DRAGONFORCE: Ultra Beatdown

Die Londoner High-Speed-Metaller sind zurück!

Seit der Veröffentlichung des letzten Albums Inhuman Rampage ist für die Briten von DRAGONFORCE einiges passiert. Zum einen gelang endgültig der Durchbruch und zum anderen befand man sich mit so diversen Bands wie MACHINE HEAD, OZZY OSBOURNE oder sogar SLIPKNOT auf Tour. Abgesehen davon sind die sechs wohl DIE Gewinner des interaktiven PlayStationspiels Guitar Hero – denn Millionen von Zockern fragten sich, wie um alles in der Welt man so schnell spielen kann. Gitarre. Nicht PlayStation.

Die Erwartungen an das neue Album Ultra Beatdown waren hoch, wobei man durchaus sagen muss, dass ob der ersten drei Alben keine Quantensprünge zu erwarten waren. Als größte Neuerung kann man sicherlich das (teilweise) etwas zurückgeschraubte Tempo anführen. Ansonsten haben die Herren weder beim Arrangieren noch beim Produzieren irgendetwas anders gemacht, als bei ihren ersten Alben. Ultra Beatdown klingt ganz genau so wie die ersten drei Alben. DRAGONFORCE sind eben DRAGONFORCE. Immernoch überholen die Gitarren vom Duo Li&Totman einen Lamborghini rückwärts auf einem Bein. Immernoch knotet sich ZP Threat beim Singen der (höchst dramatischen) Hooklines die Hoden in etwa an die Brust. DRAGONFORCE sind eben DRAGONFORCE. Textlich orientiert man sich weiter in erster Linie an Warriors, Victories und Dark Winter Nights. DRAGONFORCE sind eben DRAGONFORCE. Nicht vergessen darf man auch die schauderhaft-herrlichen Chöre und Streicher, die einmal mehr die Frage aufwerfen: meinen die das ernst?

DRAGONFORCE sind eben DRAGONFORCE. Immer wieder dieser Satz. Mir stellt sich die Frage: warum darf diese Multikultitruppe Sachen, die bei nahezu jeder anderen Band ein totales No-Go und einfach langweilig wären? Nun, es liegt wohl daran, dass Li&Co sich selbst so herrlich auf den Arm nehmen. DRAGONFORCE machen keine Kompromisse. Sie tragen Anti-Hoden-Hosen aus Schlangenleder, haben Frisuren die nicht mal mehr der Keyboarder von BON JOVI (genau, der von dem keiner den Namen kennt) tragen würde und auf der Bühne stehen ca. 371 Ventilatoren um das Posen zu erleichtern. Trotzdem wollen die sechs Londoner hip, modern und für Emokids hörbar sein – und sie sind es. Irgendwie.

Es bleibt die Frage ob die das wirklich ernst meinen. Zum Glück bleibt diese Frage.

Veröffentlichungstermin: 22.08.2008

Spielzeit: 58:18 Min.

Line-Up:
ZP Threat – Gesang
Herman Li – Gitarre
Sam Totman – Gitarre
Vadim Pruzhanov – Keyboard
Dave Mackintosh – Schlagzeug
Frédéric Leclercq – Bass

Produziert von Herman Li, Sam Totman, Karl Gromm
Label: Hellfest / Universal

Homepage: http://www.dragonforce.com

MySpace: http://www.myspace.com/dragonforce

Tracklist:
01. Heroes Of Our Time
02. The Fire Still Burns
03. Reasons To Live
04. Heartbreak Armageddon
05. The Last Journey Home
06. A Flame For Freedom
07. Inside The Winter Storm
08. The Warrior Inside