CANNIBAL CORPSE: Kill

CANNIBAL CORPSE: Kill

Ziemlich lieb- und einfallslos, wie CANNIBAL CORPSE ihre neue Scheibe benannten. Einfach nur Kill. Dabei ist es doch so offensichtlich, dass diese Musik nichts anderes soll als töten. Immerhin heiß es ja Death Metal. Zugegebenermaßen, ich bin vom Titel des Albums ziemlich enttäuscht, da hatte die Band in der Vergangenheit bessere Einfälle parat. Aber ein Glück, dass Kill musikalisch nicht ebenso langweilig ist. Aber hier ist auch die Kannibalen Verlass, Kill bietet wieder mal die ganze Palette an musikalischen Grausamkeiten, die man von der Band gewohnt ist.

The Wretched Spawn ging irgendwie an mir vorbei, aber als großer Freund der Scheibe „Gore Obsessed und der neueren Alben der Band überhaupt gefällt auch Kill mir verdammt gut. Technisch so ziemlich das beste was man kriegt, mit viel Power, cleveren Ideen, Brutalität bis die zum Arsch raushängt. Das bedeutet eine Dreiviertelstunde voller die Ohren zerschneidender Riffs, tightem und krassem Drumming, der wahnsinnigsten Bassarbeit überhaupt und Gebrüll der Marke Leck mich fett. Ganz ehrlich, ich befürchtete, mich könnte dieses Album nicht mitreißen, da ich auch in letzter Zeit nicht mehr viel CANNIBAL CORPSEgehört hatte, aber Kill ließ das Feuer neu entfachen.

Ganz ehrlich, durch alle Songs bin ich noch nicht durchgestiegen. Unter anderem, weil nach dem Weggang von Jack Owen die Nummern fast ausschließlich kranker, technischer Natur sind. Keine langsamere, simplere Auflockerung für zwischendurch, schade. Das lässt Kill verdammt anstrengend erscheinen, aber dennoch. Wer die Band mag wird auch mit diesem Album etwas anfangen können. Daran sind nicht zuletzt Songs wie der Opener Time to Kill is Now, Five Nails Through the Neck, The Discipline of Revenge, Submerged in Boiling Flesh oder das düstere Outro Infinite Misery schuld. Keine Füller sind auf Kill zu hören, dafür wird man nach und nach von diesem Album süchtig. So wie es sich eben für ein gutes Death Metal-Album gehört.

Die Band um den Corpsegrinder zeigt sich wie erwartet von ihrer besten Seite – eben Perfektionisten, die nichts dem Zufall überlassen. Deshalb saß auch Death Metal-Münchhausen Eric Rutan an den Reglern und zauberte für dieses Album einen massiven, fetten und doch lebendigen Sound, bei dem die Gitarren schön erdig und fett klingen. Todesbleier machen mit dem Kauf dieser Schlachtplatte sowieso nichts falsch, für die ist Kill natürlich Pflicht, auch wenn Gore Obsessed besser ist. CANNIBAL CORPSE bauen hier ihre Vormachtstellung weiter aus – wie erwartet. Kompromisslos brutal, kreativ und niveauvoll – und gerade darum sind sie ihren Nachmachern um Längen voraus.

Veröffentlichungstermin: 24. März 2006

Spielzeit: 42:17 Min.

Line-Up:
George Corpsegrinder Fisher – Vocals

Pat O`Brien – Guitar

Rob Barrett – Guitar

Alex Webster – Bass

Paul Mazurkiewicz – Drums

Produziert von Erik Rutan
Label: Metal Blade Records

Homepage: http://www.cannibalcorpse.net

Tracklist:
1. The Time to Kill is Now

2. Make them Suffer

3. Murder Worship

4. Necrosadistic Warning

5. Five Nails Through the Neck

6. Purification by Fire

7. Death Walking Terror

8. Barbaric Bludgeonings

9. The Discipline of Revenge

10. Brain Removal Device

11. Maniacal

12. Submerged in Boiling Flesh

13. Infinite Misery

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle