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MAYHEM: Pure Fucking Mayhem [DVD + CD]

MAYHEM: Pure Fucking Mayhem [DVD + CD]

MAYHEM haben den Black Metal musikalisch mindestens so sehr geprägt wie durch ihre Skandale. Diesem Umstand trägt der INDEX VERLAG nun Rechnung, indem er die MAYHEM-DVD-Dokumentation Pure Fucking Mayhem veröffentlicht. Dank deutschen Untertiteln kann man dem interessanten, an die 90 Minuten langen Dokumentarfilm auch als Nicht-Englischkundiger gut folgen, obwohl beim schönen British English der Erzählstimme kaum ernste Verständnisschwierigkeiten aufkommen sollten. Abgesehen vom leicht billig klingenden Piano für das Menü und Passagen, in denen Ton- und Bildspur leicht asynchron sind, geht die Filmqualität in Ordnung und die morbide Stimmung wird ansprechend und ohne klinischen Hochglanzschnickschnack rübergebracht.

Gerade im Zeitalter der unzähligen YouTube Fragmentfilmchen und der Popularität von Handyvideos von unterirdischer Qualität (bei denen man Band X nur erkennt, weil einem die Gitarrenform bekannt vorkommt), ist Pure Fucking Mayhem eine wahre Wohltat. Der Dokumentarfilm befasst sich zwar mit den Skandalen, fällt aber angenehm unplakativ aus trotz der düsteren Atmosphäre. Mittels Fotos und Interviews werden die damaligen Zeiten in einer umfassenden Revue präsentiert. Interessant ist in diesem Zusammenhang – neben dem Inhaltlichen – auch das Gebaren der Interviewpartner. Während Manheim besonnen, sympathisch, erwachsen und mit leisem Humor erzählt, gibt sich Attila Csihar wesentlich distanzierter. Necrobutcher hingegen scheint sich in einer Schule aufzuhalten und wenn man im Hintergrund eine Bandprobe und Kindergeschrei hört, dann verleiht das dem Gespräch einen – sagen wir mal – sehr eigenen Charakter. Gerade bei den traurigen Kapiteln der Bandgeschichte merkt man zudem, wie es etwa Necrobutcher noch immer nahe geht und man eben auch als harter Black Metaller nicht schwuppdiwupp mal einfach so über tote Freunde plaudert.

So wird weder an heiteren noch ernsteren Erzählungen gespart. Sei es Dead (MORBID), der Necrobutcher zu Beginn der Freundschaft eine tote Maus schickt, das heitere Tape-Traden von Manheim mit NAPALM DEATH oder Necrobutcher, der die Anfänge MAYHEMs mit We started more like a punk band umreisst. Skurrile Infos, etwa dass das Intro zu Deathcrush von TANGERINE DREAM stammt, finden sich genauso wie ein mit Fotos angereicherter Live-Mitschnitt eines Konzertes in Skarpsborg. Großer Abwesender in der Erzählreihe ist hingegen MAYHEM-Drummerlegende Hellhammer, was im Gegensatz zur Abwesenheit von Varg Vikernes doch eher merkwürdig ist. Über letzteren witzelt vor allem Manheim, der BURZUM als Hype und die Alben als shit bezeichnet. Für Unterhaltung und Stillung des Wissenshungers ist somit in allen Kapiteln, die Titel tragen wie III – Ceremony of Opposites (gerüchteweise sollen ja auch SAMAEL einen der berühmten Dead-Überreste per Post bekommen haben), gesorgt.

Während der Dokumentarfilm also dank Schlichtheit, Detailreichtum und Atmosphäre überzeugt, ist die CD, auf welcher unter anderem Songs wie Freezing Moon und De Mysteriis dom Sathanas mit einem Piano interpretiert werden, eher verzichtbar. Als Hintergrundsound für den Film eignet sich diese Art der Musik zwar, pur vermag das Material jedoch nicht zu überzeugen, da es an Dichte, Virtuosität und Spannung fehlt. Zwischendurch kann man sich die so interpretierten Songs also durchaus mal anhören, aber so zwingend originell, wie beispielsweise APOCALYPTICA Metal auf klassischen Instrumenten interpretiert haben, ist das von MAYHEM gebotene Material nicht. Absolut zwingend hingegen ist der Dokumentarfilm. Pure Fucking Mayhem gehört in jede Black Metal-Sammlung!

Veröffentlichungstermin: 21.11.2008

Spielzeit: 126:24 (DVD 90 / Audio 36:24) Min.

Produziert von Stefan Rydehed
Label: Index Verlag / Soulfood Music Distribution

Homepage: http://www.thetruemayhem.com/

MySpace: http://www.myspace.com/officialmayhem