enemy”, “Never Surrender” und “Sick Love” auspacken. Ja, auch das hat mit Sicherheit seine Fans, irgendwann ist man der Wiederholungen jedoch überdrüssig.

Viel zu sagen gibt es zusammenfassend ohnehin nicht. Die Quintessenz von “Black Flag” sollte zu diesem Zeitpunkt klar sein. EKTOMORF lassen den Amoklauf, der “The Acoustic” war, hinter sich und randalieren nun wieder klassisch: Mit Strom, mit Wut im Bauch und mit dem Knüppel aus dem Sack.

Veröffentlichungstermin: 31.08.2012

Spielzeit: 49:24 Min.

Line-Up:
Zoltán Farkas – Vocals, Guitar
Michael Rank – Guitar
Zsabolocs Murvai – Bass
Robert Jaksa – Drums

Produziert von Tue Madsen
Label: AFM Records

Homepage: http://www.ektomorf.com

EKTOMORF “Black Flag” Tracklist

01. War Is My Way
02. Unscarred
03. The Cross
04. Cut It Out
05. Black Flag (Video bei YouTube)
06. Private Hell
07. 12 Angels
08. Enemy
09. Fuck Your God
10. Never Surrender
11. Sick Love
12. Feel Like This
13. Kill It
14. The Pretender (FOO FIGHTERS-Cover) (Bonus Track)