DECAPITATED: The Negation

Ist schon recht: Gerade mal dunkelgrün hinter den Ohren, aber ein technisches Brett draufhaben, dass Hören und sehen vergeht.

Okay, überzeugt, ich knie nieder. DECAPITATED – bislang immer eine überraschend gute und anspruchsvolle Alternative wenn es um brutalen Death Metal ging. Doch The Negation setzt die Jungs fast schon auf einen Thron. Immerhin sind diese Jungspunde – ja, das sind sie mit ihrem 10 Jahre unter CANNIBAL CORPSE-Altersschnitt immer noch – gerade mal dunkelgrün hinter den Ohren und legen ein technisches Brett an den Tag, dass einem Hören und sehen vergeht.

Die Technik, die das polnische Quintett an den Tag legt, kommt aber nicht von pausenlosem Gehacke, viel eher durch intelligente Breaks, Riffs, Fills und Arrangements. Außerdem gehen die Jungs auch gerne mal vom Gas, erschaffen somit eine unglaublich dichte und düstere Atmosphäre, dass man der dunklen Welt der Fünf nicht nur zusieht, sondern, dass man darin mitspielt. Wichtig ist für den Genuss der Scheibe auch die Annerkennung der Fähigkeiten von DECAPITATED, denn selbst wenn es auf dem Vorgänger Nihility grade im Blast Beat-Bereich ein wenig haperte, so kann hier alles überzeugen.

Ebenso fehlt nicht die nötige Aggression in den Frickel-Songs: Mal blitzschnell wie in The Fury oder Lying and Weak oder fett und böse groovend wie The Negation wird stets ein roter Faden beibehalten, das leider recht kurze Album lässt sich somit perfekt am Stück durchhören und besticht durch eine glasklare Produktion und tolle kleine Ideen, die konsequent ausgeführt werden und dem kompakten Album eine erfrischende Note geben. Etwas mehr Abwechslung wäre beim Gesang von Nöten gewesen, ein paar fiese Schreie hätten Saurons Vocals mehr Aufmerksamkeit geschenkt, aber andererseits ist es eh spannend genug den Gitarristen Hiro (auch bei SCEPTIC,) und Vogg zu lauschen.

Jedenfalls ist für Fans modernem und zukunftsweisendem Death Metal keine Scheibe dringender zu empfehlen als The Negation, das für den Februar so fest auf der Einkaufsliste stehen sollte, wie der Wagen zur Ferienzeit auf der Autobahn im Stau steht. Pflichtkauf!

VÖ: 9. Februar 2004

Spielzeit: 29:29 Min.

Line-Up:
Sauron – Vocals

Vogg – Guitar

Hiro – Guitar

Martin – Bass

Vitek – Drums

Label: Earache

Homepage: http://www.decapitated.metal.pl

Tracklist:
1. The Fury

2. Three-Dimensional Defect

3. Lying and Weak

4. Sensual Sickness

5. Calling

6. The Negation

7. Long-Desired Dementia

8. The Empty Throne