SUFFOCATION, DISGORGE (US) und INSISION am 15. Juni 2004 im Rock It, Aalen

SUFFOCATION, DISGORGE (US) und INSISION am 15. Juni 2004 im Rock It, Aalen

Wie sinnvoll und ehrlich eine Reunion ist, hängt von mehrerlei Faktoren ab. Vier Jahre nach ihrem Split vereinigten sich SUFFOCATION im Jahr 2002 wieder und in diesem Frühjahr kam ihr neues Studioalbum Souls to Deny heraus, das sämtlichen Zweiflern und Neidern zeigte wo der Hammer hängt. Selten wenn überhaupt waren SUFFOCATION besser. Daneben lagen die New Yorker auch nicht gerade auf der faulen Haut, wie Touren durch die Staaten zeigten und nun endlich kam eine der einflussreichsten Death Metal-Bands überhaupt wieder nach Europa.

Suffocation Doch zunächst waren DEMENTOR an der Reihe, die ich dank eine Staus verpasste. INSISION im Anschluss spielten Material von ihrem Album Beneath the Folds of Flesh und dem neuen Werk Revealed and Worshipped. Die alten Songs, die eher in der US-Death-Ecke waren, funktionierten gut mit dem neuen, etwas schwedischerem Material und durch die Autoritäre Art des Sängers wurde einiges an Power ans Publikum weiter gegeben, dass aber noch nicht so recht mitziehen wollte, vielleicht auch weil die Alben der Band noch nicht bekannt genug sind. Förderlich für die Band war dieser Auftritt in jedem Fall.

DISGORGE aus den Staaten sind immer die Referenz, wenn die neueste, kaputte und undurchdringliche Death Grind-Scheibe ins Haus flattert und tatsächlich heben sie sich mit ihrem technischen Gehacke nicht von der breiten Masse ab und sind trotz der technischen Fähigkeiten und der kompromisslosen Brutalität einfach nur langweilig, zumindest auf CD. Live hingegen knuspern die Songs von Alben wie She Lay Gutted allerdings schön, vor allem weil die Musik voll in die Fresse geht. Die Musiker jedenfalls sind beeindruckende Techniker, die sich fast nur aufs spielen Konzentrieren und bis auf den Sänger wenig fürs Auge bieten. Songs können sie auch keine schreiben, da sie nur aufs rumschraddeln und –frickeln Wert legen. Der inzwischen auf gut 120 Leute gewachsenen Menge gefiel es, auch wenn die Band sehr anstrengend war. Suffocation
Suffocation Die Headliner des Abends konnte ich kaum erwarten, schließlich war es das erste Mal, dass ich in den Genuss einer SUFFOCATION-Show kam. Hervorragend war es, was SUFFOCATION boten, soviel sei mal vorab gesagt. Mit Infecting the Crypts begann ein grandioses Set, das vor Spielfreude nur so strotzte. Die fünf Bandmitglieder waren hoch motiviert, Sänger Frank Mullen sprang wie besessen umher und brüllte sich die Seele aus dem Leib während die Gitarristen messerscharfe Riffs bei gutem Sound der moshfreudigen Menge vor den Latz knallten. Drummer Mike Smith stellte eine Wand auf, die stand wie ich morgens, wenn mein Wecker geht. Klassiker wie Pierced from Within, Breeding the Spawn, Suspended in Tribulation und Effigy of the Forgotten waren ebenso großartig wie die neuen Songs To Weep Once More, Surgery of Impalement, Demise of the Clone und Subconsciously Enslaved. Sympathische Ansagen, eine wunderbar aufgelegte Band, ein Publikum, das ordentlich mitmoshte und tolle Songs, die auf ewig in den Herzen der Death Metaller stecken, was will man mehr? Okay, vielleicht noch die Songs Catatonia – die Mini Despise the Sun ließen SUFFOCATION übrigens gänzlich aus, dafür wurden alle anderen Schaffensperioden der Band beachtet – und Souls to Deny, aber das sind Kinkerlitzchen. SUFFOCATION sind wieder da und bewiesen erstens, dass ihre Reunion Sinn macht, da sie allen Neidern und Nachmachern zeigen, wo es lang geht und zweitens da sie Reunion-Bands wie CREMATORY vormachen, wie man sich richtig neu formiert. Die Magie ist nach wie vor da und jetzt werden SUFFOCATION hoffentlich endgültig den Thron erklimmen. Eine großartige Show!