SATYRICON: Mein diszipliniertes Drummer-Ich

Um die Wartezeit auf das neue SATYRICON-Werk "Now, Diabolical" zu verkürzen, gibt Drummerderwisch Frost nicht nur Auskunft über seine zwei Drummer-Ichs.

Eigentlich ist es ziemlich riskant, eine Band vor dem ersten Höreindruck des neuen Albums zu interviewen – was, wenn das neue Werk nicht überzeugt? Bei SATYRICON sieht das Ganze schon anders aus, schliesslich haben sich die Norweger noch nie einen Ausfall geleistet. Bereits Dark Medieval Times anno 1993 war legendär, zu dieser Zeit wäre es allerdings etwas schwierig geworden mit einem Interview bei Vampster. Höchste Zeit also, die Wartefrist auf Now, Diabolical zu verkürzen und Drummer Frost anzurufen. Der charmante Norweger klingt unerwartet entspannt am Telefon, von Hyperaktivität wie bei seinem Drumming für 1349 ist im Gespräch nichts auszumachen.

Nun, meine erste Frage zielt in den linguistischen Bereich ab: Warum hat der neue Albumtitel ein Komma in der Mitte? Wie soll man dieses Satzzeichen im Albumtitel interpretieren – waren etwa bis anhin eure Werke nicht diabolisch genug?

Das ist mal eine ganz neue Perspektive, die linguistische. Nun, das Komma ist offen zur Interpretation, allerdings soll es nicht bedeuten, dass unsere Musik bis anhin nicht diabolisch war. Wir haben dieses Komma allerdings auch nie in Frage gestellt, es ist einfach gekommen. So wie bei den anderen Albumstiteln auch: Sie kommen einfach, sie präsentieren sich uns. Und Now, Diabolical hat sich von Anfang an mit einem Komma präsentiert, also haben wir es auch nicht in Frage gestellt, dass ein Titel nun mit einem Komma kommt. Man könnte es aber auf jeden Fall als eine Art Weckruf sehen, ein neues Album, ein neuer Beginn.

Ein neuer Beginn ist ja auch eure Zusammenarbeit mit Roadrunner.

Ja. Wir waren auf Virgin für Volcano, also auch schon ein Major Label. Wir brauchen einfach ein grosses Label, damit die finanzielle Basis stimmt. Wir sind sozusagen zu gross für ein kleines Label. Moonfog hatte zum Beispiel immer eine enge Beziehung zu SATYRICON, aber inzwischen brauchen wir einfach mehr finanzielle Unterstützung bzw. Sicherheit. Sprich: Wir brauchen eine Firma, die hinter uns steht. Roadrunner hat uns das beste Angebot gemacht für Europa, Sony/BMG werden das neue Album in Norwegen veröffentlichen.

Wie lange wollt ihr denn bei Roadrunner bleiben? Habt ihr einen Deal über mehrere Alben abgeschlossen?

FROST
1349 ist wild, voller Grimmigkeit und geht bis aufs Blut. – Bei 1349 kann Frost sein wildes Drummer-Ich ausleben.

Ich weiss nicht, was es für ein Deal ist, ob für ein Album oder mehrere. Wir werden sehen, wie die Zusammenarbeit läuft. Wir tun unseren Job, sie den ihren und wir hoffen, dass am Schluss alle glücklich sind. Beide Seiten müssen zufrieden sein, dann bleiben wir vermutlich bei Roadrunner. So läuft es.

Zum Thema Zusammenarbeit und SATYRICON hat sich Satyr einmal mathematisch geäussert: SATYRICON = Satyr + Frost + X. Wie variabel ist dieses X oder bleibt es in Zukunft ein fester Wert, ein festes Line Up?

Von der Linguistik zur Mathematik. Es stimmt schon, wir zwei und eine Einheit macht die ganze Band aus. Allerdings hatten wir in letzter Zeit ein ziemlich festes Line Up, die Live-Besetzung aus sechs Leuten ist ebenfalls toll. Es ist wirklich eine Band. Satyr und ich sind einfach das Rückgrat von SATYRICON.

Eines Euer Mitglieder ausserhalb des Rückgrats ist ja Obsidian C. von KEEP OF KALESSIN. Wie ist die Zusammenarbeit mit ihm eigentlich zustande gekommen?

Damals waren wir auf Mitgliedersuche und hatten ein Vorspielen organisiert. Er hat dabei komplett überzeugt, darum hat er den Job bekommen und ist jetzt schon ein Weilchen bei uns. Wir sehen die anderen Musiker als vollständige Bandmitglieder an, es ist nicht so, dass sie nur Session-Mitglieder sind. Wir sind eine stabile Einheit, es ist wirklich eine Band.

Ihr habt ja schon in der Vergangenheit auch bei den Alben auf die Mitarbeit anderer Musiker vertraut. Bei Rebel Extravaganza hat beispielsweise Snorre Ruch (THORNS) auch einen Teil der Gitarrenarbeit erledigt. Wie sieht es mit seiner Teilnahme an Now, Diabolical aus?

Die Gitarren für die regulären Songs hat alle Satyr eingespielt. Allerdings gibt es auf der Vinylversion von Now, Diabolical einen Bonussong, den Snorre spielt. Wir haben ihm den Song sozusagen auf den Leib geschrieben, speziell auf seine Spielweise zugeschnitten, sozusagen. Aber es war trotzdem eine rechte Anstrengung für ihn, diesen Bonussong einzuspielen. Auf Rebel Extravaganza hatte Snorre übrigens nur einen kleineren Teil der Gitarrensachen eingespielt.

Also eine spezielle Belohnung für die Vinyl-Sammler.

Ja. Schallplatten haben ja eh den besseren Klang.

Nun ist es ja nicht so, dass du nur bei einer Band beschäftigt wärst. Wenn ich dein Drumming für SATYRICON mit deiner Arbeit für 1349 vergleiche, fallen mir grosse Unterschiede auf. Bei 1349 ist dein Drumming wild und voller Fills und anderen manischen Kreationen. Wie kommt es, dass du bei SATYRICON so diszipliniert spielst? Klopft dir Satyr auf die Finger und gibt dir strikte Anweisungen bezüglich deines Drummings für SATYRICON?

Mein Drumming für SATYRICON ist in der Tat diszipliniert. Es repräsentiert mein diszipliniertes Drummer-Ich, da geht es nur um Disziplin. Mein Drumming muss natürlich zu den Songs passen, es darf gerade nicht extrem sein für Now, Diabolical. Es muss direktes, diszipliniertes Drumming sein, kein Mumbojumbo (Schnickschnack). Die Spannung und die Atmosphäre müssen aufrecht erhalten bleiben, würde ich zuviel Schlagzeug-Action in das Ganze reinbringen, würde ich die Atmosphäre ruinieren. Die Songstrukturen weisen eine gewisse Einfachheit auf, die nicht zerstört werden darf durch abartige Kunststückchen. Es braucht viel Disziplin, etwas so einfach und schlicht zu halten.

1349 auf der anderen Seite muss wild sein. Hier kommt mein wildes Drummer-Ich zum Zug. Die Musik von 1349 ist ungezähmt, das ist eine ihrer Charakteristika. 1349 ist wild, voller Grimmigkeit und geht bis aufs Blut. Sie lebt davon, extrem, schnell und attackierend, gewalttätig zu sein.

Ich nehme an, dass sich diese Verschiedenheit zwischen SATYRICON und 1349 auch im Songwriting widerspiegelt.

SATYRICON:
Das Artwork von Now, Diabolical

Ja, selbstverständlich, es gibt da grosse Unterschiede. Bei SATYRICON schreibt Satyr meist die Gitarrenmelodien. Manchmal kommt er nur mit einigen Riffs an, manchmal liefert er das komplette Bild mit Basslines und Rhythmuseinzelheiten. Manchmal gibt er mir auch rhythmische Strukturen vor. Ich adoptiere dann sozusagen diese Idee, füge vielleicht meine eigenen Interpretationen und Versionen hinzu. Dann kommentiert er diese neuen Ideen und vielleicht will er es dann wieder anders. Manchmal kreiere ich die Drumlines auch selber und zeige sie ihm dann. Es muss einfach das richtige sein, bevor er damit einverstanden ist.

Ist es schwierig, mit Satyr zu arbeiten?

Die Zusammenarbeit zwischen uns läuft sehr gut, schliesslich sind wir schon lange bei SATYRICON zusammen. Über die Jahre gewöhnt man sich auch aneinander. Natürlich muss der Komponist immer zufrieden gestellt werden. Für die Drums bei SATYRICON verantwortlich zu sein ist eine grosse Aufgabe.

Hat dich denn dein Engagement bei 1349 nicht beeinflusst, als es um die Arbeiten an Now, Diabolical ging?

Nein, das glaube ich nicht. Ich trenne dies ganz bewusst. Bei 1349 lasse ich meinen Emotionen freien Lauf, ich tobe mich aus. Danach bin ich ganz entspannt und kann mich voll auf SATYRICON konzentrieren. Ich muss mich einfach irgendwo mit meinem Schlagzeug austoben können. Denn für SATYRICON muss ich in entspannter Verfassung sein, das ist sehr wichtig. 1349 hat so keinen Einfluss auf meine Art, Schlagzeug zu spielen bei SATYRICON.

Fürs Üben ist es aber sicher ausgezeichnet.

Ja, zur Übung ist es sowieso immer gut, auch mit anderen Bands zu spielen.

Nun stelle ich mir vor, dass du ziemlich eingespannt bist mit deinen zwei erfolgreichen Bands. Gibt’s da nicht Probleme mit deinem Job? Oder lebst du inzwischen vom Schlagzeug spielen?

Na ja, ich probiere es. Ich habe schon eine Teilzeitstelle, ich könnte daneben nicht 100% arbeiten. Während den Aufnahmen hätte ich hierzu keine Zeit und das Touren kommt noch dazu. Ich probiere zurzeit, nur noch Schlagzeuger zu sein und davon leben zu können. Wir werden sehen, wie es herauskommt. Es ist ein Ziel von mir, davon leben zu können. Natürlich heisst das, dass ich auch noch bei anderen Projekten mitwirken müsste.

Als was arbeitest du denn?

Ach, das interessiert doch niemanden.

Mich aber schon. Wenn ich zum Beispiel daran denke, wie viele Lehrer hier in extremen Metal Bands spielen…

Also Lehrer bin ich nicht, das könnte ich nie sein (lacht). Im Ernst: Ich arbeite an der Tankstelle. Dieser Job erlaubt es mir auch, dass ich jetzt dann in nächster Zeit viel touren kann und es ist mit dieser Arbeit auch möglich, daneben so engagiert zu sein in der Musik. Aber eben, das Ziel ist, vom Schlagzeug spielen zu leben.

Nun ist es ja so, dass gerade Leute, die von ihrer Musik leben, dem Problem gegenüberstehen, dass immer mehr Musik gratis aus dem Netz runtergeladen wird. Satyr hat vor einiger Zeit deswegen auch die ganzen Mp3s kritisiert. Was denkst du als Musiker, der von seiner Musik leben will, von dieser Entwicklung zu immer mehr gratis Musik? Das muss für dich doch ein Fluch sein.

SATYRICON
SATYRICON = SATYR + FROST + X: Satyr (re.) und Frost (li.) sind das Rückgrat von SATYRICON.

Diese Mp3s zerstören so viel. Ich kenne Bands, die ihre Tätigkeit deswegen an den Nagel gehängt haben. Sie hatten hart gearbeitet und ein Album aufgenommen. Da dieses auf dem Internet verbreitet wurde, wurde es unmöglich für sie zu touren oder sonst wie vom Verkauf des Albums zu leben. Es hat sie zum Aufgeben gezwungen. Es kann doch nicht sein, dass man soviel Zeit in die Musik investiert und sie dann so weggegeben wird. Vor allem, wenn man davon leben will. Und es lässt sich nicht rechtfertigen, dass man soviel Zeit für etwas aufwendet, wenn man dafür nachher nichts bekommt. Stell dir vor, du hast eine Familie – du musst Geld verdienen. Du musst einen Lohn bekommen für deine Arbeit. Ich hasse alle Leute, die unsere Musik im Internet verbreiten.

Ich verstehe, was du meinst. Aber Roadrunner wirst du wohl nicht hassen, euer Song K.I.N.G. steht ja auf der Website zum gratis herunterladen bereit.

Nein, natürlich nicht – du verstehst mich schon. Ich kenne auch Leute, die sich Musik aus dem Internet herunterladen, um sozusagen einen Eindruck vom Album zu bekommen. Sie kaufen das Album danach jedoch. Für einige Bands bleibt diese Gratis Musik Herunterladen-Entwicklung dennoch negativ.

Bleiben wir bei modernen Trends. Was hältst du von getriggerten Drums? Wo liegt deine Präferenz – lieber ein gut gestimmtes, natürlich Schlagzeug oder ein getriggertes? Und wie sieht es damit auf Now, Diabolical aus?

Diese Frage kann man nicht einfach beantworten. Zurzeit gibt es keine vernünftig klingenden, getriggerte Cymbals, das ist schon mal klar. Sie klingen einfach nicht natürlich. Für Now, Diabolical wollten wir einen organischen, kraftvollen Sound und haben deswegen nur natürliche Drums aufgenommen. Es gibt keine Trigger auf Now, Diabolical. Das bedeutete freilich einen grösseren Arbeitsaufwand. Wir haben viel Zeit in die richtige Mikrophonierung investiert – hier muss man nicht nur das richtige Mikrophon finden, sondern auch noch die optimale Positionierung. Das war eine Riesenarbeit und sehr kompliziert.

Live sieht die ganze Sache etwas anders aus. Hier wird es schwierig, alles mit den Mikrophonen abzuwickeln. Vor allem wenn es darum geht, dass man das Schlagzeug gut hört, trotz der anderen Instrumente. Das braucht wieder viel Arbeit, damit es schliesslich gut klingt. Live benutze ich Trigger für die Bass Drums, damit sie durch die Soundwand schneiden, sozusagen. Wenn schnelle Parts gut klingen sollen, halte ich Trigger für notwendig.

Hörst du dir eigentlich auch Drummer ausserhalb des Metal-Genres an?

SATYR
Die Zusammenarbeit zwischen uns läuft sehr gut, schliesslich sind wir schon lange bei SATYRICON zusammen. – Frost über Hauptsongwriter Satyr.

Ja, schon. Es gab früher mal eine schwedische Prog Band namens ÄNGLAGÅRD. Sie hatten sehr progressive Sachen, inspiriert von den 1970ern und technisch anspruchsvoll. Der Drummer hiess Matthias [Olsson], ich habe den Nachnamen vergessen. Aber ich bewundere sein Drumming sehr.

Was findet sich sonst noch auf deiner Musikspeisekarte? Und welche Band hat dich eigentlich zum Metal gebracht?

Am liebsten und am meisten höre ich Black Metal. Meine Favoriten sind DARKTHRONE, BATHORY und CELTIC FROST. Was ich auch mag, ist obskure elektronische Musik, etwa von Klaus Schulze.

Geht das in Richtung TANGERINE DREAM?

Ja, Klaus Schulze war mal bei TANGERINE DREAM. Nach seinem Ausstieg dort hat er düsterere Musik gemacht, obwohl man sie noch demselben Genre zuordnen kann. Er hat sich einfach auf einem anderen Level angesiedelt. TANGERINE ist gut, aber Klaus allein ist besser. Manchmal höre ich mir auch Industrial an, etwa IN SLAUGHTER NATIVES und andere Bands von Cold Meat Industry. Die haben einige kranke Sachen. Ich mag harsche Düsternis. Auch DIAMANDA GALAS schätze ich sehr. Ach ja, und meine erste Begegnung mit Metal war MOTÖRHEAD, die haben mir die Augen und Ohren für den Metal geöffnet.

Jetzt ist es ja so, dass einige der metallischen SATYRICON-Fans von Rebel Extravaganza geschockt waren. Denkst du, dass Now, Diabolical dasselbe Potential zum schocken hat, weil es radikal anders ist?

Ich weiss es nicht und es kümmert mich nicht. Ich bin sicher, dass einige Leute von Now, Diabolical enttäuscht sein werden. Aber ich bin auch sicher, dass andere Leute erstaunt sein werden über die Grossartigkeit dieses neuen Albums. Die Leute haben immer verschiedene Meinungen. Ich bin weder überrascht, glücklich noch genervt darüber.

Es ist doch so, dass SATYRICON immer eine Band des konstanten Wandels war. Wenn SATYRICON stagniert, stirbt SATYRICON. Wenn wir nicht weiterkommen, wenn wir nicht mehr besser werden können, dann werden wir die Band begraben. Ich denke, dass mehr Bands so denken sollten, anstatt sich immer wieder selbst zu kopieren. Es gibt zu viele Bands, die sich immer wieder kopieren bis zum geht nicht mehr. Es passiert einfach nichts mehr bei ihnen, es ist langweilig. Was soll der Sinn davon sein? Wer braucht das?

Es wird aber gekauft.

Trotzdem. Warum sollten wir uns bei SATYRICON wiederholen? Warum sollten wir ein zweites Nemesis Divina machen? Natürlich haben wir in jedes Album viel kreative Energie gesteckt und jedes unserer Werke ist speziell. Es ist immer neu, immer neu entwickelt und wieder verbessert.

Das ist etwas, was ich an SATYRICON sehr schätze.

Viele Leute im Metal Business sind da eher konservativ und wollen keine Veränderung. Aber wir sind nicht so. Es ist ja auch nicht unser Problem, wenn sie unsere Veränderung nicht mögen. Wir mögen es, wir sind stolz darauf wir stehen dahinter. Denn wir spielen Black Metal, seit es uns gibt. Wir haben immer unsere kreative Handschrift auf unseren Kompositionen, der bleiben wir treu. Aber das schliesst Veränderung nicht aus, Veränderung findet immer statt.

Das heisst dann auch, dass man eure Alben nicht untereinander gruppieren kann.

Ja. Jedes Album steht für sich allein. Wir würden kein Album rausbringen, welches nicht eine Verbesserung in sich trägt, eine Persönlichkeit hat und eine Entwicklung widerspiegelt. Wenn unser Material das nicht ausweist, heisst es, dass wir noch mehr daran arbeiten müssen. Denn wenn wir es veröffentlichen, repräsentiert unser Werk immer SATYRICON in der besten Verfassung zu diesem Zeitpunkt.

Etwas anderes, was mich an SATYRICON immer erstaunt hat, ist das Fehlen von Skandalen, die man etwa von anderen norwegischen Black Metal-Bands gewohnt ist.

Nun, SATYRICON konzentriert sich auf die Musik. Das sollten die Leute besser auch.

FROST
SATYRICON konzentriert sich auf die Musik. Das sollten die Leute besser auch. – Frost hält nichts von Skandalen.

Aber du hast ja zum Beispiel mal mit den skandalträchtigen GORGOROTH gespielt…

Bei GORGOROTH war ich kein Bandmitglied, ich habe einfach die Drums aufgenommen. Nur Aufnahmen, keine Mitgliedschaft – ich war als Sessiondrummer für Antichrist 1994 mit ihnen im Studio. Sie haben ja ihren eigenen Drummer.

Was hältst du von den skandalträchtigen, politisch motivierten NS Black Metal Bands?

Dazu habe ich keine Meinung, weil ich es nicht verstehe. Es ist jenseits von mir. Soweit es mich betrifft, existiert NSBM gar nicht. Denn Politik gehört gar nicht in den Black Metal. Black Metal ist metallisierte Dunkelheit, das hat mit Politik nichts zu tun.

Ein winziger Skandal fällt mir doch ein zu SATYRICON. Er liegt aber schon einige Jahre zurück. Anno 1996 habt ihr die Tour mit DISSECTION abgebrochen und seid nicht in die Schweiz gekommen. Warum?

Oh, daran kann ich mich erinnern. Wir haben die Tour gecancelt. Sowohl DISSECTION als auch wir mussten die Shows absagen, weil die Booking Agency Metallysee – diplomatisch ausgedrückt – einen lausigen Job abgeliefert hat. Es gab einfach keine Möglichkeit mehr, dass wir diese Tour zu Ende gebracht hätten. Die Dinge liefen einfach nicht richtig, es war ein riesiges Durcheinander ohne Organisation. Es war einfach nur lächerlich.

Nun, hoffen wir, dass dies für die Live Performance von Now, Diabolical nicht so sein wird. Wie sieht es damit aus?

Wir haben viele Pläne bezüglich Touring. Es wird mehrere Festivalauftritte geben und mehrere Tours. Sicher eine Europatour, mindestens eine Tour in Amerika und auch die skandinavischen Staaten werden nicht leer ausgehen. Wir werden sehr aktiv sein.

Vielen Dank für das Interview. Ich kann Now, Diabolical kaum noch erwarten.

Danke auch. Und ich wünsche Vampster viel Erfolg.

Fotos: Roadrunner Records, www.satyricon.no