BALANCE OF POWER: Heathen Machine

Für Fans von QUEENSRYCHE, CONCEPTION und LANFEAR ein Pflichtkauf!

War das Vorgängerwerk Perfect Balance schon guter melodischer Power Metal mit Hirn, so ist nun bei “Heathen Machine” noch eine große Portion Seele in die Kompositionen eingeflossen. Ich will jetzt sogar mal behaupten, dass „Heathen Machine“ das Album ist, welches QUEENSRYCHE nach ihren beiden exzellenten Werken Operation:Mindcrime (1988) und „Empire“ (1990) hätten veröffentlichen sollen.

Die Engländer präsentieren auf ihren neuen (mittlerweile fünften) Longplayer zudem einen neuen Frontmann. John K. ersetzt den Amerikaner Lance King, was BALANCE OF POWER neben den Arrangements, vor allem durch seine göttliche Stimme den QUEENSRYCHE-Touch gibt. John K. versteht es in die neun erstklassigen Songs viel Charisma, Herz und ebenso Power einzubringen. Für mich einer der besten Sänger Europas.

Schon beim nur gesungen Opener „The Rising“ schafft es John ein Gänsehautfeeling zu verbreiten und der folgende Titeltrack „Heathen Machine“ mutiert alsbald zum Albumhighlight. Progressiv angehauchter Power Metal, der zunächst episch die Spannung aufbaut, um sich dann im Uptempobereich und dem eingängigen Refrain zu einem Ohrwurmsong vor dem Herrn wandelt. Immer wieder kommt mir Geoff Tate und seine Mannen in den Sinn. Jedoch sind BALANCE OF POWER keineswegs ein billiger Abklatsch der Götterband aus den USA, sondern entwickeln ihren eigenen Charme auf der Platte.

Weiter geht’s im Programm mit dem über siebenminütigen „I Wish You Were Here“, welches von Keyboards eingeleitet und mit prägnantem Rhythmus fortgeführt wird. Es folgen akustische Gitarren, die stimmungsvoll den Track auf den Höhepunkt, den Refrain, der einem nicht mehr aus dem Kopf will, bringt. „Chemical Imbalance“ startet energischer, herausfordernder und ein Wechselspiel aus leichter Depression und Willenskraft prägt diese Komposition.

Sanfte Pianoklänge mit balladeskem Gesang lassen uns bei „No Place Like Home“ zunächst in weite Sphären abtreiben, jedoch holt uns die groovende Rhythmusfraktion Bill Yates und Lionel Hicks schnell wieder in die Realität zurück und hinterlässt eine epische Midtemponummer mit phantastischem Refrain. SYMPHONY X-artig mit treibenden Drumrhythmen und dezenten MAIDEN-Einflüssen in der Strophe von „The Eyes Of All The World“ zeigt auf, dass BALANCE OF POWER sehr variabel agieren können. Bei der Halbballade „Just Before You Leave“ zieht der neue Frontmann erneut sein ganzes Register und lässt so manchen hoch gehandelten Sänger alt aussehen. An sich eine Halbballade wie sie sein muss, ohne Kitsch und überladenen Schnickschnack. Die über achtminütige Mammutnummer „Wake Up Call“ ist wohl der progressivste und härteste Song auf „Heathen Machine“. Doublebass und abgedrehte Takte treffen aufeinander. Hierbei stört mich einzigst der etwas einfallslose Refrain, was aber aufgrund der sonstigen Klasse des Stücks nicht weiter ins Gewicht fällt. Erinnert mich von der Art her ein wenig an CONCEPTION.

Als letztes präsentieren uns BALANCE OF POWER „Necessary Evil“. Mit epischen Keyboards und einer treibenden Doublebass steigt der Fünfer in den Track ein und entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer orientalisch angehauchten melodic Power Metal-Nummer, die nochmals das Können der Musiker aufzeigt.

Geile Scheibe und für mich ein weiteres Highlight aus dem progressiven melodic Power Metal-Genre. Für Fans von QUEENSRYCHE, CONCEPTION und LANFEAR ein Pflichtkauf!

Veröffentlichungstermin: 22.09.2003

Spielzeit: 56:43 Min.

Line-Up:
John K – vocals

Lionel Hicks – drums

Pete Southern – guitars

Bill Yates – guitars

Tony Ritchie – bass

Produziert von Lionel Hicks
Label: Massacre Records

Hompage: http://www.balance-of-power.com

Tracklist:
The Rising

Heathen Machine

I Wish You Were Here

Chemical Imbalance

No Place Like Home

The Eyes Of All The World

Just Before You Leave

Wake Up Call

Necessary Evil