DREAM THEATER: Metropolis Pt. 2: Scenes from a Memory

DREAM THEATER: Metropolis Pt. 2: Scenes from a Memory

Langsam tickt die Uhr im Hintergrund, ein Hypnotiseur führt mich in die Tiefen meines Unterbewußtseins und mit sanften Akustikgitarrenklängen begleiten mich DREAM THEATER für 70 Minuten in eine andere Welt, sowohl musikalisch als auch lyrisch.

DREAM THEATER haben es geschafft! Nach Jahren der Selbstfindung haben sie endlich das Album veröffentlicht, auf das die Fangemeinde gewartet hat. ´Scenes from a Memory´ stellt die Fortsetzung von ´Metropolis Part 1´ dar, dem wohl besten Song des ´Images and Words´-Albums, und genau in diese Zeit versetzt mich ´Metropolis Part 2´ zurück. Wie auch damals saß ich beim ersten Hören des neuen Albums vor meiner Anlage und brachte den Mund vor Erstaunen und Verzückung gar nicht mehr zu.

Das Album wimmelt nur so von Zitaten des ersten Teils, ständig tauchen kleine Melodien auf, die einem so bekannt vorkommen, die aber gleichzeitig so dezent gesetzt sind, daß man sich nach mehrmaligem Hören gar nicht mehr sicher ist, ob sie nun zum ersten oder zweiten Teil gehören und damit paßt die Musik perfekt in den Kontext der Konzeptgeschichte. Für DREAM THEATER war es wohl schon ein langgehegter Wunsch, ein Konzeptalbum im Stile von ´Tommy´ oder anderen großen Vorbildern zu verwirklichen und zum Ergebnis kann man der Band nur gratulieren.

Die Geschichte ist recht einfach. Nicholas, der Protagonist der Geschichte, wird in Hypnose versetzt, um Einsicht über eines seiner früheren Leben zu bekommen, und erlebt so das Leiden und Sterben von Victoria Page, einem nicht gerade unfragwürdigen Charakter. Und so ist ´Metropolis Part 2´ weniger eine komplexe Story, sondern mehr eine Geschichte über das ´sich-selbst-erkennen´. Dennoch hat das Konzept seine tragischen Momente und DREAM THEATER bringen in die Story eine ganze Menge Gefühl.

So einfach die Geschichte auch zu sein scheint, die Musik ist, wie man es von der Band gewohnt ist, umso komplexer. In jedem Takt gibt es massig Ideen zu entdecken und dennoch schaffen es DREAM THEATER auch bei zehnminütigen Instrumentals (´The Dance of Eternity´ – einfach genial!) stets einen roten Faden erkennen zu lassen und so kann man bereits nach dem fünften Hördurchlauf zu den vielfältigen Rhythmuswechseln heftig mitgrooven.

Mit ´Beyond this Life´ zeigt die Band, was man aus einem einfachen Basisriff alles machen kann, wenn man das nötige Können mitbringt, mein persönlicher Favorit ist aber eindeutig ´Home´, der bedrückenste aber zugleich gefühlvollste Song des Albums (lustiges Detail: DREAM THEATER benutzen AMORPHIS-Riffs >g<). Eigentlich würde ich ´Scenes from a Memory´ ja bis in den Himmel loben, wenn da nicht ein zwei Kleinigkeiten wären, die den Gesamteindruck ein (sehr sehr kleines) bißchen trüben:
So ist z.B. der Instrumentalteil am Ende von ´Beyond this Life´ für meinen Geschmack einfach etwas zu sehr in die Länge gezogen und die poppig-rockige Ballade ´Through her Eyes´ kann mein Metallerherz einfach nicht so richtig erweichen (doch auch dieser Song paßt hervorragend ins Konzept).

Das soll dann aber auch schon alles gewesen sein, was ich an dem neuen Album von DREAM THEATER bemängeln möchte. DREAM THEATER bringen kurz vor Ende des Jahres noch eines der besten Alben der vergangenen 10 Monate heraus, und trotz der enormen musikalischen Leistung wirkt das Album sehr natürlich und unverkrampft.

Ach, was freu ich mich schon darauf, das ganze in Kürze live erleben zu dürfen… 🙂

Fierce

Spielzeit: 77:14 Min.

Line-Up:
James LaBrie – Vocals

John Myung – Bass

John Petrucci – Guitars, Vocals

Mike Portnoy – drums

Jordan Rudess – Keyboards

Produziert von Mike Portnoy & John Petrucci
Label: East West Records

Hompage: http://www.dreamtheater.net

Tracklist:
ACT I

1. Scene One: Regression

2. Scene Two: I. Overture 1928

3. II. Strange Deja Vu

4. Scene Three: I. Through my Words

5. II. Fatal Tragedy

6. Scene Four: Beyond this Life

7. Scene Five: Through her Eyes

ACT II

8. Scene Six: Home

9. Scene Seven: I. The Dance of Eternity

10. II. One Last Time

11. Scene Eight: The Spirit carries on

12. Scene Nine: Finally Free

Fierce
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