ANGANTYR / NASHEIM: Split

ANGANTYR / NASHEIM: Split

Haevn ist noch warm, da schieben ANGANTYR bereits wieder eine Veröffentlichung nach. Dieses Mal hat man sich mit den schwedischen Genre-Kollegen NASHEIM zusammen getan, mit denen die 52 Minuten Spielzeit fair geteilt werden, auch wenn dies ein erster Blick auf die Trackliste nicht vermuten lässt. Des Rätsels Lösung: NASHEIMs Sövand Mjöd Vill Jag Tömma ist allein schon über 20 Minuten lang, während ANGANTYRs Songs normaleren Längegesetzen gehorchen.

Der erste Teil der Split gehört also ganz ANGANTYR, die mit zwei neuen Songs und einer Live-Umsetzung des Kampen Forsaetter-Tracks I Der Knaeler I Ynk aufwarten. Die Live-Aufnahme ist erwartungsgemäß roh ausgefallen, und Ynleborgaz` Schrei Angantyr! geht durch Mark und Bein. Stilgerecht wird der alte Song zum Besten gegeben, der seine Macht auch in soundtechnisch suboptimalen Witterungsverhältnissen entfalten kann. Die beiden anderen Kreationen Arngrims Haevn und Edsvoren leiten diese Zeitreise ansprechend ein, erinnern sie doch mehr an die frühen Kampen Forsaetter-Tage als an die jüngeren Werke ANGANTYRs. Auch hier ist die Produktion rau ausgefallen, die Gitarren scherbeln, der Gesang wirkt verfremdet. Hier und da ziehen Erinnerungen an die alten Zeiten von DARKTHRONE und BURZUM auf, wenngleich ANGANTYR stets ihre eigene Duftmarke beibehalten. Dies zeigt sich auch im, in langsameren Gefilden angesiedelten Edsvoren – zwar kommt hier kein großartiger Abwechslungsreichtum auf, aber Ynleborgaz hat einfach das kompetente Händchen für das Aufrechterhalten einer düsteren Atmosphäre mittels hypnotischen Songs.

Das schwedische Duo NASHEIM nähert sich der schwarzmetallischen Materie wesentlich langsamer – bis der ungezähmte Geist von Sövande Mjöd Vill Jag Tömma erwacht, dauert es über zwei Minuten. In einer ebenfalls schroffen Produktionslandschaft lassen sich die Schweden bewusst Zeit mit Songaufbau, bauen immer wieder ruhigere, langsame Passagen ein, die dann wiederum in verzerrte Schwarzmetallparts münden. Auch wenn Sövande Mjöd Vill Jag Tömma nicht der große Wurf ist, so schaffen NASHEIM damit doch ein stimmiges, nicht auf einen schnöden Höhepunkt ausgelegtes Gegenüber zu den drei Tracks von ANGANTYR.

Somit herrscht bei dieser ansprechenden Split-Veröffentlichung eindeutig Kaufpflicht für Fans von ANGANTYR und NASHEIM. Wer zudem auf rauhe, atmosphärische Black Metal-Klänge nordischer Prägung jenseits von Geschwindigkeitsrekorden und Plastikproduktionen steht, sollte das Ergebnis dieser dänisch-schwedischen Zusammenarbeit ebenfalls auf die Einkaufsliste setzen…

Veröffentlichungstermin: 07.09.2007

Spielzeit: 52:25 Min.

Line-Up:
ANGANTYR
Ynleborgaz: alle Instrumente, Stimme

NASHEIM
E: Vocals, Gitarren, Drum Programmierung
M: Bass
Label: Northern Silence Productions / Twilight

Homepage: http://www.angantyr.dk

Email: http://www.nasheim.se

Tracklist:
ANGANTYR
1. Arngrims Haevn
2. Edsvoren
3. I Der Knaeler I Ynk (live)

NASHEIM
4. Sövande Mjöd Vill Jag Tömma

Arlette Huguenin Dumittan
Arlette ist seit 2000 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, MAYHEM, HAIL OF BULLETS. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.