DISBELIEF: Spreading the Rage

Hoffentlich zahlt sich endlich DISBELIEFs Durchhaltevermögen aus.

Es hat sich nur zu lange angedeutet, was jetzt hoffentlich eintreten wird, respektive derzeit am Eintreten ist: DISBELIEF werden groß! Wurde auch Zeit, dass es bei Deutschlands eigenständigster Extrem-Metal Band mal so richtig bergauf geht. Vielleicht liegt es daran, dass Spreading the Rage so natürlich, ungezwungen und spontan auf den Hörer wirkt. Bassist Joe wollte eine spritzige Metal-Scheibe veröffentlichen und das ist ihnen perfekt gelungen. Vielleicht aber zahlt sich hier endlich mal Durchhaltevermögen aus.

DISBELIEF präsentieren sich so abwechslungsreich und kompakt wie nie zuvor: Fette Breitbandriffs und eingängige Melodien sorgen dafür, dass man die Musik eigentlich als Emo-Death beschreiben könnte, doch sie sorgen für noch viel mehr: Gänsehaut, rhythmisches Zucken, an die Wand gepresst werden und die totale Befreiung. Das Quintett schafft oberflächlich gesehen vielleicht eine negative Soundwand, unter der herben Fassade steckt jedoch viel, das dem Hörer in den schwersten Zeiten helfen kann: Verständnis, positive Energie und ganz viel Power. So sind Ethic Instinct, To The Sky und auch Death Will Score mit ihrer gnadenlosen Kraft nach vorne wahre Energiespender und bauen den Hörer absolut auf. Dem gegenüber stehen die langsameren Songs, die einen erdrücken bis man rein gar nichts mehr fühlt. Der Titelsong beispielsweise kriecht wie ein fieses kleines Monster in den Gehörgang um später mit seinem wunderschönen Chorus den Hörer meterweit über dem Boden schweben zu lassen. Nebenbei ist es vielleicht der beste Song, den die Band jemals geschrieben hat. Große Klasse ist auch die KILLING JOKE Coverversion Democracy, die um einiges besser klingt als das Original und noch dazu erstklassig in den ureigenen DISBELIEF-Stil übertragen wurde.

An der musikalischen Front gibt es allerdings nicht viele Neuerungen. Die Gitarren zerschneiden wie eh und je den Gehörgang, werden aber durch ein sehr cooles 80er Gitarrensolo in Addiction erweitert. Auch Sänger Karsten schwört auf Altbewährtes und schreit sich die Seele aus dem Leib, wie wir es von diesem Wunderknaben gewohnt sind. Wer sich wirklich was einfallen lassen hat, ist Drummer Kai. Er legt bei einigen Songs nicht nur einen gewaltigen Zahn zu, er überzeugt auch durch sehr schönes Tribal-Drumming im abschließenden, extrem psychedelischem Back to Life. Hinzu kommt wieder eine astreine Andy Classen-Produktion, klar und äußerst druckvoll.

Spreading the Rage ist ein absolut klassisch gutes DISBELIEF-Album, dass sich wieder mehr an Worst Enemy denn an Shine erinnert, gleichzeitig das intensivste und tiefgehendste Werk der Band geworden. Fans vergöttern die Band eh schon, alle anderen werden nun diese völlig unterbewertete Band nun hoffentlich kennen und lieben lernen. Mit diesem Album im Gepäck sollte dies für Germany´s Finest eine Leichtigkeit darstellen.

VÖ: bereits erschienen

Spielzeit: 56:42 Min.

Line-Up:
Karsten Jäger – Vocals

Olly Lenz – Guitars

Kai Bergerin – Drums

Jochen Trunk – Bass

Jan-Dirk Löffler – Guitars

Produziert von Andy Classen
Label: Massacre Records

Homepage: http://www.disbelief.de

Tracklist:
1. The Beginning of Doubt (Intro)

2. Ethic Instinct

3. To the Sky

4. No More Lies

5. Spreading the Rage

6. Inside My Head

7. Death Will Score

8. For Those Who Dare

9. Addiction

10. It´s God Given

11. Drown

12. Democracy

13. Back to Life