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CIRCLE: Infektio

CIRCLE: Infektio

Wie, noch nie was von CIRCLE gehört? Die haben doch schon über dreiunddreißig Alben in den letzten zwanzig Jahren rausgebracht. Verstehe, war nicht so deine Baustelle. Aber halt, jedes von CIRCLEs Alben klingt doch anders, zumindest wenn man dem Infoschreiben glauben darf. Ach, es ist eine Krux mit diesen Finnen, die trotz ihrer hohen Kreativität und Diversität noch nicht im Plattenschrank eines jeden mündigen Bürgers hausen. Warum? Naja, weil sie vielleicht auch völlig andere Vorstellungen vom Thema Musik haben, als der Großteil der Menschheit. Lass es mich so erklären: Infektio ist ein leicht jazziges, fusionlastiges Album geworden, eines, das sich in seinen vierzig Minuten beim Hörer nicht wirklich festsetzen will. Auch nicht nach vielen Durchgängen. Aber diese schamanistische Hippiekiste, die sich Anfangs mit Salvos sehr gelungen in episch-krautigen Synthesizerwelten verliert, die hat schon was. Aber weder sind CIRCLE besonders entspannend, noch stressig und Magengeschwür fördernd. Was zur Hölle ist CIRCLE also eigentlich? Es ist ein musikalisches Kollektiv, das seiner Intuition folgt und mit schelmischem Humor die Zwerge auf dem Cover tanzen lässt. Zumindest fast.

Vielleicht merkst du schon, dass ich Infektio nicht so ganz verstehe, das gebe ich aber gerne zu, denn ich glaube, das geht dem Großteil der Menschen so. Weil schon mit dem zweiten Stück Maatunut brechen CIRCLE alle Gesetze, driften in den Jazz ab und haben neben Swingrhythmen und Improv-Piano auch noch seltsame Gitarrenläufe und komisches Geheule parat, bevor ein Rockbreak alles abwürgt. Aber in den folgenden, immer kürzer werdenden Stücken, schrecken CIRCLE auch nicht vor Psychedelic Rock und Folk zurück. Was nach vierzig Minuten bleibt, ist ein Rätsel ohne Lösung. Die finnische Band erscheint konzept- und planlos, doch immer wieder kommen gewisse Momente vor, die dem Ganzen einen gewissen, kruden Sinn geben. Gespielt ist das alles hervorragend, aber so wirklich berühren wollen die verrückten Finnen uns nicht, dafür spacen sie etwas zu sehr in ihrem eigenen Kosmos ab, statt wirklich emotionale Musik zu bieten. Fans der Band, die sich den Zutritt zu diesem Kosmos schon hart erkämpft haben, sehen das bestimmt gänzlich anders und dürfen mir gerne Unwissenheit unterstellen.

Veröffentlichungstermin: 12. April 2011

Spielzeit: 41:48 Min.

Line-Up:

Julius Jääskeläinen – Guitar
Janne Westerlund – Guitar
Pekka Jääskeläinen – Guitar
Ash Bowie – Guitar
Jussi Lehtisalo – Bass, Vocals
Tomi Leppänen – Drums
Mika Rättö – Keyboards, Vocals

Label: Conspiracy Records / Ektro Records
MySpace: http://www.myspace.com/circlefinland

Tracklist:

1. Salvos
2. Maatunut
3. Peruuttamatonj
4. Pisara
5. Saarnaaja
6. Kalpea