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AMORPHIS: Am Universum

"Summer`s End" – so hieß ein Song auf dem letzten Amorphis Album "Tuonela". "Summer`s End" – diese beiden Wörter beschreiben genau die Atmosphäre des neuen Amorphis Albums "Am Universum". Ein wunderschönes Rock-Album…

“Summer’s End” – so hieß ein Song auf dem letzten AMORPHIS-Album “Tuonela”. “Summer’s End” – diese beiden Wörter beschreiben genau die Atmosphäre des neuen AMORPHIS-Albums “Am Universum”. Ein schöner Spätsommertag, an dem die Sonne vor strahlend blauem Himmel scheint, an dem Vögel zwitschern und Grillen zirpen. Ein Tag, an dem aber auch ein kühler Wind die ersten Blätter von den Bäumen torkeln lässt, an dem die Sonne merklich früher untergeht, an dem sich der Herbst und seine graue Regentage ankündigen. Aber für den Moment ist noch alles wunderschön…

AMORPHIS gehen den Weg, den sie mit “Tuonela” eingeschlagen haben, weiter. Vorbei sind die Tage der Growls und der heruntergestimmten Gitarren. “Am Universum” ist keine Metal-Platte – sondern ein ganz wunderbares Rockalbum. Das Prädikat wunderbar verdient “Am Universum” wegen des hervorragenden Gesangs von Pasi, dem die Bezeichnung ausdrucksstark mehr als angemessen erscheint, so klar transportiert er mit seiner Stimme die Stimmung des Albums.

Stellenweise ist “Am Universum” zum Heulen schön

Doch nicht nur der Gesang ist bezaubernd, “Shatters Within” ist nur einer der Songs, der mit einem Gitarrenlead den Hörer bewegt. Zum Heulen schön. “Forever More” verströmt durch die akustischen Schrammel-Gitarrenparts eine entspannte und dennoch eindringliche Stimmung.

Und dann sind da noch die erdig-warmen, organisch klingenden Keys von Santeri – Hammondsounds, die einfach faszinieren, wie zum Beispiel beim Refrain zu “Grieve Stricken Heart”. Saxophon-Klänge wecken dann und wann die Melancholie der Songs, die halb verborgen unter den eingängigen Melodien und Gesangslinien schlummert. “Veil Of Sin” ist eine Halb-Ballade, die nicht nur Alibi-Funktion hat, sondern wirklich anrührt. Die Harmonie von Gesang und einfach gelungenen Instrumentalparts – seien es raumfüllende Hammondorgel-Sequenzen, wabernd-sphärische Sounds oder kleine, aber nicht minder beeindruckende Gitarrenparts – ist vollkommen. Da stören auch Jam-Sessions in den Songs nicht, AMORPHIS improvisieren angenehm unaufdringlich und verzichten auf überlange Solo-Parts – lediglich der Song “Crimson Wave” scheint mir etwas zu ungeordnet und planlos.

Auch “Am Universum” ist unverkennbar AMORPHIS

“Am Universum” mag für viele alte Fans der Band ein weiterer Stilbruch sein, doch ist dieses Album noch immer unverkennbar AMORPHIS, diese ganz typischen, finnischen Folk-Melodien findet man in diesem Universum noch immer zuhauf, allerdings eingebettet in einen leicht psychedelischen Siebzigerjahre-Drogen-Sound, der der Band aber sehr gut steht.

Vermutlich ist mir bei diesem Album jegliche objektive Bewertung misslungen ist. Ich liebe dieses Album. Nicht mehr und nicht weniger. Und das, wo ich doch eigentlich mit Musik dieser Art recht wenig anfangen kann… Reinhören sollte jeder, der halbwegs offen ist und mit verdammt gut gemachter Rockmusik etwas anfangen kann!

AMORPHIS “Am Universum” Tracklist

  1. Alone
  2. Goddess (Of The Sadman)
  3. The Night Is Over
  4. Shatters Within
  5. Crimson Wave
  6. Drifting Memories
  7. Forever More
  8. Veil Of Sin
  9. Captured State
  10. Grieve Striken Heart

Spielzeit: 49:48

Besetzung:

Pasi Koskinen – Gesang
Tomi Koivusaari – Gitarre
Esa Holopainen – Gitarren
Niclas Etelävuori – Bass
Santeri Kallio – Keyboards
Pekka Kasari – Schlagzeug

Label: Nuclear Blast

Veröffentlichungstermin: 26.03.2001

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