MUERTO: Eclipsed Realms

Schleppender Post-Black Metal aus Mexiko: MUERTO mühen sich auf „Eclipsed Realms“ um die Gunst, gut gehört zu werden.

Mit „Eclipsed Realms“ legen MUERTO nun schon das dritte Album vor. Angesichts der entfernten geografischen Lage – MUERTO kommen aus Mexiko – und dem Release der ersten beiden Alben im Eigenvertrieb kam mir die Band bis dato noch nicht unter. Aber auch musikalisch hätte „Eclipsed Realms“ gut und gerne ein Debütalbum sein können, schließlich bewegt sich das Trio kompositorisch auf eher einfachen und schmalen Pfaden. Dabei legt die Band ihr musikalisches Spektrum laut Eigendefinition recht breit an: Post-Metal, Black Metal, Doom Metal.

Die Musik an sich geht auf „Eclipsed Realms“ im Mix etwas unter

Ganz so dicht, wie es diese Genre-Konstellation vermuten ließe, ist das dritte Album von MUERTO nicht, wenngleich von all den Ingredienzen ein bisserl etwas in „Eclipsed Realms“ mitschwingt. So herrscht beinahe durchgehend ein schleppendes Tempo vor, das böse anmutende Geschrei von Penelope Matamoros ist zweifelsfrei angeschwärzt und was den Post-Metal anbelangt… Hm, vielleicht ließe sich hier die eine oder andere melodische Gitarren-Spur heranziehen, so man diese denn gut hören kann. Denn, was gleich zu Beginn des Albums auffällt, ist der klar auf den Gesang fokussierte Mix des Albums. Die Instrumente verschwinden im Background-Nebel des Sounds, während das Schreien und Kreischen klar die Songs dominiert. Das verleiht der Stimme nochmals einen zusätzlichen Push, aber wird auf Dauer etwas eintönig, wohl auch weil die Kompositionen im Hintergrund etwas zu einfach und zu ähnlich sind. Zwar schieben MUERTO dann und wann Akustik-Passagen ein (etwa in „Veil of Desolation“, das allzu abrupt endet) und variieren auch das Tempo (am besten umgesetzt in „Burning Shadows“), doch eine kompositorische Offenbarung ist das alles nicht.

MUERTO haben noch ein paar Stellschrauben anzuziehen

Auch gesanglich bleibt das Album etwas eindimensional, wenngleich die Frontfrau in „Decay“ erstmals auch cleane Vocals zum Einsatz bringt. Der Klargesang ist dabei etwas wackelig und für die Abwechslung zumindest gut gemeint. In „Radiance“ sind die Vocals dann auszugsweise noch sanfter… und noch wackeliger, doch überrascht der abschließende Song im letzten Drittel dann doch mit einem kompositorisch interessanteren Übergang. Dennoch, die musikalische Wirkung, die „Eclipsed Realms“ ausübt, bleibt für mich überschaubar. Da gehören noch ein paar Stellschrauben in Sachen Komposition, Dramatik und Sound angezogen.

Veröffentlichungstermin: 17.04.2026

Spielzeit: 36:10 Min.

Line-Up:
Penelope Matamoros – Gesang & Bass
Juan Mondragon – Gitarre
Eddel Jared – Schlagzeug

Label: Transcending Obscurity Records

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/muertoband
Mehr im Netz: https://muerto-label.bandcamp.com/

MUERTO „Eclipsed Realms“ Tracklist

1. Serpentine Echoes (Audio bei YouTube)
2. Veil of Desolation (Audio bei YouTube)
3. Burning Shadows
4. Wilderness (Audio bei YouTube)
5. Decay
6. Radiance (Audio bei YouTube)