BURIED AT SEA: Ghost

BURIED AT SEA: Ghost

Glaubst du an Geister? Glaubst du, dass sie dich eines Tages heimsuchen werden? Wenn du Nachts allein in deiner Wohnung bist und plötzlich eine Stimme hörst, hast du dir das nur eingebildet oder war da wirklich jemand? Und in der Nacht, als du den verlassenen Weg am Waldesrand entlang gelaufen bist, warst du wirklich allein? Ein Geist sind auch BURIED AT SEA, nach jahrelanger Stille aus ihren Gräbern auferstanden, um uns heimzusuchen. Und sie sind ein böser Geist, ein bitterböser. Einer, der dich jagt, der keine Ruhe gibt, bis zu am Boden liegst und wimmerst.

BURIED AT SEA, die mit dem Album Migration einen Meilenstein des Drone Dooms, respektive Sludge veröffentlicht haben, legen endlich ein neues Lebenszeichen vor und zeigen, dass sie nichts verlernt haben. Im Gegenteil, mit dem nihilistisch-brutalem Gedröhne von Migration hat Ghost nur bedingt etwas zu tun, da das Quartett nun mehr in die psychedelische Richtung geht. Das heißt nicht, dass sie freundlicher, friedlicher oder zugänglicher geworden sind. Das heißt nur, dass du von diesem 30-minütigen Song zerschmettert wirst. Langsam, aber sicher. Zunächst gar nicht in Fahrt kommend, wird man von den ersten Ausbrüchen des Werkes überrannt und zerquetscht. Wenn du Ghost ein paar mal durchgemacht hast, dann wirst du aber auch erkennen, dass dies hier das abwechslungsreichste und gleichzeitig stimmigste ist, das man aus 30 Minuten heftigstem Doom machen kann.

Das fast ausschließlich instrumentale Stück ist eine Reise in die tiefsten Abgründe deiner Seele, ist so atmosphärisch wie BOHREN UND DER CLUB OF GORE und genauso finster. Wie eine Armee der Toten kriecht dieses Stück Musik auf dich zu, läuft dir kalt über den Rücken, nimmt dich völlig gefangen. Diese zeremonielle Geisterbeschwörung glänzt mit kellertiefen, sehr intelligent eingesetzten Riffs, herben, verzerrten Bassläufen und energetischem Drumming. Ergänzt wird die instrumentale Seite von hier und da dezent eingesetzten analog Synthesizern, was eine absolut eigene Atmosphäre aufbaut. Meistens braucht es das gar nicht mehr, denn BURIED AT SEA sind, trotz der musikalischen Anlehnung an viele andere Bands, ein sehr eigenständiges Kollektiv. Zwar gab es einige Riffs schon mal bei ELECTRIC WIZARD oder YOB zu hören, aber noch nie derart grimmig und böse. All das gipfelt dann, wenn sich der gequälte, extreme Gesang über die Musik legt. Nur zweimal, und beide Male zieht es dir die Schuhe aus.

Ghost ist ein unglaubliches Stück Musik, eines das derart intensiv ist und mit so vielen Facetten und intelligentester Dynamik aufwartet. Dabei ist die erdige Produktion, für die Bandmitglied Sanford Parker verantwortlich ist, absolut passend. Das großartige Artwork unterstreicht die Bilder im Kopf des Hörers und sorgt für zusätzliche Gänsehaut. BURIED AT SEA haben ihre ganzen Stärken in ein sehr langes Stück gepackt, das zum Besten zählt, was dieses Jahr in diesem Genre veröffentlicht wurde. Ein großartiges Werk, das du hören musst, wenn du Doom liebst.

Veröffentlichungstermin: 16. November 2007

Spielzeit: 30:00 Min.

Line-Up:
B. Daniel
J. Depew
S. Parker
B. Sowell

Produziert von BURIED AT SEA
Label: Neurot Recordings

Homepage: http://www.buriedatsea.net

Tracklist:
Ghost