FANTASY FILMFEST 2011 vom 24. bis 31.August 2011 im Cinedom, Köln

Fünfundzwanzig Jahre FANTASY FILMFEST, wenn das mal kein Grund zum Feiern ist. Ein großes Fass machten die Veranstalter allerdings nicht auf. Im Programmheft gab es eine kleine Rückschau auf die Poster aller fünfundzwanzig Festivals, sowie ein paar Presse-Zitate aus all den Jahren. Mein Favorit stammt aus der FAZ im Jahr 2005: "Das FANTASY FILMFEST zeigt, was selbst der Teufel zurückweist". So sieht es aus. Auch dieses Jahr gab es wieder einige großartige Filme aus verschiedensten Genres zusehen, allerdings auch zum ersten Mal einen echten Totalausfall.

Fünfundzwanzig Jahre FANTASY FILMFEST, wenn das mal kein Grund zum Feiern ist. Ein großes Fass machten die Veranstalter allerdings nicht auf. Im Programmheft gab es eine kleine Rückschau auf die Poster aller fünfundzwanzig Festivals, sowie ein paar Presse-Zitate aus all den Jahren. Mein Favorit stammt aus der FAZ im Jahr 2005: Das FANTASY FILMFEST zeigt, was selbst der Teufel zurückweist. So sieht es aus. Auch dieses Jahr gab es wieder einige großartige Filme aus verschiedensten Genres zusehen, allerdings auch zum ersten mal einen echten Totalausfall. Aber alles der Reihe nach.

Don´t Be Afraid Of The Dark

Irgendwie war man es von der Opening Night in den letzten Jahren ja gewohnt, nicht gerade mit den Highlights des Festivals verwöhnt zu werden. Ein Horrorfilm aus der Feder von Guillermo Del Toro lässt da natürlich erst mal hoffen, der Mann hat schließlich in den letzten Jahren so manches Highlight abgeliefert. Diesmal sollte es ein klassischer Haunted House Horror-Film sein und mit Katie Holmes und Guy Pearce konnte man zwei bekannte Gesichter für die Hauptrollen gewinnen.

Es könnte nicht Genre-typischer losgehen: die kleine Sally wird von Ihrer Mama zu Papa und seiner neuen Freundin geschickt, weil Mutti mit der Kleinen nicht klarkommt. Papa ist Architekt und arbeitet gerade an Blackwood Manor, einem alten Herrenhaus mit – wer hätte es geahnt – düsterer Vergangenheit. Schon bald geht der Spuk im Haus los und wie das nun mal so ist glaubt der armen Sally erst mal keiner, bis es dann zu spät ist.

Don´t Be Afraid Of The Dark könnte nicht genre-typischer sein. Auch wenn die kleinen Kreaturen, die Wurzel allen Übels in Blackwood Manor, eher nicht typisch für das Genre sind, so ist der Film letztendlich doch absolut innovationsfrei, was prinzipiell ja nichts Schlechtes sein muss. Insgesamt ist Don´t Be Afraid Of The Dark ein solider Genre-Beitrag mit edler Optik, bei der man deutlich Del Toros Handschrift sieht und sich immer wieder an sein Meisterwerk Pans Labyrinth erinnert fühlt.

Red State

Kevin Smith ist ja vor allem für Filme wie Clerks oder Jay und Silent Bob bekannt. Aber der Mann kann auch anders. Ganz anders. Mit Red State präsentiert uns Smith einen furiosen Ausflug in die Welt religiöser Fanatiker uns staatlicher Brechstangen-Methodik. Drei Jungs verabreden sich online mit einer Dame zum Sex. Als sie diese in ihrem Wohnwagen besuchen, werden sie von ihr betäubt und verschleppt, denn die Gute ist in Wirklichkeit Mitglied der Five Points Trinity Church von Reverend Abin Cooper. Die entführen gerne mal Menschen deren Sexualmoral nicht vor ein paar hundert Jahren stehen geblieben ist und töten diese auf ihrem abgeriegelten Gelände.

FANTASY

Doch als der Deputy des Sheriffs-Departement Verdacht schöpft, wird dieser schnell mal mit der Schrotflinte niedergestreckt. Der Sheriff schaltet daraufhin das FBI in Person von Agent Joseph Keenan (großartig hier: John Goodman) ein, der mit seinem Team schon bald die Order erhält, niemanden leben zu lassen, weil es sich schließlich um Terroristen handelt. Die Sektierer erweisen sich allerdings auch als recht wehrhaft, was zu einem vernichtenden Shootout führt, bei dem nicht nur die Polizisten und die Kämpfer der Sekte, sondern auch der eine oder andere Unschuldige über die Klinge springt. Red State startet als Horror-Film und endet in einer wüsten Schießerei. Kevin Smith hat mit diesem nihilistischen Werk bewiesen, dass er auch auf gänzlich ungewohntem Terrain hochklassiges Kino abliefern kann.

Stake Land

Angenommen, man möchte einen Zombie-Roadmovie machen, der in einer, von Zombies überrannten Welt spielt, möchte aber unbedingt irgendwas anders machen, um sich von den gefühlten zehn Millionen anderen Zombie-Roadmovies, die in einer, von Zombies überrannten Welt spielen, zu unterscheiden? Richtig, man ersetzt die Zombies einfach durch Vampire, die sich zwar wie Zombies verhalten aber hey: ES! SIND! VAMPIRE! Vielleicht greift man ja so noch den einen oder anderen Fan des ganzen Blutsauger-Hypes mit ab.

FANTASY

Damit wäre eigentlich fast alles über Stake Land gesagt. Ein mysteriöser Eigenbrötler mit dem sensationellen Spitznamen Mister rettet den jungen Martin, als dessen Familie von Zombies, ach nein, Vampiren abgeschlachtet wird und zieht seitdem mit ihm durchs Land auf der Suche nach einem sicheren Örtchen. Dabei stoßen Sie neben Horden von Zom… ähm Vampiren unter anderem auf eine Nonne und einen religiösen Fanatiker, der mit seinen Schergen gerne Vampire aus Hubschraubern auf Ungläubige wirft. Na ja, in der Post-Vampokalypse kann es halt auch mal langweilig werden.

Alles in allem ist Stake Land kein wirklich schlechter Film, nur leider ist er auch nicht besonders sehenswert, denn es gibt eine Menge deutlich bessere Genrebeiträge. Ach ja, damit auch der letzte Seppel versteht, dass es hier um VAMPIRE und nicht um Zombies geht, heißt der Film auf Deutsch Vampire Nation, denn Stake Land wäre ja zu schwer verständlich gewesen.

Largo Winch II – The Burma Conspiracy

Largo Winch möchte den gigantischen Konzern, den er im ersten Teil von seinem ermordeten Vater erbte, in eine Stiftung umwandeln. Plötzlich holt ihn scheinbar die Vergangenheit ein, als er wegen seiner angeblichen Beteiligung an einem Massaker in Burma vor Gericht gezerrt wird. Also macht sich der stinkreiche Largo auf die Suche nach der Wahrheit und gerät dabei quer über den Globus in Schwierigkeiten.

FANTASY

Der erste Teil von Largo Winch war ein erstklassiger, durchgestylter Action Thriller. Man konnte also auf den zweiten Teil gespannt sein. The Burma Conspiracy startet mit einer wilden, hektisch geschnittenen Verfolgungsjagd, bei der schon mal ordentlich Blech verheizt wird und man es mit der dem Realismus leider nicht mehr ganz so genau nimmt. Dazu kommen noch einige weitere, rasante Action-Szenen wie ein Kampf während die Protagonisten nach einem Sprung aus dem Flugzeug mit noch ungeöffneten Fallschirmen gen Boden rasen. Das ist zeitweise völlig over the top und gefiel nicht jedem, sehr gut choreographiert waren die Szenen aber allemal. Largo Winch II – The Burma Conspiracy ist ein rasant inszenierter Hochglanz Actionfilm, kommt an seinen Vorgänger allerdings nicht heran.

Yellow Sea

Dieses Jahr habe ich mir tatsächlich mal mehr als einen Trailer vor dem Festival angesehen, ziemlich viele sogar. Der zu Yellow Sea war allerdings eher wenig hilfreich, denn koreanisch ohne Untertitel stellt zumindest mich vor gewisse Verständnisprobleme. Nun ja, der Film ist das Zweitwerk von Regisseur und Drehbuchautor Hong-Jin Na, der 2008 bereits mit The Chaser auftrumpfen konnte. Und mit Jung-Woo Ha sowie Yun-Seok Kim waren auch einige Schauspieler aus selbigem Film wieder am Start, was für mich Grund genug war, dem Film eine Chance zu geben. Ich wurde erneut nicht enttäuscht, denn Yellow Sea war für mich persönlich neben Attack The Block das Highlight des diesjährigen Festivals.

 FANTASY

Goo-Nam gehört zur Minderheit der Joseonjoks, die größtenteils im Grenzgebiet zwischen China, Korea und Russland leben. Er arbeitet als Taxifahrer um seine Schulden bei Ganoven abzubezahlen, denen er Geld schuldet, mit dem er seine Frau über die Grenze nach Süd-Korea geschleust hat. Mit dem Schulden abbezahlen tut er sich allerdings schwer, denn den Großteil von dem, was er verdient, verliert er beim Spielen. Ansonsten sitzt er zu Hause in seiner kleinen Bude, trinkt und hadert mit seinem Leben.

Dann stellen seine Gläubiger ihm Myun vor, der ihm anbietet, alle seine Schulden zu bezahlen, wenn er sich nach Seoul aufmacht und dort eine Person für ihn tötet. Wenn er es nicht in der vereinbarten Zeit schafft, muss seine Tochter dran glauben. Bei derlei Optionen willigt Goo-Nam gezwungenermaßen ein und wird nach Seoul geschleust. Und so nimmt Yellow Sea langsam Fahrt auf: die erste Hälfte des Films ist ruhig, schildert Goo-Nams illegale Einreise nach Korea, seine Versuche, sich dem Opfer zu nähren, herauszufinden, wie und wann er zuschlagen kann.

FANTASY

Aber natürlich kommt, als Goo-Nams Zielperson dann tatsächlich den Löffel abgibt, alles anders als geplant und die Hölle bricht los. Goo-Nam wird von der Polizei, von seinem Auftraggeber und Gott weiß wem noch gejagt und die verschiedenen Parteien gehen sich gegenseitig aufs blutigste an die Gurgel. Dabei kommt im ganzen Film so gut wie keine Schusswaffe zum Einsatz, stattdessen hauen und stechen die Protagonisten mit allem aufeinander ein, was sich gerade findet, vom Messer über das Beil bis zum Rinder-Knochen. Und so entwickelt sich eine menschliche Tragödie zu einem Sturm aus Blut und verschrotteten Autos, großartig in Szene gesetzt von Regisseur Hong-Jin Na.

Wie schon The Chaser ist Yellow Sea ganz großes, knochenhartes Kino und kann es locker mit allem aufnehmen, was aus diesem Genre in den letzten Jahren aus Hollywood gekommen ist. Auf dem FANTASY FILMFEST wurde die koreanische Version gezeigt, welche 157 Minuten lang ist und somit 17 Minuten länger als die internationale Version.

Norwegian Ninja

Nach Yellow Sea, dem Highlight des diesjährigen FANTASY FILMFEST folgte mit Norwegian Ninja nicht nur der Tiefpunkt dieses Jahres, sondern womöglich aller FANTASY FILMFEST-Ausgaben auf denen ich anwesend war. Und dabei waren die Voraussetzungen so schlecht eigentlich nicht. Eine norwegische Elite Ninja-Truppe, die das Land gegen amerikanische Imperialisten verteidigt, die Attentate begehen und diese den Kommunisten in die Schuhe zu schieben um einen Krieg gegen die Sowjetunion zu rechtfertigen – das klingt so doof, dass es eigentlich nur richtig gut werden kann.

FANTASY

Eigentlich… Denn abgesehen davon, dass der Film so dermaßen wirr ist, dass es irgendwann einfach nur noch ermüdend wirkt, hatten die Macher auch noch die Super-Idee öfters mal mit Farbfiltern oder grobkörnigem Bild und ähnlichem zu arbeiten, so dass Norwegian Ninja auch optisch verdammt anstrengend wird. Schade um die verschwendete Zeit.

Grave Encounters

Das Genre des Doku-Horrors läuft ja wenn wir mal ehrlich sind seit Blair Witch Project seiner eigenen Form hinterher. Es gibt immer wieder mal ganz nette Genre-Beiträge aber eigentlich hätte man nach genanntem Genre-Meilenstein auch den Deckel zumachen können. Grave Encounters gehört auf jeden Fall zu den Besseren seiner Art. Titelgebend für den Film ist eine Pseudo-Doku-Show, deren Team an Orte geht an denen es angeblich paranormale Aktivitäten gibt. Grave Encounters ist also Doku-Horror über eine Horror-Doku? Genau das. Natürlich ist das Ganze nur ein Fake. Das Medium ist ein Mitglied des Dreh-Teams und hat ungefähr so viel Kontakt zu paranormalem wie der Papst und wenn ein Befragter nichts Paranormales gesehen haben will, dann wird seinem Gedächtnis halt mit etwas Bargeld auf die Sprünge geholfen.

FANTASY

Das Team lässt sich also in einer alten, seit Ewigkeiten leer stehenden Irren-Anstalt (Klassiker!) einschließen, baut das Equipment auf und harrt der Dinge die da kommen mögen. Und das ist erst mal gar nicht so viel. Doch spätestens, als sich Türen und andere Einrichtungsgegenstände ohne äußeren Einfluss bewegen, ahnt das Team, dass es hier vielleicht tatsächlich etwas auf der Spur ist. Doch da ist es schon zu spät und sie sind gefangen in einem Albtraum, in dem Raum und Zeit keine Bedeutung mehr zu haben scheinen. Das Essen ist verdorben, Türen führen nicht mehr dorthin, wo sie hin führen sollten und Notausgänge enden einfach vor einer Wand. Dazu kommen noch die Bewohner der Irrenanstalt, die nicht gerade zur freundlichen Sorte gehören. Insgesamt zählt Grave Encounters zu den besten Genre-Beiträgen in Sachen Doku-Horror, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Super

Kick Ass war für mich einer der Überraschungs-Hits des letzten Jahres. Diese grandiose Superhelden-Parodie muss man einfach gesehen haben. Nun kommt mit Super die Underdawg-Variante von Kick Ass, der kleine, hässliche Bruder quasi. Frank hat es echt nicht leicht. Er arbeitet in einem Diner als Burgerbrater und seine Freundin – gespielt von Liv Tyler – läuft im gerade weg, direkt in die Arme des Drogendealers Jaques, vorzüglich gespielt von Kevin Bacon, der ja als Arschloch immer eine gute Wahl ist. Völlig deprimiert entschließt er sich, als Superheld künftig auf Verbrecherhatz zu gehen, nicht so sehr, weil sein Gerechtigkeitssinn ihn dazu treibt sondern eher um Frust abzubauen. Da wird dann auch mal ein Kerl der vor dem Kino in der Schlange drängelt mit der Rohrzange niedergestreckt.

FANTASY

Bei der Recherche für seine Superhelden-Karriere lernt er in einem Comic-Laden Libby (gespielt von der bezaubernden Ellen Page) kennen, die sich ihm schon bald als Sidekick aufdrängt. Und so gehen der Crimson Bolt und Boltie zusammen auf Verbrecher-Hatz, was auch schon mal in stundenlangem lauern hinter einem Müllcontainer enden kann. Aber letztendlich kommt es natürlich zum finalen Showdown mit Jaques, das Gute siegt und alle sind glücklich… oder? Auch wenn Kick Ass den direkten Vergleich zu Super meiner Meinung nach dann doch für sich entscheidet, ist auch Super ein großartiger Anti-Superhelden-Film, den man auf jeden Fall gesehen haben sollte.

The Dead

Der Zombie an sich ist im neuen Jahrtausend schon lange nicht mehr der langsam dahinschlurfende Feind, vor dem man, wenn er einem dann alleine auf weiter Flur begegnen würde einfach weglaufen könnte. Nein, der moderne Zombie rennt und springt, wäre durchaus Olympia-tauglich. Nicht so beim sehr pragmatisch betitelten The Dead. Hier ist noch alles so wie früher – die Zombies schlurfen langsam auf ihre Opfer zu, ein Entkommen gibt es trotzdem nicht, denn sie sind überall und immer da.

Der Film erzählt die Geschichte von Brian Murphy, einem weißen Soldaten, der bei der Evakuierung aus Zombie-Gebiet mit dem Flugzeug über dem Meer abstürzt. An Land angespült, muss er sich alleine durchkämpfen, bis er auf Daniel Dembele trifft, ebenfalls Soldat und gerade in sein von Zombies attackiertes Heimatdorf zurückgekommen, nur um zu sehen, dass seine Frau von den Untoten gefressen und sein Sohn verschwunden ist. Gemeinsam machen die beiden sich auf den Weg, vorbei an den immer präsenten, wandelnden Toten.

The Dead schafft es die unheilvolle, hoffnungslose Stimmung von Romeros Dawn Of The Dead (dem Original) aufzugreifen und schlägt sich dabei ziemlich gut. Für Fans des modernen Action Zombie-Kinos könnte The Dead eher enttäuschend sein, für Fans der Klassiker ist der Film ein echter Geheimtip.

Chillerama

Da ich nach The Dead noch Zeit hatte, habe ich ich spontan noch zwei Freunden angeschlossen und mir Chillerama angesehen. Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe, bekam man hier doch neben der Rahmenhandlung zusätzlich noch dreieinhalb weitere Filme zu sehen. Die Rahmenhandlung: Ein Mitarbeiter eines Autokinos gräbt die Leiche seiner Frau aus, um sich an ihr zu vergehen, wird von dieser in den Schritt gebissen und schleppt sich infiziert ins Kino um die dort mir nichts, dir nichts die restlichen Anwesenden anzustecken und zu wild kopulierenden Zombies zu machen. Und weil das ja noch abgefahren genug ist, bekommen wir zwischendurch auch noch die Filme der gerade dort laufenden Horror Trash-Nacht zu sehen.

FANTASY

Meisterwerke wie Wadzilla, in dem ein wild gewordenes Spermium die Stadt in Angst und Schrecken versetzt, dem High School-Massaker I Was A Teenage Wearbear oder – Achtung, mindestens Filmtitel des Jahres – The Diary Of Anne Frankenstein der davon handelt, wie Hitler mithilfe der Aufzeichnungen eines Vorfahren der Familie Frank (die sich nach seinen Schandtaten von Frankenstein in Frank umbenannte – alles klar) eine Art jüdischen Frankestein-Golem bauen will. Na, abgefahren genug? Über den vierten Film im Bunde hülle ich jetzt mal das Mäntelchen des Schweigens, er wird Gott sei Dank auch nicht komplett gezeigt, sonst hätte der eine oder andere – eventuell inklusive des Verfassers dieser Zeilen – wohl großzügig zwischen die Stühle gereihert. Amoklaufende Riesen-Spermien, schwule Wer-Bären, Nazi-Golems und kopulierende Zombies – Chillerama dürfte jeden Videoabend aufmischen und ist einfach nur ein riesengroßer Trash-Spaß!

A Lonely Place To Die

FANTASY

Nach Superhelden, Zombies, Geistern und Killerspermien kam der äußerst bodenständige Thriller A Lonely Place To Die zur Abwechslung gerade richtig. Während einer Kletter-Tour finden die fünf Kletterer ein junges Mädchen, das im Wald in einen Verschlag gesperrt wurde. Sie beschließen, das Mädchen in der nächsten Stadt zur Polizei zu bringen, müssen dafür aber einen nicht ganz ungefährlichen Weg wählen, da eine Felswand im Weg liegt. Und natürlich sind die Kidnapper ihnen nach kurzer Zeit auch schon auf der Spur – die gnadenlose Hetzjagd beginnt und am Ende des Tages ist von der kleinen Gruppe nicht mehr viel übrig. Doch auch für die Kidnapper kommt es noch anders als geplant – man sollte eben aufpassen, wessen Tochter man einkassiert. A Lonely Place To Die ist ein gelungener Backwood-Thriller um ein Kidnapper-Duo und das Ganze vor der wunderschönen Kulisse der schottischen Highlands.

Attack The Block

Das FANTASY FILMFEST war so gut wie vorbei und Yellow Sea stand für mich als Jahressieger so gut wie fest. Aber da war ja noch die Closing Night in Form von Attack The Block. Und ja, es wurde noch mal eng, denn Attack The Block war wahrhaftig ein furioses Finale für das diesjährige FANTASY FILMFEST, quasi die damals noch halbwegs aktuellen London-Riots mit Aliens. Eben jene lässt Drehbuchautor und Regisseur Joe Cornish nämlich in einem Londoner Problembezirk landen, just als eine Bande Kids dort die Krankenschwester Sam ausgeraubt hat.

FANTASY

Im Anblick der extraterrestrischen Gefahr tun sich beide Seiten eher unwillig zusammen und verteidigen ihren Block gegen die Alien-Brut. So liefern sich die Kids Verfolgungsjagden durch die Straßen ihres Blocks und Kämpfe im heimischen Hochhaus. Dabei wird ein cooler Spruch nach dem anderen rausgehauen, das Ganze natürlich in schwerstem Dialekt. Attack The Block ist ein actiongeladener Mix aus Alien-Invasion und Millieu-Film und eines der Filmhighlights des Jahres.