TRAITOR: Knee-Deep In The Dead

TRAITOR-Knee-Deep-In-The-Dead-cover

Manchmal kann Metal so wunderbar einfach sein. Manch eine Band gibt einem ja heutzutage gerne mal das Gefühl, dass man ohne Studium von zwanzig Semestern Philosophie sowie intensiver Beschäftigung mit allerlei okkultem Geschwurbel irgendwie nicht so richtig dazugehört und das Gesamtkunstwerk eh nicht versteht. Und dann sind da TRAITOR aus Balingen, der Heimatstadt des BANG YOUR HEAD. Diese Jungs sind deutlich simpler gestrickt, was Musik und Inhalt angeht. Vom Cover von “Knee-Deep In The Dead”, dem dritten Album der Band, grinst uns ein Predator mit dem abgeschnittenen Kopf von Duke Nukem in der Hand entgegen. Alles klar, ihr habt mich! Wenn jetzt noch musikalisch nix schiefgeht, könnte es Liebe werden.

TRAITOR liefern Old School-Thrash der einfach nur Spaß macht!

Um die knisternde Spannung ein wenig raus zu nehmen: Es geht nichts schief! TRAITOR spielen brettharten Thrash Metal, der vor allem nach deutscher Wertarbeit ala SODOM und KREATOR aber auch nach SLAYER klingt. Andreas Mozer, der seine Aufgabe als Brüllwürfel von hinterm Schlagzeug aus wahrnimmt, keift sich auf höchstem Aggro-Level durch die insgesamt neuen Eigenkompositionen plus das RAMONES-Cover “Blitzkrieg Bob”. Der Kerl schreit wie jemand, dem kurz nach Schließung der Tanke auffällt, dass kein Bier mehr im Haus ist. Thematisch befasst er sich mit gesellschaftlich hochbrisanten Themen aus Filmen und Videospielen, sei es nun “Predator”, “Alien”, “Duke Nukem” oder “Doom”. Da trifft er genau den richtigen Nerv bei mir. Es müssen ja nicht immer die großen, weltbewegenden Themen sein. Dafür haben wir ja Mille, Barney und co.

Musik für die Momente, in denen es am wichtigsten ist, dass genug Bier im Kühlschrank steht!

TRAITOR schaffen es, aus altbekannten und tausend Mal benutzten Zutaten ein äußerst schmackhaftes Gericht zu kochen. Mit dem Einstiegs-Trio “Mad Dictator”, “Predator (Skinned Alive) ” und “Nuke Em All” legen TRAITOR einen blitzsauberen Start hin und das restliche Material fällt da auch nicht wirklich ab. Die Songs bewegen sich allesamt zwischen Up Tempo und purer Raserei. “Demonic Possession” beginnt düster und schleppend in bester “Dead Skin Mask”-Manier bevor TRAITOR dann doch wieder den High Speed-Knüppel rausholen. Natürlich sind von diesem Album keine neuen Impulse und keinerlei Innovationen zu erwarten, wozu auch? “Knee-Deep In The Dead” macht einfach verdammt viel Spaß und manchmal ist das alles was nötig ist. Das ist Musik für die Momente, in denen es am wichtigsten ist, dass genug Bier im Kühlschrank steht – denn wenn nicht, siehe oben! Zusammen mit “Chain Reaction”, dem neuen Album der Kölner PRIPJAT gehört “Knee-Deep In The Dead” einfach bei jedem Thrasher in die Sammlung.

Veröffentlichungsdatum: 27.04.2018

Spielzeit: 39:18

Line Up:
Andreas Mozer – drums, vocals
Gerd Hery – guitars, backing vocals
Matthias Koch – guitars, backing vocals
Lorenz Kandolf – bass, backing vocals

Produziert von: Vagelis Maranis @ Maranis Studio

Label: Violent Creek Records

Bandhomepage: https://www.traitor-band.de
Facebook: https://www.facebook.com/traitorthrash

TRAITOR: “Knee-Deep In The Dead” Tracklist:
01. Mad Dictator
02. Predator (Skinned Alive)
03. Nuke ‘Em All
04. Ebola
05. Pieces of Pale
06. Demonic Possession
07. Knee-Deep in the Dead – Lyric-Video bei YouTube
08. At the Gates of Hell (Intro)
09. Xenomorph
10. Crucifiction
11. Blitzkrieg Bop (RAMONES cover)