DESULTORY: Counting Our Scars

Eine weitere schwedische Kulttruppe kommt aus der Versenkung und liefert mit "Counting Our Scars" nach vierzehn Jahren Pause ein erstklassiges, melodisches Death Metal-Album ab. Aber Achtung: Wer Melodic Death Metal in erster Linie mit neueren IN FLAMES oder DARK TRANQUILLITY gleichsetzt, dem könnte hier das Gebiss raus fliegen.

Mit DESULTORY meldet sich dieser Tage eine der Veteranen des schwedischen Death Metal zurück. Vierzehn Jahre nach ihrem letzten Album steht die Band nun also mit Counting Our Scars in den Startlöchern. Außerdem sollen demnächst auch die beiden ersten Alben Bitterness und Into Eternity remastered und mit Bonustracks wieder veröffentlicht werden. Aber zurück zum aktuellen Album, welches mit einem Cover von Travis Smith daher kommt, von dem ich allerdings schon deutlich stärkere Arbeiten gesehen habe. Ein wenig nichtssagend wirkt das Ganze. Aber Hauptsache musikalisch ist alles im Lot. Und das kann man von Counting Our Scars durchaus sagen. Mir fehlt zwar die Vergleichsmöglichkeit mit den früheren Werken, doch auf ihrem vierten Album bieten DESULTORY starken, leicht melodischen Death Metal. Ich sage extra leicht, damit nicht gleich alle an den ausgewimpten Kram denken, der heutzutage so als Melodic Death Metal läuft. Das hier ist eher was für Fans von melodischem DEATH Metal, als für Anhänger MELODISCHEN Death Metals, wenn ihr versteht, was ich meine. DESULTORY verzichten auf Geblaste und bauen viele melodische Gitarrenleads ein, die den Songs häufig einen dezent melancholischen Touch geben. Aber keine Angst, ausgewimpt klingt hier wie gesagt nichts, stattdessen gibt es neun Mal erstklassigen Old School Schweden-Stoff der musikalisch erstklassigen Sorte. Dazu dann Sänger Klas Morberg, der sich nicht mit Unsinn wie klarem Gesang abgibt, sich allerdings eben auch nicht kellertief durch die Songs grunzt, sondern eher wie eine nicht ganz so geistesgestörte Version von AT THE GATES-Frontmann Tompa Lindberg. Es ist schon beeindruckend wie viel qualitativ hochwertiger Kram auch heute noch aus der schwedischen Death Metal-Szene kommt, sei es von neueren Bands oder eben von alten Recken, die ihren zweiten Frühling durchmachen. Counting Our Scars gehört jedenfalls auf eure Einkaufszettel!

Veröffentlichungstermin: 17.01.2011

Spielzeit: 41:35 Min.

Line-Up:
Klas Morberg – vocals, guitar
Håkan Morberg – guitar
Johan Bohlin – bass
Thomas Johnson – drums, vocals

Produziert von Tore Stjerna @ Necromorbus Studio

Label: Pulverised Records

MySpace: http://www.myspace.com/desultoryofficial

Tracklist:
01. In A Cage 
02. Counting Our Scars
03. Ready To Bleed
04. This Broken Halo
05. The Moment Is Gone
06. Uneven Numbers
07. Dead Ends
08. Leeching Life 
09. A Crippling Heritage