BEARTOOTH: Below

BEARTOOTH verlassen sich auf Bewährtes: “Below” verbindet Metal, Rock’n’Roll sowie Hardcore Punk und setzt dabei auf einprägsame Hooks, die Massen bewegen können.

Vielleicht sind es ausgerechnet die Gegensätze, die BEARTOOTH dahin gebracht haben, wo sie nun sind: Im Studio das Soloprojekt von Mastermind Caleb Shomo hat sich das feste Tour-Line-Up den Ruf einer hervorragenden Live-Band erspielt. Musikalisch impulsiv, energiegeladen und aufbauend, bleibt Shomo inhaltlich oft ernst und düster.

An dieser Grundausrichtung rüttelt auch „Below“ in keiner Weise: Album Nummer vier ist BEARTOOTH in Reinform. Kein Wunder, die selbst geschaffene Nische zwischen Metal, Rock’n’Roll und Hardcore Punk ist eben auch verdammt sexy: rotzige Riffs, eine gesunde Ladung Dreck, knallende Breakdowns und ein paar unwiderstehliche Hooks als Garnitur oben drauf. Klingt nach Erfolgsrezept und ist es auch: Die Single „Devastation“ prescht ungehalten nach vorne, schüttelt einen catchy Refrain aus dem Ärmel und knallt uns schließlich einen Moshpart vor den Latz, der sich gewaschen hat. Kurz zuvor versprühte der Opener „Below“ noch kantiges Rock-Flair mit einer satten Portion Groove.

Auch “Below” setzt wieder auf einprägsame Hooks, mit denen BEARTOOTH Massen bewegen können

Fast immer mit dabei sind zudem die radiotauglichen Gesangslinien Shomos, der natürlich weiterhin formidabel schreien kann und das auch in schöner Regelmäßigkeit tut („Dominate“, „Hell Of It“), mit denen BEARTOOTH nicht nur live die Massen bewegen können. „The Past is Dead“ trägt dabei mit seinen Millennial Whoops arg dick auf, im Kontext des Albums kriegt der Multi-Instrumentalist dennoch die Kurve. Möglich, dass die zweifellos zeitgemäße und doch auf Rotz getrimmte Produktion hier ihren Anteil beiträgt: Der Bass sägt und wummert, während die Gitarren in „Fed Up“, dem instrumentalen Rausschmeißer „The Last Riff“ oder in der zweiten Hälfte von „No Return“ Zähne zeigen dürfen.

Dass BEARTOOTH am Ende des Tages trotzdem auf süßliche Melodien und einprägsame Hooks setzen, ist nicht nur aus kommerziellen Gründen verständlich: Selbst angesichts der intimen und oft bedrückenden Themen ist „Below“ letzten Endes ein Album über persönliches Wachstum. Caleb Shomo weiß, wovon er spricht, wenn er vom Ringen mit den eigenen Dämonen erzählt, die ihn nach unten in seine persönliche Hölle ziehen wollen („Below“). Doch es wäre kein BEARTOOTH-Album ohne einen Funken Optimismus: „I Won’t Give Up“ etwa zeigt Shomo reflektiert und charakterlich gestärkt.

BEARTOOTH verlassen sich auf Bewährtes, bleiben aber mitreißend

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Kompositionen, weshalb es wenig verwundert, dass „Below“ trotz seines düsteren Artworks auch eine Scheibe für die warmen Monate ist. Obwohl Shomo eigentlich auf Nummer sicher geht, sich zu sehr auf Bewährtes verlässt, geht die Rechnung im Gesamten auf. Weil BEARTOOTH weiterhin eruptiv wie mitreißend sind, weil sie erneut die Balance aus Härte sowie Eingängigkeit meistern und weil BEARTOOTH lyrisch der deprimierenden Realität einen Funken Hoffnung zur Seite stellen. Der Erfolg scheint deshalb nahezu vorprogrammiert – an Gegensätzen mangelt es schließlich auch diesmal nicht.

Veröffentlichungstermin: 25.06.2021

Spielzeit: 44:38

Line-Up

Caleb Shomo – Vocals, Guitars, Bass, Drums

Tour-Lineup
Will Deely – Gitarren
Zach Huston – Gitarren
Oshie Bichar – Bass
Conor Denis – Drums

Produziert von Caleb Shomo

Label: Red Bull Records

Homepage: https://beartoothband.com/
Facebook: https://www.facebook.com/BEARTOOTHband

BEARTOOTH “Below” Tracklist

  1. Below
  2. Devastation (Audio bei YouTube)
  3. The Past Is Dead (Video bei YouTube)
  4. Fed Up (Video bei YouTube)
  5. Dominate
  6. No Return
  7. Phantom Pain
  8. Skin (Video bei YouTube)
  9. Hell of It (Audio bei YouTube)
  10. I Won’t Give It Up
  11. The Answer
  12. The Last Riff