EKTOMORF: Reborn

„Reborn“ ist EKTOMORF in Reinform, auch wenn die Ungarn ihren Schwerpunkt mit den letzten Platten schrittweise in Richtung knallenden Thrash Metal verlagert haben. Kein zukünfiger Klassiker, aber ein durchaus respektabler Neustart.

Eigentlich kommt „Reborn“ ja rund drei Jahre zu spät. Schon im November 2017 trennte sich EKTOMORF-Bandchef Zoli Farkaś von seinen damaligen Mitstreitern – das kurz darauffolgende Album „Fury“ (2018) war da allerdings schon im Kasten. Anfang 2021 dürfen wir sie also endlich feiern, die verspätete Wiedergeburt, die – und auch das dürfte wenig überraschen – exakt so klingt, wie wir es erwartet hatten. Kein Wunder, schließlich hält musikalisch ohnehin Farkaś die Zügel in der Hand.

„Reborn“ ist somit EKTOMORF in Reinform, auch wenn die Ungarn ihren Schwerpunkt mit den letzten Platten schrittweise in Richtung knallenden Thrash Metal verlagert haben. Die Groove- und Hüpfeskapaden der Anfangstage hat man weitestgehend hinter sich gelassen und haut nun lieber ordentlich auf den Putz. Wie eben die jüngeren SEPULTURA, die vielleicht noch nie so stark waren wie aktuell.

EKTOMORF zeigen zwischendurch sogar Feingefühl

Mit Wohlwollen könnten wir Ähnliches von EKTOMORF behaupten, die auch schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht haben wie auf „Reborn“. Der Haken: Selbst in seinen besten Momenten klingt das Album wie eine bessere B-Seite der brasilianischen Vorbilder. Das heißt natürlich nicht, dass Zoli Farkaś und seine neue Truppe nicht auch ihre Momente haben.

Der Opener „Ebullition“ geht mit viel Tempo direkt nach vorne, im Titeltrack verneigen sich EKTOMORF mit einem Clean-Intermezzo vor METALLICAs „Master of Puppets“ und im siebenminütigen Instrumental „Forsaken“ zeigt die Gruppe tatsächlich Feingefühl und Melodiegespür.

Der Energiepegel von “Reborn” ist nicht von der Hand zu weisen

Dazwischen agieren die vier Musiker stets ordentlich, ohne Aufsehen zu erregen. Schleppend bahnt sich „And The Dead Will Walk“ mit tief gestimmten Gitarren seinen Weg nach vorne, während „Where The Hate Conceives“ nach wunderbarem Akustik-Intro in typischen Rumpel-Thrash zurückfällt. Solide, doch auch weit vom Niveau des brettharten Rausschmeißers „Smashing The Past“ entfernt, wo EKTOMORF noch einmal das Gaspedal durchtreten und im Stil der alten Schule gepflegt unser Inventar zerlegen.

Ob seine neue Band Farkaś beflügelt hat? Es hat beinahe den Anschein, denn auch wenn sich EKTOMORF nicht allzu sehr verändert haben, ist der Energiepegel von „Reborn“ nicht von der Hand zu weisen. Das macht aus den acht Songs keine zukünftigen Klassiker, lässt sich aber durchaus als respektabler, wenngleich verspäteter Neustart verbuchen – und das ist tatsächlich mehr, als wir den Ungarn vorab zugetraut hatten.

Veröffentlichungstermin: 22.01.2021

Spielzeit: 37:16

Line-Up

Zoltán Farkaś – Vocals, Gitarre
Szebasztián Simon – Gitarre
Csaba Zahorán – Bass
Dániel Szabó – Schlagzeug

Produziert von Tue Madsen

Label: Napalm Records

Homepage: https://ektomorf.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/EKTOMORF.official/

EKTOMORF “Reborn” Tracklist

1. Ebullition
2. Reborn (Video bei YouTube)
3. And the Dead Will Walk (Video bei YouTube)
4. Fear Me
5. Where the Hate Conceives
6. The Worst is Yet to Come
7. Forsaken
8. Smashing the Past (Video bei YouTube)