vampster Jahresrückblick 2017 von Markus

PARADISE LOST: Medusa

Hammer. Einfach nur Hammer. Ein unerwartet hartes Album von PARADISE LOST (Gitarrist Greg Mackintoshs Songwriting-Einflüsse der neuen Vallenfyre-Songs sind unüberhörbar). Und ein sehr cooles Konzept, dem die Gesangslinien des Albums zugrunde liegen: Greg lies Nick Holmes die Gesangsparts einmal klar, einmal geschrieen einsingen. Im Nachhinein wurden die passenden Teile ausgesucht und für das Album verwendet. Sehr cool. Live war „Medusa“ bei der Releaseshow in Stuttgart ebenfalls ein Erlebnis.

TAU CROSS: Pillar Of Fire

Schön, das ich Crust Punk 2017 (wieder) für mich entdeckt habe. Musikalisch ist das ehrlich punkt angehauchte eh schon immer meins, und Tau Cross haben es geschafft, mich 2017 wieder dafür zu begeistern. Das Album um Ex-AMEBIX-Mastermind Rob Miller, VOIVOD-Drummer Michel „Away“ Langevin und die Gitarristen Andy Lefton (WAR //PLAGUE) und Jon Misery (MISERY) ist ein ehrliches, tiefgründiges Stück Musik, das auch live wunderbar funktionierte. Umso erfreulicher, dass die Band gerade wieder im Studio war, um ein neues Album aufzunehmen.

Es war Mord Unter Kannibalen CD-CoverES WAR MORD: Unter Kannibalen

Traurig gemacht hat es mich ja schon, als JINGO DE LUNCH plötzlich Geschichte waren. Nun tauchen 2017 ES WAR MORD AUF und damit auch wieder die beiden Gitarrenhelden meiner Jugend. Diesmal allerdings mit deutschsprachigem Punk, der mich in seiner Ehrlichkeit und Intensität sofort zu überzeugen und begeistern wusste. Danke dafür!

 

KREATOR: Gods Of Violence

KREATOR schaffen es immer wieder, sich neu zu erfinden, und dafür liebe ich sie. Auch mit „Gods Of Violence“ liefern sie ein perfektes, modernes Thrash Metal Album ab, das die Traditionen bewahrt aber zu keiner Sekunde altbacken oder langweilig ist. So überzeugen KREATOR durch die Bank und begeistern mit vielen neuen Ideen (Powermetal-Parts bei KREATOR? Jaaaa, geil!), die einfach perfekt zu KREATOR 2017 passen.

GRAVE PLEASURES: Motherblood

Im Nachhinein ist es einfach nur schade, dass Sänger Nat McNerney beziehungsweise seine anderen Bandkollegen beim GRAVE PLEASURES-Gig in Mannheim so enttäuschten. Denn das Album ist einfach nur gut. Tanzbarer Weltuntergangs-Gothic-Rock mit einmaliger Atmosphäre und super tanzbaren Songs. „Das macht Spaß“ wäre jetzt der falsche Ausdruck an dieser Stelle. Aber doch, das passt. Wer von dieser Welt eh nichts mehr erwartet und trotzdem einen tollen Soundtrack dazu haben möchte, wird hier (un)glücklich.

moonspell-1755-albumcoverMOONSPELL: 1755
Ein mutiges Album, ohne richtigen Hit und komplett auf portugiesisch gesungen- MOONSPELL können und dürfen das halt. Und die Geschichte des Konzeptalbums wurde perfekt umgesetzt:  1755 wurde Lissabon von einer Naturkatastrophe heimgesucht und zerstört. MOONSPELL haben es geschafft, das perfekt zu vertonen. Mit viel aber nicht zu viel Bombast und Songs, die unglaublich stark und wenig hittig sind. Bin gespannt, was als nächstes folgt.

 

 

Einen richtigen Flop habe ich nicht. Nach wie vor verstehe ich den Sinn von Re-Releases nicht, die einfach nur „Remastered“ sind. Gut, was dahintersteckt, ist eigentlich auch klar…

2017 war ein tolles Konzert-Jahr. Meine Highlights waren INSOMNIUM und BARREN EARTH in Stuttgart, die ein unglaublich tightes Set abgeliefert haben.

Nicke Andersson mit IMPERIAL STATE ELECTRIC in Würzburg, inklusive toller Vorband FACTORY BRAINS war ebenfalls sehr intensiv. Und inklusive der Erkenntnis, dass man trotz Fotoausrüstung in der ersten Reihe aufgeschlagene Knie vom mehr als aktiven Publikum haben kann.

In die persönlichen Analen werden auf jeden Fall TAU CROSS in Hamburg eingehen, weiter unten dazu noch ein wenig mehr dazu.

VOIVOD in Ludwigsburg waren ebenfalls grandios, auch wenn ich erst wegen der relativ geringen Zahl an Besuchern etwas geschockt war, wurde es trotzdem ein Fest mit einer unglaublich sympathischen, fannahen und spielfreudigen Band.

Der Reunion-Gig von BEHIND THE SCENERY in Göppingen war ebenfalls sehr schön. Schön, die Jungs nach gefühlt hundert (15?) Jahren in dieser Spielfreude mal wieder live zu sehen. Dazu gab es noch einen gelungenen Auftritt der „Nachfolgeband“ THEREIN.

Weiteres Highlight: DISILLUSION in Würzburg. Der Gig zur längst überfälligen Single „Alea“ war eine Offenbarung und eine unglaublich sympathische Band und zu unrecht nicht erfolgreichere Band wird zurecht abgefeiert. Und diese Mischung aus hartem, technothrashigem und gleichzeitig emotionalem und tiefgründigen Metal brachte mich tatsächlich zum weinen. Danke, Disillusion für dieses schöne Konzert. Freue mich auf euer neues Album in diesem Jahr.

Schön, dass es nach 19 Jahren vampster immer noch richtige Highlights für uns gibt. Das TAU CROSS-Interview in Hamburg war so eins. Rob Miller ist eine Legende und ein äußerst interessanter Gesprächspartner, dazu gesellte sich Legende Nummer zwei: VOIVOD-Schlagzeuger Away. Ich war noch nie so happy, jemanden ein Bier spendieren zu dürfen :D. Dieses Interview im Hamburger Schellfischposten, das grandiose Konzert danach, das Treffen mit unserem alten Freund Stef von ZOSH, der wegen der Weltturbojugendtage ebenfalls in Hamburg war, und ein paar wunderbare Tage in Hamburg mit Andrea waren mein persönliches Highlight 2017.

vampster lebt! Der Relaunch im Februar war ein richtiger Kick. Das Team ist jetzt wieder ein eingeschworener Haufen. Voll gut. Und sorry Christian, dass du nun morgens manchmal 100 neue Whats App Nachrichten hast :D. Freue mich sehr auf das erste vampster-Treffen seit vielen Jahren in diesem Jahr.

Markus
"Kümmere mich um die Technik und die Weiterentwicklung von vampster, schreibe ab und zu Reviews und schieße bei Festivals und Konzerten Fotos für vampster. Habe das Magazin 1999 mit gegründet."