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SACRED STEEL: die Geister die ich rief?

Bei SACRED STEEL gilt es mal dringend, mit einigen Vorurteilen der Band gegenüber aufzuräumen. Entgegen meinen Befürchtungen, es mit recht engstirnigen Metallern zu tun zu haben, erwies sich Jörg Knittel und der später hinzustoßende Gerrit Mutz als aufgeschlossene Gesprächspartner, die auch kritischeren Fragen nicht aus dem Weg gingen.

Bei SACRED STEEL gilt es mal dringend, mit einigen Vorurteilen der Band gegenüber aufzuräumen. Von Verbohrtheit und Engstirnigkeit kann bei den Jungs wirklich keine Rede sein. Jörg Knittel und der später hinzustoßende Gerrit Mutz erwiesen sich im Laufe des Interviews als aufgeschlossene Gesprächspartner, die auch kritischeren Fragen nicht aus dem Weg gingen.

Okay, ich fang das Interview mal mit der Popligsten der popligen Fragen an: wie sind denn bisher die Reaktionen auf ´Bloodlust´ und was ist eure persönliche Meinung zu dem Album?

Jörg: Ja, die Reaktionen sind hauptsächlich sehr positiv. Die meisten Leute finden, dass es eine Steigerung zu ´Wargods´ ist und wir natürlich auch. Selbstverständlich auch zum ersten Album! Wir selbst sind sehr zufrieden und ich denke auch, dass es unser bislang stärkstes Album ist. Zum einen, da es sehr abwechslungsreich geworden ist, worauf wir auch wert gelegt haben – die ´Wargods´ war doch etwas eindimensional, das ganze Album durchgehend realtiv schnell – diesmal haben wir eben auch etwas epischere Sachen gemacht und etwas Abwechslung reingebracht, auch mit diesen tieferen Sprechparts usw. Zum anderen ist diesmal die Produktion eindeutig besser.

Ehrlich? Ich finde die Produktion von ´Wargods´ einfach bombastisch!

Jörg: Von ´Wargods´? Das muss dann an deiner Stereo-Anlage liegen, haha!

Kann natürlich sein, aber da sind wir uns bei Vampster einig… >g< Wo siehst du denn die Verbesserung? Jörg: Ich finde sie drückt viel mehr, sie ist unten im Bass-Bereich viel wuchtiger! Sie hat einfach mehr Power! Die Produktion von ´Wargods´ war sicher auch sehr gut, aber für mich einfach ein bisschen zu kraftlos.

Dann war es für euch also kein so großer Verlust, dass Bill Metoyer das Album nicht wieder produzieren konnte?

Jörg: Nee, ich finde auch die Gesangsproduktion diesmal viel besser! Wir wollten ja ursprünglich auch wieder mit Bill Metoyer produzieren, allerdings hatte er keine Zeit, da er gerade in Amerika die neue W.A.S.P. aufnimmt. Da sagten wir uns, ´na gut, dann machen wir das eben selbst!´ Ich spiel ja jetzt auch seit 15 Jahren in irgend welchen Bands und war bei den letzten Produktionen immer vom ersten bis zum letzten Tag dabei, habe mir immer alles angeschaut und inzwischen auch einiges an Erfahrung erlangt. Ich hab ´Bloodlust´ dann auch zusammen mit dem Achim Köhler produziert und ich finde, das hat sehr gut hingehauen. Er hat ja auch schon mit PRIMAL FEAR, SINNER, PEGAZUS, CHINCHILLA und weiß der Geier mit wem allem gearbeitet. Von daher lief alles sehr gut und auch zeitlich sind wir klasse zurecht gekommen. Wir waren um einiges schneller, als wir es geplant hatten und alles war ziemlich locker.

Bei Bands wie PRIMAL FEAR oder SINNER empfinde ich gerade die Produktionen eigentlich immer viel zu glatt. Von ´Bloodlust´ kann man das nicht unbedingt behaupten!

Jörg: Wir wollten ja auch keinen PRIMAL FEAR Sound. Ich finde auch, das es einfach etwas dreckiger klingen muss und denke, dass wir das ganz gut hinbekommen haben. Der Achim hat ja auch ziemlich viel Erfahrung und konnte mir da helfen. Und ich wusste auch, wie ich mir den Sound vorstelle, von daher sind wir sehr zufrieden!

Metal Blade haben im Vorfeld zur Veröffentlichung ja eine News rausgehauen, dass es auf ´Bloodlust´ einige Überraschungen geben sollte, die nicht unbedingt SACRED STEEL – typisch sein sollten und dass ihr mit dem Album ein breiteres Publikum ansprechen werdet. Für mich ist das Album eigentlich 100% SACRED STEEL, mit Ausnahme, dass Alan Tecchio mitgewirkt hat und einige Death-Grunts zu hören sind. Wo siehst du auf dem Album denn die Überraschungen?

Jörg: Naja, Überraschungen gibt es eigentlich bis auf die von dir angesprochenen keine. Es war eigentlich so gemeint, dass das Album abwechslungsreicher ausfallen wird, was manche Leute von uns vielleicht nicht erwartet haben. Einige haben vielleicht erwartet, dass wir das ganze noch extremer durchziehen werden, noch mehr Klischees, was ja eigentlich fast nicht geht. Wir haben dagegen das ganze etwas durchdachter gemacht, wobei wir eben auch einfach Böcke darauf hatten. Deshalb hätte es sein können, dass das einige Leute vielleicht als überraschend ansehen könnten. Aber ich finde auch, dass das Album 100% SACRED STEEL ist und wem die ´Wargods´ gefallen hat, dem gefällt auch die neue!

Und wie sieht´s damit aus, dass ihr mit dem Album ein breiteres Publikum ansprechen werdet?

Jörg: Mmh, das war vielleicht in erster Linie auf den Gesang bezogen. Der Gesang war früher ja immer ein Kritikpunkt bei einigen Leuten und der ist diesmal vielleicht etwas zugänglicher geworden. Gerrit singt inzwischen auch etwas kontrollierter. Auf der ersten hat er noch sehr viel geschrieen, ohne groß zu überlegen, sehr aggressiv. Die zweite war schon überlegter und mit mehr Gesangsmelodien versehen und jetzt bei der dritten hat er sich noch etwas mehr Mühe gegeben, weil es ihm inzwischen auch mehr Spaß macht, sich Melodien auszudenken, als nur drauflos zu schreien. Von daher ist das neue Album vielleicht auch für ein breiteres Publikum anhörbar, die vielleicht mit der ersten noch nichts anfangen konnten. So war das wohl gemeint. Aber ich denke nicht, dass wir jetzt plötzlich hunderttausend Fans mehr kriegen!

Aber eigentlich ist das doch eine seltsame Entwicklung, oder? Bei TRAGEDY DIVINE legte Gerrit ja doch viel Wert auf Melodien und auch bei DAWN OF WINTER spielen die Melodien eine tragende Rolle.

Jörg: Ja klar, bei TRAGEDY DIVINE war ja am Ende das Ding, dass wir einfach keine Böcke mehr auf die vielen Melodien und das Progressive hatten. Wir wollten einfach mal ein richtig kultiges Album machen, voller Klischees, voll aggressiv und nach vorne los, ohne groß zu denken. Und das haben wir mit der ersten auch gemacht. Inzwischen haben wir doch wieder Spaß an Melodien gefunden.

Wie ist es denn dann mit den Death Metal – Vocals, die wurden ja von René Pfeiffer eingesungen…

Jörg: Ja, von AZMODAN. Er singt auch bei meinem Death Metal Projekt MY DARKEST HATE, von daher wusste ich auch, dass er sehr flexibel ist. Wir hatten dann ein paar Sprechparts, bei denen wir uns nicht sicher waren, wer diese einsprechen soll. Auf der ´Wargods´ hatten wir sowas ja auch schon bei ´Tonight the Witches Ride´ im Mittelteil. Da hat es der Oli gemacht, nachdem wir lange probiert haben: Jeder hat´s mal versucht und bei ihm klang´s dann so halbwegs okay. Diesmal haben wir uns überlegt, wer das machen könnte, ohne dass wir alle wieder antreten müssen und dann fiel mir der René ein. Er kam ins Studio und das hat dann auch auf Anhieb geklappt. Ich finde, das macht das ganze noch etwas abwechslungsreicher und interessanter. Da wir auch alle auf Death Metal stehen, gefällt uns das ganze natürlich sehr gut.

Am Anfang von SACRED STEEL war ja eure ´Message´, den alten Metal wieder hochleben zu lassen, Bands wie AGENT STEEL, OMEN, usw. Bei eurem Konzert in der Rockfabrik kurz vor Weihnachten habt ihr dagegen eine Coverversion von DEATH gespielt. Vielleicht zieh ich das ganze ja zu sehr an den Haaren herbei, aber ich habe mir überlegt, ob das vielleicht – angesichts des Covers und den Grunzparts auf dem neuen Album – die neue ´Message´ von SACRED STEEL ist. Dass Bands wie OMEN damals eben ziemlich geil waren, es aber auch eine ganze Menge anderer geiler Bands gab, die nicht auf dieser Schiene fuhren. Wie sieht´s aus?

Jörg: So wie DEATH? Nee, eigentlich nicht. Das Konzert damals war ja auch ein Rofa-Jubiläum und wir haben uns gedacht, dass wir irgend etwas besonderes machen sollten, z.B. eine Coverversion, was wir ja noch nie gemacht haben >g< . AGENT STEEL hätte irgendwie jeder von uns erwartet, das wäre langweilig gewesen, deshalb haben wir ewig überlegt und irgendwann sind wir darauf gekommen, dass ein DEATH-Song ziemlich cool wäre. Wie gesagt, wir stehen alle ziemlich auf Death Metal und auf die ersten Platten von DEATH. Wir haben also überlegt, welcher Song in Frage käme und ´Zombie Ritual´ finden alle gut. Da war jetzt keine Überlegung dabei, dass wir zeigen wollen, dass wir auch andere Bands gut finden. Das war relativ spontan und ohne große Überlegungen. (Als an dieser Stelle im Hintergrund plötzlich ein SACRED STEEL-Song läuft, dauert es bei Jörg doch erheblich länger, bis er die Band erkennt, als bei mir >g< ) Wie ist das denn eigentlich für dich, wenn du gerade hier in der Rofa oder so deine eigene Musik hörst? Jörg: Cool! Das macht Spaß, wenn du die Musik über eine gute Anlage und richtig laut hörst!

Kommt da nicht immer der Selbstkritiker in dir zum Vorschein?

Jörg: Ja doch, auch! Grade wenn ich ältere Songs höre, denke ich schon immer, dass man da noch was besser machen hätte können. Wenn ich die neuen Songs höre, bin ich schon immer noch zufrieden damit und ich kann´s genießen.

Gerade beim neuen Album sind ja aber auch schon einige Sachen drauf, die ziemlich an ´Wargods´ erinnern. Kann man hier schon von einer Stagnation bei euch sprechen?

Jörg: Nee, ich denke, das ist unser eigener Stil. Wir haben inzwischen unseren eigenen Stil gefunden und man kann uns nicht mehr direkt mit irgendwelchen anderen Bands vergleichen. Klar, klingt das eine mal ähnlich wie das andere, aber das ist doch auch logisch, da wir keinen komplett neuen Stil erfunden haben. Es ist halt Heavy Metal, bzw. Power Metal. Alles war irgendwo schonmal so ähnlich da, aber ich denke, dass man uns sofort erkennt und wir werden sicher unsere Trademarks immer haben und beibehalten. Aber trotzdem denke ich nicht, dass wir stagnieren werden, das sieht man auch an der neuen Platte, die obwohl 100% SACRED STEEL, anders ausgefallen ist als die zwei Platten davor. Und ich denke, so wird es sich auch weiterentwickeln, die vierte wird sicher wieder anders sein. Wenn wir irgendwann stagnieren, uns nichts mehr einfällt und wir uns nur noch selbst kopieren, werden wir auch aufhören!

Wie viele Platten kannst du dir vorstellen, dass ihr innerhalb dieses Stils machen könnt, ohne dass euch die Ideen ausgehen?

Jörg: Ich denke, das kann man schon sehr lang machen. Ideen habe ich eigentlich immer. Man muss eben immer etwas nachdenken und die Sache abwechslungsreich halten, da mal ´ne Akustik-Gitarre, dann mal einen Song mit ein paar Breaks, was wir auf der nächsten auch machen wollen. So ein 10-Minuten-Song, ähnlich wie bei MERCYFUL FATE.

Genau so eine Überraschung hätte ich eigentlich auf ´Bloodlust´ erwartet!

Jörg: Also auf der nächsten wollen wir das auf jeden Fall machen. Ich denke nicht, dass uns da irgendwann in absehbarer Zeit die Ideen ausgehen werden. Ich bin da ziemlich zuversichtlich.

Was könntest du dir vorstellen, wie weit sich SACRED STEEL weiterentwickeln können, gerade was Experimente betrifft. Was ist das extremste, das du dir vorstellen könntest?

Jörg: Mmh, schwer zu sagen, ich denke, solange es Metal ist und wir es alle gut finden, können wir sicher alles machen, was uns in den Sinn kommt.

Also doch vielleicht auch mal wieder was in Richtung TRAGEDY DIVINE?

Jörg: Weiss ich nicht… ich denke nicht, dass wir im Gesamten nochmal so progressiv werden, wie damals. Es gibt schon ein paar TRAGEDY DIVINE Songs, die auch zu SACRED STEEL passen, ´I married a Witch´, zum Beispiel. Aber ich denke schon, dass SACRED STEEL immer für relativ geradlinigen Power-Metal stehen werden. Wir werden sicher nie was völlig anderes machen, da wir zum einen doch alle in dem Sound verwurzelt sind, den wir auch schon ewig hören und wir wollen da auch unsere Fans nicht mit irgend was vor den Kopf stoßen. Wie gesagt, wenn ich mal ´nen Death Metal Song machen möchte, dann hab ich mein Death Metal Projekt, wenn ich einen Doom Metal Song machen möchte, dann haben wir DAWN OF WINTER und bei SACRED STEEL wird es immer traditionellen Metal geben.

Stichwort ´Alan Tecchio´: Beschreib doch mal bitte die Situation, wenn ihr euch im Studio befindet und die Legende ´Alan Tecchio´ den Raum betritt…

Jörg: Als er das Studio betreten hat, war das nicht so ergreifend, aber als er dann hinter dem Mikro stand und zu einem Song gesungen hat, den ich geschrieben habe, war das schon ziemlich geil! Gerade HADES gehört zu meinen Lieblingsbands und vor allem die erste Platte ist absolut Gott! Alan ist der absolute Göttersänger, auch bei WATCHTOWER. NON FICTION fand ich auch gut und von daher war es schon der Hammer, ihn im Studio zu sehen, wie er zu meinem Song singt. Einfach genial!

Im Grunde genommen singt er ja aber nur 6 Wörter und die auf einem Ton geschrieen. Hätte man da nicht mehr draus machen können? Ich hätte mir aufgrund des Konzepts zum Beispiel vorstellen können, dass Gerrit oder Alan den Gesangspart des Imperators übernimmt und der andere den des Crimson Kings, also ein Duett sozusagen.

Jörg: Das Problem war, dass er damals zufällig in Deutschland war, da er sich auf Promo-Tour befand. Dass er mitmachte, war auch eine ganz spontane Aktion. Die Sache ist uns abends eingefallen und am Morgen stand er im Studio. Wir haben ihn gefragt und er war total begeistert. Er ist gekommen, hat gefragt, was er machen soll und das war´s. Wir hatten das überhaupt nicht geplant und das ganze ist erst während des Mix entstanden. Wir haben schnell nochmal ein Mikro aufgebaut und er hat es währen des Mix eingesungen. Es war also nicht mehr Zeit für irgendwelche anderen Parts, aber allein das war schon ziemlich kultig.

Welchen Song hättest du dir für ihn denn vorstellen können?

Jörg: Ich denke ´Lust for Blood´ passt schon ganz gut. Vielleicht bei ´Master of thy Fate´ noch die Strophen, wenn er da noch mitgesungen hätte. Aber ich denke, so ein Sänger kann überall mitsingen. Er hat ja auch schon alles gemacht, von progressiv bis fast doomig. Ich denke, er kann alles und steht auch auf verschiedenste Sachen.

Was ist denn deine Meinung zur neuen HADES?

Jörg: Ich denke, man kann sie mit den alten Sachen nicht vergleichen, aber ich finde sie schon sehr gut. Nach wie vor halte ich aber die erste für die beste.

Jetzt krieg ich dann wohl Schläge: Bezüglich des Coverartworks, frage ich mich, ob man sowas heutzutage unbedingt der Nostalgie halber noch machen muss. Ich will den Künstler jetzt auf keinen Fall angreifen, aber irgendwo gibt´s da doch besseres, oder?

Jörg: Ehrlich? Eigentlich sollte das Cover schon so sein, wie es jetzt aussieht. Was hättest du denn anders gemacht?

Mmh….öhhmmm….weiß nicht…

Jörg: (überlegenes Lachen! >g< ) Das ist schwierig, ich steh halt total auf die Sachen von Travis Smith z.B.

Jörg: Ich glaube sowas würde zu uns gar nicht passen. Ich finde die Sachen schon auch geil, aber sie sind vielleicht etwas zu abgefahren für den Sound, den wir machen.

Inwiefern spielt hier denn wieder das Klischee eine Rolle, das es zu erfüllen gilt? Also Cover im Stil der 80er Jahre, als sich die Bands einfach noch nichts teureres leisten konnten

Jörg: Also so billig war das Cover jetzt auch nicht!!!!! Haha!

>schluck< (wie winde ich mich da jetzt wieder raus??? >g< ) Also wie gesagt, ich will hier auch niemand beleidigen oder so... Jörg: Wir stehen halt einfach auf solche Cover mit Schwertern, Blut usw. Ich denke auch, dass dies perfekt zur Musik passt.

Gerrit (der sich inzwischen auch zu uns gesellt hat): Also ich finde es sowohl subjektiv als auch objektiv gut! Wenn ich mich zurückversetzen würde ins Jahr ´84 und ich hätte das Ding im Plattenladen gesehen, ich hätte es sofort gekauft! Es ist einfach genial. Ich liebe es total, aber das muss ja nicht jeder so empfinden. Ich finde auch viele Cover schlecht, aber die Platten sind gut.

Ich möchte im Interview natürlich auch auf das Konzept des neuen Albums zu sprechen kommen. Für euch muss diese Story doch eigentlich ein Glücksgriff sein, da diese ein Schlag ins Gesicht von jedem eurer Kritiker sein dürfte, da ihr zum einen massig ´Steels´, ´Bloods´ und ´Metals´ in den Texten habt, auf der anderen Seite aber ein Konzept, mit dem man sich eindringlich beschäftigen kann.

Gerrit: Ich glaube nicht, dass Leute, die uns bisher kritisiert haben, sich jemals die Mühe machen werden, sich mit dem Konzept zu beschäftigen. Die schauen sich die Titel an und denken, ´aha, jetzt machen die auch ´ne Konzept-Platte´ und das war´s. Ich wollte damit auch keinen Kritiker beeindrucken. Ich wollte das Ding nur los werden, da ich es auch schon einige Zeit mit mir rumschleppe und ich hätte es nie mehr gemacht, wenn ich es jetzt nicht gemacht hätte. Aber es ist natürlich schon eine Tatsache, dass ich die Titel bewusst einfach gehalten habe, damit die Leute nicht den Eindruck haben, es wäre Pflicht, sich mit dem Konzept zu befassen.

Du hast ja auch einiges aus den Texten ausgeklammert…

Gerrit: Ich habe alles ausgeklammert, was nicht gesungen wird und im Endeffekt wäre es dreimal soviel gewesen, wenn alles abgedruckt worden wäre, was ich geschrieben habe. Ich habe ultraviel rausgeschmissen, habe da wieder geschmälert, da wieder was dazugefügt, usw. Im Endeffekt ist mir schon bewusst geworden, dass es sich um eine Platte handelt und nicht um ein Buch. Es gibt doch vielleicht 10, 15 oder vielleicht auch 20 Prozent der Leute, die sich ´ne Platte anhören und auch Wert darauf legen, sich mit den Texten zu beschäftigen und ich will den anderen da nicht permanent auf die Schultern hauen und sagen ´jetzt lies dir endlich mal die Texte durch´. Das ist natürlich auch wichtig, aber wenn es einen nicht interessiert, dann kann er immer noch seinen Metal-Stil ´Iron´, ´Blood´ und ´Steel´ mitgröhlen und das wahrscheinlich besser als auf so manchen Songs von der ersten Platte. Ich will da auch nicht den Eindruck erwecken, dass jeder dieses Konzept von vorne bis hinten kennen und durchleuchten und dazu ´ne Meinung haben muss. Das kann auch wirklich nur als ganze normale Musik dastehen und also logische Fortsetzung zu unseren beiden ersten Platten.

Bei mir war es so, dass ich die Platte bestimmt 20 mal gehört habe, bevor ich die Texte gelesen habe und ich muss sagen, dass sich das Album ab diesem Zeitpunkt verändert hat. Man hört die Musik plötzlich anders…

Jörg: Cool! Das soll ja eigentlich auch der Sinn sein. Ich glaube nicht, dass sich jemand beim ersten mal hören mit Kopfhörern hinsetzt und versucht, die Texte zu verstehen. Ich denke, das geht auch gar nicht. Da bleibt dir nur die Möglichkeit, entweder liest du die Texte oder du hörst die Musik. Und da du die Platte wegen der Musik gekauft hast, hörst du dir zunächst die Musik an. So soll es sein. Deshalb mache ich es bei den Interviews auch so, dass ich nicht jedem gleich das ganze Konzept herunterbete, weil ich auch viele Sachen gar nicht durchdacht habe, was ich denn auf bestimmte Fragen antworten soll. So viele Sachen sind weggekommen, über die ich gar nichts mehr sagen will und viele Sachen sind spontan dazugekommen. Wie will ich das jetzt jemandem erklären, das hat mir jetzt in dem Moment eben so gepasst. Ich will da echt nicht großartig den Konzept-Messias spielen und es wird auch – das sag ich auch jedes Mal – definitiv die letzte und einzige Konzept-Scheibe von uns sein.

Fände ich aber schade, da ich total auf solche Sachen stehe…

Gerrit: Was weiß ich, vielleicht fällt mir ja auch irgendwann mal wieder was ein und dann passiert es einfach, von daher sag ich eigentlich niemals nie, es kann ja auch vielleicht mal sein, dass wir mal ´ne Ballade schreiben. Man weiß es nicht. Wenn Jörg mal irgendwann das total geile Teil anschleppt und es würde zu uns passen, warum nicht?

Jörg (zu Gerrit): Er hat mich schon gefragt, was das extremste wäre, das ich mir für SACRED STEEL vorstellen könnte…

Gerrit: Ich hab echt keine Ahnung. Ich hab´s vor drei Jahren extrem engstirnig gesehen, vor zwei Jahren sehr engstirnig und jetzt nur noch ein bisschen engstirnig. Vorgestern z.B. haben wir eine von den ersten beiden DEEP PURPLE-Scheiben gehört und wenn du die dann mit DEEP PURPLE 15 Jahre später vergleichst! Ich meine, nicht dass ich uns jetzt mit DEEP PURPLE vergleichen wollte, aber jeder hat mal klein angefangen. Jede Band hat irgendwo ihre paar ersten Schritte und manche wird eben erst nach der fünften oder sechsten Scheibe bekannt. Und dann merken die Leute vielleicht 10 Jahre später, dass die damals auch Platten hatten und die klangen natürlich anders. Nur du darfst mit einer Platte nicht zu sehr von der Route abkommen. Ich war z.B. jahrelang über FATES WARNING sehr sauer, da die eben arg von ihren Wurzeln weg sind. Jetzt, wenn ich mir mit etwas Abstand diesen ´Chasing Time´-Sampler anhöre, auf dem die neuen und alten Songs ineinander übergehen, anhöre, dann muss ich feststellen, dass es eben so ein riesen Unterschied nicht ist. Wer halt Fan vom ersten Sänger und von den ersten Sachen ist, der tut sich schwer. FATES WARNING haben verdammt brachial gewechselt, ´No Exit´ noch als Puffer, aber dann wird´s ziemlich extrem, irgendwann wird´s ja fast schon poppig. Das nehm´ ich als Fan dann schon auch übel, aber ich denke, dass das bei uns nicht zu befürchten ist. Bei uns wird es wohl nicht mal so krass, wie es bei MANOWAR der Fall war. Die sind ja auch oft ziemlich zwischen hier und da gesprungen, was sie gerade machen wollten, von hymnisch, rock´n´rollig, bis schon poppig, bis Scheiße, ´Blow your Speakers´ oder sowas, das wird es von uns hoffentlich nicht geben. Aber das kann man nie so genau sagen, da man ja selbst viel zu arg in der Sache drin ist. Vielleicht gibt es mal ein paar Leute, die dann sagen ´jetzt haben sie auch ihr ´Blow your Speakers´´, aber das wollen wir auf jeden Fall umgehen. Vor allem, da wir ja so sehr an der Ader des Heavy Metal sind und durch und durch Fans, so dass wir die ganze Scheiße von unseren Lieblingsbands ja auch mitgekriegt haben. So Sachen wie bei LIEGE LORD oder so. Alle Lieblingsbands, die sich wegen irgend einem Kack aufgelöst haben, weil es in der Band nicht harmoniert hat, weil sie zu hohe Ziele hatten oder weil sie dachten, dass sie mit der dritten Platte Millionäre sein müssten. Wenn du all diese Sachen relativierst, und schaust, dass du das auf einem normalen Level hältst und das einfach auch zum Spaß machst – wenn du keinen Spaß an der Musik hast, kannst du es auch gleich sein lassen – dann glaube ich, haben wir noch eine große Zukunft. Das muss jetzt nicht umsatzmäßig sein, aber so, dass ich irgendwann mit 50 mal sagen kann, ´hey, ich habe 10 Platten gemacht und keine war genau wie die andere, aber alles war ein geschlossenes Insich´. Wie bei einem Romanautor, der 10 geile Krimis schreibt, aber natürlich hat keiner dieselbe Auflösung.

Da komm ich dann auch gleich wieder zu meinem Lieblings-Haß-Thema, wenn einer sagt, ´ihr wiederholt euch´ oder ´Metal gab´s doch schon in den 80ern!´ Einen guten Krimi gab es 1930, 1810 und wird es in 50 Jahren noch geben. Warum muss Metal so datiert sein? Gute Musik ist zeitlos und wird auch in 100 Jahren den Leuten Spaß machen oder in 10.000, egal was die da hören. Musik gehört zum Leben und sie ist zufällig der wichtigste Teil in unserem. Deshalb kotzt mich das immer am meisten an, wenn die Leute sagen, ´das gab´s schon in den 80ern, das braucht keine Sau!´ Aber der Song zählt doch! Oder? Den Song gab´s nicht in den 80ern, der ist neu! Das kotzt mich an, diese Intoleranz, die uns da immer untergeschoben wird!

Ich muss jetzt auch ehrlich zugeben, dass ich gerade ziemlich überrascht bin, da ich gerade dich eben als etwas engstirniger eingeschätzt habe, zumal du ja immer wieder ziemlich deftige Kommentare abgibst…

Gerrit: Wenn wir vor 3 Jahren miteinander geredet hätten, wäre das sicher auch noch anders gewesen, aber damals hatten wir eben die Einstellung ´Hier sind wir!´ und sind einfach mit dem Kopf durch die Wand gegangen. Ich mach seit ´84 Musik, Jörg seit ´85, und ich hab da mal wieder mit dem gespielt, und da wurde nichts draus, dann mal mit dem. Ich habe ´85 mit einem Schlagzeuger gearbeitet, der auf dem Punk-Polit-Rock-Trip war und mit dem musste ich dann Metal-Songs spielen! Und wenn man das jahrelang durchzieht, dann will man einfach keine Kompromisse mehr eingehen! Und damals war das dann klar, dass die ersten Aussagen in Interviews dementsprechend ausfallen! Das sind halt immer die Sachen! Natürlich kann man nicht von jedem erwarten, dass er sich da so Gedanken macht, aber man muss immer die Zeit und die Umstände sehen, wie man das Interview macht. ´97 waren wir wirklich so drauf ´Ja, endlich!´ und es herrschte eine Aufbruchstimmung. Und das war zwar bei der zweiten noch da, aber schon nicht mehr ganz so stark, da man sich bereits die Hörner abgewetzt und genug Feinde gemacht hat. Und bei der Dritten sind wir nun an dem Punkt, an dem man´s nicht mehr so extrem sieht. Mir geht natürlich immer noch der Hut hoch, wenn ich Schwachsinns-Fragen krieg oder wenn einen die Leute anpissen wollen. Aber der Jörg bremst mich da schon immer und untereinander sind wir da schon mehr auf dem Boden.

Wie ist es denn dann momentan für euch, wenn ihr so auf die Zeit eurer ersten Platte zurückblickt, als ihr ja teilweise noch ausgelacht worden seid, für das, was ihr gemacht habt…

Gerrit: …das ist heute teilweise ja immer noch so…

…und wenn ihr den Wandel der Szene so betrachtet, in der vieles inzwischen schon wieder zum Trend verkommen ist. Habt ihr da manchmal dieses ´die Geister die ich rief´ – Gefühl?

Gerrit: Kommt jetzt darauf an, was der Trend ist. Das mit den Nieten, den Mut zum Nietentragen, das haben mir ja eigentlich die Black-Metaller vorgemacht. Die sind ja seit ´93 schon wieder in Nieten rumgestiefelt, haben DESTRUCTION und was weiß ich hochgelobt und haben gesagt ´hier, das ist es eigentlich!´ Ich habe auch seit ´92-´93 die ganzen Black-Metal-Sachen mit Begeisterung gekauft, weil die waren für mich so die rettende Insel! Ich mein, ich bin tierischer Doom-Fan, aber bei Doom da zählt ja Image gar nichts. Mir hat dieses Image-Ding beim Black Metal gefallen, obwohl die Musik teilweise haarsträubend Scheiße war. Aber ich habe mir ´ne Platte gekauft, nur einfach, weil ich es geil fand, wie die rumlaufen. Weil ich mir gesagt habe, das ist Mut und so ein Extrem fehlt der Metal-Szene. Und das hat der Metal-Szene Mitte der 90er extrem gefehlt! Da gab´s nur Black-Metaller, die wirklich gesagt haben, ´Äxte, Schwerter, Nieten´ und von mir aus ´Hail Satan´ oder scheißegal was! Einfach dieses Extrem, das der Szene gefehlt hat. Und wir haben das sicher nicht neu erfunden, aber wir wollten das einfach, weil es zu einer Metal-Band dazugehört und immer dazugehört hat! Einfach auch ein dementsprechendes Outfit. Auf Spandexhosen stehen wir halt nicht und das haben wir auch nie gewollt und da war klar, dass wir was mit Nieten machen. Da muss ich also schon sagen, dass – zumindest von meiner Sicht aus – wir uns da was vom Black Metal wiedergeholt haben, weil die damals echte ´Überlebensarbeit´ für den Metal geleistet hat.

Wobei gerade im Black Metal ja schon wieder vieles ins extrem Lächerliche übergegangen ist…

Gerrit: Das war wie gesagt, ja auch schon damals schon. Ich fand eben einfach den Mut bewundernswert, den Mut, von anderen ausgelacht zu werden. Dagegen sehen wir ja harmlos aus, wenn du dir da manche Pandabären anschaust. Ich hab gestern wieder so ein Demo von einer Band gesehen, das ist wirklich unglaublich wie die rumlaufen. Da denk ich mir, natürlich ist es lächerlich, aber es steckt eben auch viel Mut dahinter, der Mut zum Theatralischen, der Mut zum Anderssein. Klar, jetzt macht das jeder, jetzt schminken sie sich ja teilweise deshalb wieder ab. Aber für mich war das mit SACRED STEEL damals schon die Situation, dass wir gesagt haben ´den Mut haben die, warum wir nicht?´ Wir brauchen uns aber nicht schminken, sondern wir sind so, wie wir wirklich sind. Und wir sind nicht zwei Jahre Black-Metaller, wie die und dann spielen sie wieder Death Metal, wo sie eigentlich hergekommen sind, bevor sie Black Metal gespielt haben. Wir machen das aus echter Überzeugung. Und wenn wir so rumlaufen, dann tun wir das aus echter Überzeugung. Ich lauf jetzt momentan auch nicht mit Patronengurt rum, ganz einfach, weil ich jetzt keinen Bock drauf hab. Aber manchmal, meistens am letzten Tag im Monat, geh ich eben mit Patronengurt aus dem Haus. Aber das heißt nicht, dass wir da irgendeine Uniform haben. Manchmal fühlt man sich so und dann macht man´s! Es wird ja auch keiner dazu gezwungen, völliger Mumpitz.

Aber gerade bei euch, bzw. bei euren Fans habe ich manchmal das Gefühl, dass das Image eben eine extreme Rolle spielt und teilweise vielleicht auch wichtiger ist als die Musik. Und dadurch gibt es doch bestimmt auch viele Mitläufer, oder wie seht ihr das?

Jörg: Viele Fans sind halt auch dementsprechend jung. Mit 17-18 sieht man vieles noch anders, da ist das Image natürlich noch viel wichtiger, die Identifikation über Nieten, Patronengurt und Kutte.

Gerrit: Aber wenn man als Beispiel DESTRUCTION nimmt, die hatten ein sehr extremes Image, als sie gestartet haben und sind auch wegen diesem Image noch Kult. Absolut! Nur wegen diesem Image und weil die Musik dementsprechend auch gut war, keine Frage. Aber kaum haben sie mit der dritten, vierten Platte versucht, erwachsener zu werden, die Nieten weg und ´ne Türmchenfrisur hatten und mit mehr Überlegung an der Sache waren – mehr Riffs und kompliziertere Sachen eingebaut haben – waren sie für den Undergroundkult tot. Ich war dabei, deshalb kann ich das heute so sagen. DESTRUCTION waren ab dem Zeitpunkt uninteressant. Die haben noch ihre Live-Scheibe rausgeschoben, waren aber schon eine unter vielen, weil dieses Extrem-Kult-Feeling von damals gefehlt hat. Dann waren sie weg, haben sich über die Jahre weg durchgewurstelt, haben sich gesplittet, der eine hatte seine Pizzeria, der andere hatte seine Band, die ich vor drei Jahren in einem Jugendhaus gesehen habe, und der was ganz anderes gemacht hat und dann sind sie wiedergekommen, aber mit diesen Nieten. Mit diesem ´hey, wir sind DESTRUCTION´ und mit den Nieten auf den Promo-Fotos. Nicht mehr ganz so extrem, aber schon mit dem Hinweis, ´wir sind´s!´ Und das ist meiner Meinung nach ein gutes Beispiel. Wenn du zu arg versuchst, von deinen Wurzeln wegzugehen, wenn wir von heute auf morgen gesagt hätten ´Nieten komplett weg und drittes Album komplett schwarzes Cover mit ein paar Blutstropfen drauf´, das wäre schon zu extrem gewesen. Obwohl man auch jetzt unglücklicherweise keine Nieten auf unseren Fotos sieht. Wir haben wirklich von unten alles voller Nieten gehabt, was man aber nicht sieht, weshalb uns viele sicher schon wieder unterstellen, wir würden uns von den Sachen distanzieren. Aber da können wir nichts dafür, das sieht man halt auf den Fotos nicht. Also, damit will ich eigentlich nur sagen, dass das Image schon einen extrem hohen Anteil hat, für viele dieser Kult-Käufer, die es immer geben wird und bei SACRED STEEL einen großen Teil ausmachen. Da muss man halt hoffen, dass in dem prozentualen Anteil der Kultkäufer, die ab der dritten Platte meistens wegbrechen, weil sie eben sagen ´Demo und zweite oder dritte Platte, dann interessiert es mich einfach nicht mehr´, dass hier durch die klitzekleine Erweiterung oder Wandlung ein paar von den alten bei der Stange bleiben und die, die wegbrechen durch neue Käufer ersetzt werden. Damit es eben nicht so ist, dass kein Schwein deine Platten mehr kauft und du kein Geld mehr hast, mit dem du deine Musik finanzieren kannst.

Wobei sich das für mich jetzt schon so anhört, als wolltet ihr euch momentan schon weiterentwickeln, aber seht, dass ihr diesen extremen Schritt nicht machen könnt.

Gerrit: Nee, das würde ich nicht sagen. Es ist nicht so, dass es da einen Punkt gibt, an den wir hinwollen und wir uns nur bis hierhin getraut haben. Nur man muss sich selbst dauernd fragen, wie weit man gehen kann. Kann ich den Leuten so ein Konzept zumuten, kann ich dies und jenes machen.

Jörg: Wobei wir da auch nicht zuviel überlegen. Das wichtigste ist, dass es uns gefällt, das ist erst mal vorrangig. Und dann erst kommen solche Gedanken.

Gerrit: Wobei aber doch immer die Überlegung da ist, wenn du ein Gitarrenriff schreibst, ob das jetzt für dein Death-Metal-Projekt ist, oder für eine der anderen Bands. Das mein ich mit dieser Überlegung.

Jörg: Eben. Wir werden mit SACRED STEEL nie etwas völlig anderes machen, als wie wir es momentan tun. Es wird immer im Großen und Ganzen das bleiben.

Weil ihr euch eben dann auf andere Weise austoben könnt?

Gerrit: Richtig, wobei du dir das einfach auch offen lassen musst. SACRED STEEL ist für uns natürlich die Plattform, für das, was uns zu einem großen Teil ausmacht. Da wir alles hören von extremen Doom und Death Metal bis hin zu Black, Thrash Metal oder was sonst noch zum Metal gehört, kann man auch alles, was in dem Rahmen passt bei SACRED STEEL wiederfinden. Also daß wir vielleicht bei SACRED STEEL mal einen Knüppelsong haben, warum soll es nicht so sein? Wobei ich aber auch nicht die Lieder mache und mich überraschen lassen muss, was der Jörg anbringt, darauf kann ich dann nur reagieren. Ich kann da nur meine Grenzen stecken in den Texten.

Spielt für euch da manchmal auch der Gedanke des Andersseins eine Rolle. Eben wie damals, als euch die ganze Scheiße angekotzt hat, die unter dem Banner Metal veröffentlicht wurde, dass ihr heute vielleicht sagt, jetzt macht jeder diesen Metal, jetzt wollen wir uns wieder verändern.

Gerrit: Ich kenn niemanden, der es so macht wie wir! Es ist mir über die letzten 3 Jahre wirklich keine andere Band über den Weg gelaufen. Es gab mal ein paar, bei denen ich das dachte, wie z.B. SKULLVIEW, die ein bisschen in diese Richtung gehen. Aber wenn man die dann wieder direkt mit uns vergleicht klingen sie eben doch wieder anders. Oder OCTOBER 31 oder was immer. Das sind alles traditionelle US-Metal-Bands, aber die klingen doch irgendwie alle anders als wir. Auch wenn ich jetzt in die 80er zurückgehe. Natürlich gibt es Songs von uns, die vielleicht mal etwas nach OMEN klingen oder vielleicht nach IRON MAIDEN, aber das gibt es bei jeder Metal-Band, weil es einfach ein Stil ist. Aber ich glaube nicht, dass es eine Band auf dem Planeten gibt oder gab, die so klingt wie wir. Und das ist für uns auch eine Daseinsberechtigung.

Wenn wir gerade so über Metal allgemein reden, was haltet ihr von der Aussage, dass Engstirnigkeit den Tod des Metals bedeutet? Für mich hatte Metal eben immer sehr die Bedeutung, einfach anders zu sein, als z.B. dieses Spießbürgertum in Deutschland. Und da hat der Begriff Engstirnigkeit, wie ich ihn heute teilweise auch extrem in der Metal-Szene erlebe, keine Existenzberechtigung. Wie du bereits sagtest, ward ihr am Anfang von SACRED STEEL teilweise ja auch recht engstirnig in eurer Einstellung.

Gerrit: Die Engstirnigkeit bei uns kam ja damals daher, dass Jahre zuvor die Metal-Szene in den Magazinen so extrem verwässert wurde. Alles wurde ja als Metal tituliert, da waren plötzlich Skunk Anansie oder Guano Apes Metal oder Hardrock. Da wirst du natürlich irgendwann so, dass du sagst ´jetzt ist genug! Das ist Metal und nichts anderes!´

Jörg: Dadurch entstand ja auch der Begriff ´True Metal´, weil man einfach zeigen wollte, dass das richtiger Metal ist und das andere eben Trendzeug.

Gerrit: Wie z.B. dieses ´Lalala´, wie die Italiener das machen. Das ist kein True-Metal. Das hat einfach keinen Metal-Spirit. Das ist halt meine Meinung. Ich kann schon manchen RHAPSODY-Songs was abgewinnen und in einigen Sachen von denen sind bestimmt auch Metal-Bestandteile drin, aber das ist kein echter Metal! Ich will da keine Band anpissen, jeder soll machen, zu was er Lust hat. Aber da ist für mich kein Metal-Feeling drin, nicht so, wie ich das sehe. Wenn das jetzt irgend ein 18-Jähriger als Metal bezeichnet, okay! Das ist dann seine Sache, dann ist er eben mit diesen Dingern aufgewachsen, aber das, was ich als Metal bezeichne, das ist heute in diesem italienischen Lala eben nur zu einem prozentual ganz kleinen Anteil vertreten. Sonst ist da für mich keine Magie drin, das ist für mich halt nur schnellere Mitsing-Mucke.

Jörg: Das sind zweifelsohne gute Musiker und sie haben auch gute Melodien aber es fehlt meistens einfach an der Aggressivität und an der Eigenständigkeit.

Gerrit: Und ich habe den Eindruck, als würden die immer zu sehr auf irgendwelche Vergleichsbands schauen. Da gibt es dann die eine Band, die ein bisschen von dem Pfad weggeht und vielleicht etwas Klassik reinbringt, und dann machen das die anderen auch. Das zieht immer alles so einen Rattenschwanz hinter sich her. Eigenständige Italo-Bands gibt es eigentlich nicht, die klingen alle gleich. Ich hab kürzlich wieder einen Sampler gehört aus dem Hause Hellion Records, da sind ein paar Neuerscheinungen drauf, von 10 Bands 8 Italo-Bands. Und von denen war nur eine geil und das waren DOOMSWORD. Die klingen halt wirklich eigen, und auch TEMPLAR sind geil, aber der Rest, da klingt alles gleich. Alles ´Lalalalala´, ultra-austauschbar und ja bloß keinem Weh tun! Das hat mit Metal nichts zu tun, Metal muss schon auch etwas weh tun.

LEFAY haben euch im Booklet zu ´Symphony of the Damned´ ja als ´Metal-Police´ bezeichnet. Kommt der Ausdruck auch davon, dass ihr eben gerne über bestimmte Teile der Szene herzieht?

Jörg: Naja, das war eher augenzwinkernd gemeint!

Gerrit: Neenee, das wussten die gar nicht, die haben uns erst im Bus kennen gelernt. Die kennen sich im Metal schon auch aus, haben aber halt einfach ihre METALLICA/PANTERA-Schiene und so ein paar Uralt-Bands und ansonsten nicht viel gehört. Und wir sind jeden Tag, jeder mit einem anderen Metal-Shirt aufgestanden, von denen die überhaupt keine Ahnung hatten und haben dauernd irgendwelche Bands gehört, die die nicht kannten und haben den ganzen Tag nur von Metal geredet und denen immer erzählt, was Metal ist und was nicht, ohne die belehren zu wollen. Einfach nur, weil sie immer kamen und meinten, das wäre jetzt aber was Metal-mäßíges und da haben wir gesagt ´Neeneenee, das ist auch kein Metal!´ Das war auf jeden Fall eine lustige Sache. Wir haben uns beim Abschluß-Gig selbstgemachte Metal-Police-Shirts angezogen und sind damit auf die Bühne gegangen und haben Schilder hochgehalten, auf denen stand ´This is no Metal!´ Wir hatten tierisch Spaß mit den NEVERMORE und LEFAY – Jungs und das ist sicher eher ´ne knuffige Sache, wenn die uns im Booklet als Metal-Police bezeichnen. Und außerdem juckt das andere Bands immer wenig, was andere Bands über irgenwelche Bands erzählen (Yeah! – Der Ver. 😉 ) Das erfährt man ja dann immer nur über Dritte. Ich les ja auch nicht jedes Mini-Interview in jedem Fanzine. Aber es gibt da auch Leute, die so was immer suchen, die dann sagen ´Ah, der hat da was böses gesagt´ und das wird dann sofort verbreitet. Du glaubst es gar nicht, was es da im Metal alles gibt, du darfst da keinem was flüstern, das ist sofort überall bekannt.

Was würdet ihr denn dann z.B. sagen, was Metal ist und was auf keinen Fall Metal sein kann, also nicht, dass ihr irgendwelche Bands nennen sollt, sondern einfach so ein paar grundsätzliche Dinge.

Gerrit: Nun, jeder muß für sich selber abstecken, was Metal ist und was nicht! Es gibt sicher den ein oder anderen, der bezeichnet irgendwelche Bands, die neuere Einflüsse in ihre Musik mit reinbringen, als Metal, wo ich dann schon wieder sage, nee, das ist es für mich nicht! Ein Kumpel von mir hört WEISSGLUT und meint, das wäre Metal, aber da sag ich halt, das ist für mich eben kein Metal und dann muss ich mich auch immer angucken lassen, als wär ich von vorgestern! Also wir können sicher nicht definieren, was Metal ist, nur, was für uns Metal ist. Was für uns Metal ist, das machen wir mit den Bands, die wir haben. Wenn ich jetzt wieder sage, von hier bis hier, das ist Metal, dann fühlen sich alle wieder angepisst, die auch ab da Metal hören. Und das kann´s nicht sein.

Jörg: Also ich denke auch, dass man das nicht so definieren kann, das sieht jeder anders.

Gerrit: Es ist auch Schwachsinn, irgend etwas festzuschreiben! Ich sag jetzt von hier bis hier, das ist Metal, das ist dann meine Meinung.

Als ich mit Steve Kachinsky von STEEL PROPHET ein Interview gemacht habe, meinte er z.B., dass Metal für ihn immer ein Ausdruck von Freiheit war und ist…

Gerrit: Das stimmt sicherlich! Mit dem habe ich mich vor 3 Jahren mal für ein paar Stunden unterhalten und wir waren eigentlich immer einer Meinung. Ich denke, es ist auch mit das Wichtigste, auf andere nicht herunterzusehen, was uns ja auch gerne unterstellt wird.

Ja gut, das Image habt ihr halt irgendwo…

Gerrit: Aber das kriegst du, wenn die Leute sich einfach nicht mit dir beschäftigen wollen und halt sagen ´kuck mal die da!´ Das Image haben wir jetzt halt, aber das haben wir, weil wir ehrlich und geradeaus sind. Und wenn uns daraus jemand einen Strick dreht, was viele Leute probieren, ja Gott, dann ist es halt so. Das habe ich auch in einem anderen Interview kürzlich gesagt, dass die Leute, die uns schon immer anpissen wollen und die jetzt eine gewisse Weiterentwicklung nicht zugestehen oder sich gar nicht mit uns beschäftigen, weil sie uns halt hassen wollen, die sollen uns hassen! Die sind unbelehrbar und die brauchen und wollen wir auch nicht. Also irgendwelche Grieskrämer, die ständig ein Haar in der Suppe finden wollen und die in jeder Aussage nach irgend etwas zweideutigem suchen. Oder Leute, die probieren, einen zu kitzeln, was bei mir viele probieren, weil sie wissen, dass man mich leicht reizen kann. ´Jetzt sag mal hierzu was, oder sag mal was dazu´ und das dann auf die Headline irgendwo hinschieben und auf mich zeigen, damit alle sagen ´hey, du hast doch das Sacred Steel Interview gemacht!´, ´Jaja, der ist echt mal wieder total abgegangen!´ Da warten die alle drauf und das finde ich einfach nur billig und blöd. Ich bin halt oft genug doof genug gewesen, um darauf einzusteigen. Das steht dann nicht drin ´der Interviewer hat das und das auf diese Art gefragt und das unterstellt´, sondern da steht nur eine Antwort drin. Und da steht halt dann ´die und die Band finde ich Scheiße und der sieht schwul aus´ oder was weiß ich, wenn ich das im Spaß gesagt habe.

Wart lieber erstmal ab, was ich alles schreibe! 😉

Gerrit: Haha… ich mein halt nur, wie können nur das machen, wie wir es bisher gemacht haben, wir können in jedem Interview frei von der Leber reden, ohne uns jetzt großartig ´ne Schere in den Kopf zu hauen, und das machen, was wir für gut finden. Es gibt halt immer welche, die dich anpissen wollen und die sollen das halt tun, wenn sie sich gut dabei fühlen. Solange sie über dich reden, bist du irgendwo interessant.

Okay. Ich würde aber doch mal noch gern auf die Tour mit NEVERMORE und LEFAY zurückkommen. Im Rock Hard war ja ein ziemlich deftiger Bericht über die NEVERMORE-Tour drin. Waren die Jungs bei euch auch so übel drauf? >g<

Jörg: Ähnlich, haha! Was die Jungs wegsaufen, das ist echt nicht mehr normal. Da sehen sogar wir alt aus! Vor allem sehen sie am nächsten Morgen immer topfit aus, als wäre nichts gewesen.

Gerrit: Da kannst du uns dagegen echt wegschmeißen. Die sehen echt immer aus, als hätten sie aus dem Jungbrunnen gesoffen.

Bei eurem Auftritt in Stuttgart habt ihr kurz mal von eurem Gig in Donaueschingen erzählt…

Gerrit: Warst du in Donaueschingen?

Nee, in Stuttgart! Aber in Donaueschingen schien es ja ziemlich übel gewesen zu sein… >g< Gerrit: Also erstens war da mindestens dreiviertel der Band ziemlich krank, hat Fieber gehabt und sonst was und wir waren eigentlich völlig im Arsch. Dann denkst du halt ´okay, das sind eh nur 20 Minuten, der Set war eh schon gekürzt, spielen wir die Songs, nur damit wir aufgetreten sind, und dann gehst du auf die Bühne und dann ist da wirklich so ein derartig lethargisches Publikum, das nicht mal irgendwie ´hallo´ sagt. Ich mein, wenn du morgens deinen Chef, den du hasst, irgendwo siehst, dann sagst du wenigstens ´Guten Morgen!´ Und die haben gar nichts gesagt. Die waren total ruhig, bis auf vier Leute in der ersten Reihe. Natürlich bist du da auch ein bisschen wehleidig und denkst ´scheiße, ich will lieber hinliegen´, aber jetzt quälst du dich auf die Bühne für diese Arschgeigen und keinen interessiert´s. Das waren wirklich die vier längsten Songs, die wir jemals gespielt haben. Total ruhig, nicht mal geklatscht in der Pause, einfach nur entgeistert dagestanden. Das ging bei den anderen Bands aber anscheinend genauso weiter, sogar bei Nevermore. Da fragt man sich doch auch… frag mal die Donaueschinger, warum sie auf so ein Konzert gehen, ich hab keine Ahnung. Es gibt andere Clubs, wo wirklich ein Bruchteil der Leute da sind, wo aber Party und Stimmung gemacht wird. Und wenn die keinen Bock haben, dann sollen sie halt zuhause bleiben.

Ja gut, wobei ich auch zugeben muß, daß ich ganz gerne mal zu einem Konzert gehe, um es mir einfach nur gemütlich anzuschauen…

Gerrit: Aber doch nicht ´ne ganze Halle!

…und dann geht man da z.B. nach Ludwigsburg ins Scala auf die SACRED STEEL Releaseparty und setzt sich auf diese geilen Sessel um alles so richtig zu genießen, und dann wird man vom Sänger des Hauptacts aufs übelste beschimpft! >vbg< Gerrit: Hab ich das? Weiß ich nicht mehr…

Jaja… du hast halt gemeint, was denn das für Penner dahinten wären! Bei MANOWAR, da hättest du gekniet, das wäre normal, aber noch nie in deinem Leben hättest du bei einem Metal-Konzert gesessen! >g< Gerrit: Achso! Haha… stimmt doch auch, ich bin noch nie bei einem Metal-Konzert gesessen! Ich war gestern z.B. beim CROWBAR-Konzert, bei dem vier Bands gespielt haben und mir haben die Füße sowas von weh getan, aber ich bin trotzdem nicht hingesessen. Ich hab ein paar Mal überlegt ob ich mich hinhocken soll, aber nee, ich bin vorne gestanden und habe wenigstens im Takt mitgewippt und hab gesagt ´jawohl, ihr seid alle cool, alle, die ihr hier spielt´.

Haha…okay, ich geb´ mich geschlagen! Bei Vampster bieten wir unseren Lesern ja auch immer an, dass die Leser Fragen an die Bands stellen können und bei euch sind diesmal zwei sehr seltsame Fragen reingeschneit… die erste wäre z.B., warum sich Jörg Knittel wie ein Hase ernährt…

Jörg: (Dickes Fragezeichen über dem Kopf) Ähm…ich bin Vegetarier…

(Nachdem das immer größer werdende Fragezeichen über dem Kopf nicht verschwindet:) Okay, ich denke, die Frage kommt vom Andreas Reissnauer… >g< Gerrit: Vom Reissnauer, haha! Ich hab mir ja auch überlegt, ob ich uns was fragen soll…

Jörg: Haha…nee, ich bin Vegetarier und ess´ deshalb mittags meistens nur ´nen Salat…

Tja, und die nächste Frage wäre, warum Gerrit P. Mutz an vier Arbeitstagen dasselbe MANOWAR-Shirt trägt…

Gerrit: Auch vom Andi? Stimmt aber nicht, weil ich immer nur an zwei Tagen dasselbe Shirt trage!

Okay, und da wir gerade bei blöden Fragen sind, hätten wir da auch noch eine, die uns schon lange unter den Nägeln brennt… Gerrit *P*?

Gerrit: Ähm…P. heißt Phillip, ganz normal…

Und Jörg *M*?

Jörg: Metal!

Das war jetzt ein Scherz, oder?

Jörg: Glaubst du mir das nicht? Okay, *M* steht für Michael. Es gibt aber tatsächlich Leute, die meinen es hieße Metal, die haben mich darauf schon angesprochen.

Gut, dann wäre dies also auch endlich mal geklärt >g< . Wie sieht es denn aus mit den letzten 3 Alben, die ihr euch gekauft habt? Gerrit: Oh Gott, da muss ich überlegen.

Jörg: Wir sind zum Glück inzwischen in der Lage, dass wir keine Platten mehr kaufen müssen…

Gerrit: …aber das ist auch gerecht, da wir alle über ein Jahrzehnt lang all unsere Kohle in Metal investiert haben… also los, Jörg, sag deine drei, ich überleg noch…

Jörg: Ja danke… also die letzte, die ich bekommen habe, war die neue IMPELLITERI.

Gerrit: Mann, nicht die, die du gekriegt hast, die du gekauft hast!

Jörg: Auf Gekaufte, da komm ich ja nie drauf…

Gerrit: Also gut… FINNTROLL – Midnattens Widunder…

Geil, da will ich jetzt aber auch ´ne Meinung dazu hören!

Gerrit: Genial! Zu wenig Humppa-Parts! Die sind noch viel zu ernst, die müssen noch viel lustiger werden. Das ist einfach klasse, sobald sie ELÄKELÄISET-mäßig losrocken…

Was hab ich mir noch gekauft… die SKULLVIEW – Kings of the Universe… das war die letzte, die ich mir gekauft habe. Allerdings wollte ich sie nicht kaufen, aber ich habe gesagt, wenn ich irgendwo SACRED STEEL in der Thanx-List sehe, dann kauf ich mir die CD… haa, und dann noch MARDUK – Obedience, die Maxi.

Jörg: Also IMPELLITERI – Crunch, schreibt man übrigens mit ´C´, dann die WITCHERY – Dead, hot & Ready und ansonsten höre ich zur Zeit ziemlich oft die neue VADER.

Gerrit: Hee moment, ich war doch auf der Plattenbörse, was hab ich da denn gekauft? Ein Bootleg von MERCYFUL FATE für 80 Mark aus Brasilien. Klingt total scheiße und sieht kacke aus, war aber wenigstens sauteuer. Dann PENTAGRAM… hee, ich hab doch erst vor kurzem drei CDs gekauft, ich kauf doch eigentlich ständig neue CDs… jetzt kommen aber wirklich die letzten drei…

Jörg: Haahaaahaaa!

Gerrit: Von THERGOTHON das Demo…tannagjogsotot…

Moment…das mußt du mir jetzt aufschreiben…

Jörg: Die ist wirklich nicht erwähnenswert!

Gerrit: Dann HEATHEN – Breaking the Silence mit Bonus-Tracks und dann noch die BURNING WITCH – Crippled Lucifer. Das waren die letzten drei, die hab ich erst vorgestern gekauft.

Tatsächlich geschafft… Wie sieht´s denn so mit eurem lustigsten Live-Erlebnis aus?

Jörg: Bei uns ist es nie lustig auf der Bühne >g< Also lustig fand ich z.B. schon der Wacken-Auftritt mit Goddess of Desire!

b>Gerrit: Das mit den Nonnenkostümen? Das war schon lustig, aber ja kein SACRED STEEL Gig. War aber nicht ganz so lustig, wie als wir das zum ersten mal gemacht haben. Damals haben GODDESS nicht gewußt, daß ich das Ding angezogen habe. Ich war da im Backstage-Raum, in dem sich die Mädels umgezogen haben und hab gefragt, ob ich sowas nicht auch mal anziehen könnte. Die nur ´ja klar´ und ich komm auf die Bühne und musste selbst schon lachen, weil ich genau wusste, wie die gucken, aber das war so geil!

Jörg: Lustig war auf jeden Fall der Abschluß-Gig bei der NEVERMORE-Tour in Spanien. Warrel Dane kam zum Beispiel mit einem Riesen-Baguette auf die Bühne und hat mit Gerrit einen Schwertkampf abgezogen. Das war schon auch ziemlich witzig.

Tja, und damit war dann auch mein Band zu Ende… Jörg und Gerrit erzählten mir noch von der Releaseparty im Ludwigsburger Scala, der meiner Meinung nach absolut fantastisch war. Umso erstaunter war ich, dass Jörg mit dem Gig überhaupt nicht zufrieden war, was jedoch mal wieder ein Musikerschicksal bleiben sollte, da seine Gitarre wohl die ganze Zeit verstimmt war, was an diesem Abend aber sicher keine Sau gestört hat. Recht einfach fiel die Antwort aus auf die Frage, welche Person die beiden in ihrem Leben gerne mal treffen würden. ´Kate Bush, weil sie ´ne hammergeile Schnecke ist´, so Gerrit. Musiker Jörg Knittel ging´s da schon etwas ernsthafter an, wobei er mit Ritchie Blackmore sicher nicht der erste Gitarrist ist, der diesen Namen auf die Frage hin nennen würde (Gerrit hätte da schon lieber Ritchie´s Frau kennengelernt). Begründung: ´Weil er einfach der beste Gitarrist aller Zeiten ist und Technik perfekt mit Gefühl kombiniert.´

Für mich war das Interview mit Jörg und Gerrit wirklich aufschlussreich und ich denke, dass ich die Band SACRED STEEL um einiges besser einschätzen kann, als es bisher der Fall war. Die drei Scheiben der Band finde ich inzwischen auf jeden Fall gleich nochmal so geil wie vorher!

Fierce

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