EDGUY: Age Of The Joker

EDGUY liefern mit "Age Of The Joker" ein gutes Album in der Schnittmenge von Melodic Metal und Hard Rock ab, scheitern allerdings an den Glanzlichtern der eigenen Diskographie.

Es soll ja Leute geben, die verdrehen beim Namen EDGUY schon genervt die Augen. Tja, ich gehöre nicht dazu, auch wenn ich das letzte Album der Band bis heute nicht gehört habe mag ich die Band eigentlich ziemlich gerne. Vom melodischen Power Metal haben sich EDGUY ja immer mehr verabschiedet und gehen seit Rocket Ride deutlich Hard Rock-orientierter zu Werke. Daran halten die Hessen auch auf Age Of The Joker, dem neunten Album der Band fest. Und dieses startet erst mal etwas verhalten mit Robin Hood, zu dem es auch ein – mal wieder rekordverdächtig debiles – Video mit Comedian Bernhard Hoecker gibt, der hier gleich eine Doppelrolle, sowohl als Bruder Tuck und als Maid Marian spielt.

Aber egal ob man nun die achteinhalbminütige Albumversion oder die vier Minuten kürzere Version für das Video nimmt, für mich ist Robin Hood einer der Schwachpunkte des Albums. Zu unspektakulär und mit zu vielen Längen, da ändern auch die dezenten Hammond-Sounds und das coole Solo am Ende nichts dran. Besser ist da schon das überraschend rifflastige Nobodys Hero, bei dem lediglich im Refrain Pianoklänge zum Einsatz kommen. Mit viereinhalb Minuten ist der Song auch einer der kürzesten auf dem Album und kommt dementsprechend ohne Umwege direkt auf den Punkt.

Rock Of Cashel ist wieder deutlich ausladender und enthält ein Irish Folk-Intermezzo während beim folgenden Pandoras Box staubige Western-Gitarren zum Einsatz kommen. Bei Two Out Of Seven kommt im Text der typische Tobias Sammet-Humor zum Einsatz. Kann man doof und infantil finden, oder lustig. Auch die weiteren Songs sind allesamt gut, es fehlt allerdings eine weitere, wirklich herausragende Nummer. Breathe ist eine ganz nette Melodic Metal-Nummer, kommt aber nicht so richtig aus den Hufen. Das flotte Guild Of Ages kann da schon etwas mehr und kommt mit coolem Retro Orgel-Sound daher. Die recht ähnlich gestrickten Faces In The Darkness und Fire On The Downline starten beide kurz balladesk bevor sie sich dann zu Mid Tempo-Stampfern entwickeln.

Das fast neunminütige Behind The Gates Of The Midnight World ist der längste Song des Albums, gefällt mir persönlich besser als der andere Longtrack Robin Hood, allerdings haben EDGUY schon deutlich spannendere Epen geschrieben, seien es Theater Of Salvation, The Piper Never Dies oder The Pharaoh. Den Abschluss bildet dann die obligatorische Ballade Every Night Without You, bei der Tobi mal wieder den Softie raushängen lassen kann, was im zugegebenermaßen auch ausgezeichnet gelingt. Stark gesungen und ein wunderschönes Gitarrensolo gegen Ende – EDGUY können und dürfen das halt, Kitsch hin, Kitsch her. Ingesamgt ist Age Of The Joker ein gutes Album in der Schnittmenge zwischen Melodic Metal und Hard Rock, welches allerdings mi EDGUY-Großtaten wie Vain Glory Opera, Hellfire Club oder eben auch Rocke Ride nicht mithalten kann.

Veröffentlichungstermin: 26.08.2011

Spielzeit: 65:23 Min.

Line-Up:
Tobias Sammet – vocals. keyboards
Jens Ludwig – lead guitars
Dirk Sauer – rhythm guitars
Tobias Exxel – bass
Felix Bohnke – drums

Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.edguy.net

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/edguy

Tracklist:
01. Robin Hood
02. Nobody´s Hero
03. Rock Of Cashel
04. Pandora´s Box
05. Breathe
06. Two Out Of Seven
07. Faces In The Darkness
08. The Arcane Guild
09. Fire On The Downline
10. Behind The Gates To Midnight World
11. Every Night Without You