CONTROL DENIED: The Fragile Art of Existence

CONTROL DENIED stellt die powermetallische Variante von DEATH dar, und wartet trotz der vertrackten Songs mit einer ganzen Menge Melodie und Gefühl auf. Diese Band steht der Klasse von DEATH in nichts nach.

Ziemlich verwundert musste ich Vampi letzte Woche fragen, wie es kommt, dass ihr die CD von CONTROL DENIED gefällt, da sie doch viel zu frickelig und vertrackt ist (also die CD, nicht Vampi). “Weil sie sich nach DEATH anhört!”, war die einfach Antwort, und damit hat Vampi in keinster Weise Unrecht (und das obwohl es von ‘kein’ keine Steigerung gibt!). CONTROL DENIED hören sich tatsächlich sehr nach DEATH an, was aber auch kein Wunder ist, da doch 3/4 der DEATH-Belegschaft am aktuellen Werk mitmischt (ausgenommen Scott Clendenin, der auf dem letzten DEATH-Werk noch tätig war), ergänzt durch Basser Steve DiGiorgio und Sänger (richtig, Sänger!) Tim Aymar.

Angereichert wird der Sound der Band jedoch durch eine starke Power-Metal-Schlagseite, die man tatsächlich von NEVERMORE ableiten könnte. Hierzu trägt nicht unwesentlich Tim Aymar bei, der gerade bei kreischigeren Vocals einem Warrel Dane nicht unähnlich klingt. Verstärkt wird dieser Eindruck noch dadurch, dass gleich im Mittelteil zum Opener “Consumed” ein Part eingebaut wurde, der fast original von SANCTUARY bzw. NEVERMORE stammen könnte. Beherrscht wird das Geschehen aber dennoch von der vertrackten DEATH-typischen Spielweise, die jedoch immer genug Eingängigkeit besitzt, um dem Hörer leicht ins Ohr zu gehen.

Trotz aller Technik kracht es auch bei CONTROL DENIED gewaltig

Durch den melodiebetonten Power-Metal-Gesang erfährt die Musik von Chuck Schuldiner allerdings noch eine viel stärkere Gefühlsbetonung, und so kommen Hass und Verzweiflung, was die Musik von DEATH schon immer prägte, für meine Begriffe noch viel stärker zum Ausdruck, als es noch bei DEATH der Fall war, bei denen die technische Seite doch immer mehr dominierte. Trotz aller Technik kracht es aber auch bei CONTROL DENIED gewaltig. Wenn etwa bei “Believe” die Doublebass durch die Boxen donnert, dürfte kein Metaller ruhig sitzen bleiben können. Die Soloparts sind immer so gewählt, dass sie nie langweilen oder nerven und der einzelne Song kommt trotz aller Komplexität auf den Punkt. Da fragt man sich doch wirklich, welcher Band man nun den Vorzug geben sollte… Ach ja, das Cover-Artwork stammt übrigens wieder einmal von Travis Smith, weshalb über die Genialität der Arbeit eigentlich kein Wort mehr verloren werden muss.

Spielzeit: 50:49 Min.

Line-Up:

Chuck Schuldiner – guitar
Shannon Hamm – Guitar
Tim Aymar – Voice
Richard Christy – Drums
Steve DiGiorgio – Bass

Produziert von Jim Morris & Chuck Schuldliner
Label: Nuclear Blast

CONTROL DENIED “The Fragile Art Of Existence” Tracklist

1. Consumed
2. Breaking the Broken
3. Expect de Unexpected
4. What if…?
5. When the link becomes missing
6. Believe
7. Cut down
8. The fragile Art of Existence