BISON B.C.: Quiet Earth

Eine gelungener Marihuana-Bier-Cocktail für Freunde von MASTODON und HIGH ON FIRE.

Dieser uralte Paarhufer kann euch jungen Gazellen das Rocken lernen. Das aus Vancouver stammende Urzeittier mit dem Namen BISON B.C. hält mit seinen Einflüssen ebenso wenig hinter dem Berg, wie mit seinen guten Ideen und Songs. Hier haben sie Pate gestanden, MASTODON und HIGH ON FIRE, hier ist das Riffing und die Kehle des Matt Pike ebenso ersichtlich wie die Rhythmen eines Brann Dailor sowie die Lead Gitarren von Brent Hinds und Bill Kelliher. Grob gesagt, ja, es handelt sich bei Quiet Earth, dem zweiten Album des Gespanns, um eine Mischung aus diesen beiden Bands. Aber trotzdem macht es verdammt Spaß.

Und doch, so richtig ausgereift erscheint das die religiöse Kraft des Riffs BISON B.C. noch nicht, trotz seiner vielen Jahrhunderte des Wandelns auf diesem Planeten. Die massiven Riffs leiten zwar durch das Album, mit einer Wucht und einer Spielfreude, die sich gewaschen hat. Nur ansteckend ist das nicht immer, aus zweierlei Gründen. Einerseits wirken die Riffs manchmal recht ähnlich und gleichförmig, andererseits sind die Songs an diesen Stellen nicht immer intensiv, manchmal verkommt das alles zum Selbstzweck. Ganz anders sieht es aus, wenn die Gitarristen irre Melodien aus dem Ärmel schütteln, wie im furiosen Finale von Slow Hand of Death, im großartigen Wendigo-Doppel oder beim Instrumental Medication. Hier ist sie zu hören, die große Leidenschaft und die Fähigkeit, lupenreine Songs zu schreiben.

Das gleicht auch schwächere Nummern wie These Are My Dress Clothes aus, die live bestimmt auch Kracher sind, aber auch Platte eher belanglos erscheinen. Stellenweise vermögen BISON B.C. eben ihre Energie noch nicht auf Platte zu bannen. Und trotzdem ist Quiet Earth eine gelungene Marihuana- und Bier-Scheibe geworden, die sich Fans der oben genannten Bands, aber auch von BARONESS auf Lunge reinziehen dürfen. Das hässliche Cover sollte euch nicht abschrecken, denn diese schön erdig produzierte Abenteuerreise ist durchaus ein Tipp für das angesprochene Klientel, sofern ihr mit kleinen Makeln leben könnt.

Veröffentlichungstermin: 10. Oktober 2008

Spielzeit: 43:58 Min.

Line-Up:
James Gnarwell – Vocals, Guitar
Dan And – Vocals, Guitar
Masa Anzai – Bass
Brad MacKinnon – Drums

Label: Metal Blade Records
MySpace: http://www.myspace.com/bisoneastvan

Tracklist:
1. Primal Emptiness of Outerspace
2. Dark Towers
3. Slow Hand of Death
4. Wendigo Pt. 1 (Quest for Fire)
5. These Are My Dress Clothes
6. Wendigo Pt. 2 (Cursed to Roam)
7. Medication
8. Quiet Earth